Mit Musik Gutes tun: So hilft der Ex-Rosenheim-Cop Ben Blaskovic während der Corona-Krise

Ein eingespieltes Team: Ben Blaskovic hilft der Leiterin der Rosenheimer Tafel, Elisabeth Bartl, beim Einsortieren der Lebensmittel. Breuel Bild/Volker Dornberger
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Ein eingespieltes Team: Ben Blaskovic hilft der Leiterin der Rosenheimer Tafel, Elisabeth Bartl, beim Einsortieren der Lebensmittel. Breuel Bild/Volker Dornberger
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Ben Blaskovic (31) nutzt die Corona-Krise um Gutes zu tun. Der Schauspieler und Musiker, der durch die Fernseh-Serie „Die Rosenheim Cops“ bekannt geworden ist, hat ein Charity-Projekt gestartet, um mit seiner CD „Home“ die Tafeln in der Region zu unterstützen. Auch in Rosenheim.

von Anna Heise

Rosenheim – Der Kofferraum ist voll, bis unters Dach gefüllt mit Kartoffeln, Nudeln, Reis und Kaffee. Ganz hinten stehen etliche Konserven, oben drauf Gemüse und Obst. Davor posiert Ben Blaskovic, hält einen Daumen in die Kamera. Das Bild zeigt den Schauspieler aus Fischbachau (Landkreis Miesbach), der vier Jahre lang in der ZDF-Serie „Die Rosenheim Cops“ den Controller Andi spielte, nach seinem Einkauf für die Rosenheimer Tafel. Ein ähnliches Bild entsteht einige Tage später vor der Miesbacher Tafel. Weitere sollen folgen.

Neues Album, statt Trübsal blasen

Denn Ben Blaskovic nutzt die Corona-Zeit, um denjenigen zu helfen, die die Krise besonders hart trifft.

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Aufgrund der Pandemie mussten zahlreiche Tafeln vorübergehend schließen, andere hatten wegen Hamsterkäufen und geschlossener Restaurants große Mühe, an Lebensmittel zu kommen. Für Blaskovic Grund genug, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Emotionen, Familie und Freunde

„Bei mir sind sämtliche Drehs ausgefallen und es war schnell klar, dass ich für längere Zeit zu Hause bleiben muss“, sagt Blaskovic. Statt Trübsal zu blasen, nimmt er sich vor, an seinem neuen Album zu arbeiten. Er richtet sich ein Home-Studio ein, bestellt die notwendige Technik im Internet. Er schreibt befreundete Musiker an, bittet um Unterstützung. Die nächsten Wochen verbringt er damit, sein neues Album aufzunehmen. Er nennt es „Home“. Es ist ein Album, in dem es darum geht was Menschen mit ihrem Zuhause verbinden.

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Er singt über Gefühle, Emotionen, Familie und Freunde. Es geht um die Natur, um Flüchtlinge und wie schwer es für sie ist, auseinem Kriegsland zu flüchten. Blaskovic spielt Klavier und Schlagzeug. Bass- und Trompetentöne bekommt er von befreundeten Musikern zugeschickt. Er schneidet alles zusammen, überarbeitet die Lieder. Vier Wochen später ist er fertig, entstanden sind acht Lieder, die unterschiedlicher nicht sein können.

Daumen hoch: Ben Blaskovic posiert vor seinem Kofferraum gefüllt mit Lebensmitteln für die Tafel. privat

Erlös kommt Tafeln in der Region zugute

„Das Album ist total bunt gemischt. Es gibt Countrymusik, aber auch eine Big Band Nummer“, sagt er. Um das Album schon vor dem offiziellen Erscheinungsdatum unter die Leute zu bringen, bewirbt er es auf der Crowdfunding-Plattform „Startnext“. Hier können Interessierte bis Freitag, 15. Mai, einzelne Lieder oder das ganze Album kaufen. Der Erlös kommt den Tafeln zugute. Ein Blick auf die Plattform zeigt, dass in den vergangenen vier Wochen rund 1 300 Euro zusammengekommen sind.

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Leider nur ein kurzer Erfolg, denn Blaskovic hat festgestellt: „In den ersten Tagen haben viele Leute gespendet. Aber momentan kommt nichts rein.“ Er sei traurig darüber, könne es aber nachvollziehen. „Für die meisten Menschen ist es momentan finanziell etwas angespannt.“ Zufrieden mit dem Erreichten ist er trotzdem. Und hat mit dem Geld bereits einige Lebensmittel eingekauft. Zwei Mal war er in Rosenheim, hat in den Supermärkten den Kofferraum seines Autos gefüllt und die Lebensmittel selbst bei der Tafel abgeliefert.

Musik ist eine universelle Sprache

Zur Überraschung der Leiterin, Elisabeth Bartl. „Einen Filmstar hatten wir bei uns noch nicht“, sagt sie. Er sei angenehm gewesen, bodenständig und „unheimlich freundlich“. Habe Autogramme gegeben und angeboten, in den kommenden Tagen selbst bei der Ausgabe zu helfen. „Es ist eine wirkliche tolle Sache, die er da macht“, sagt sie. Ben Blaskovic freut sich über das Lob. Er wolle mit seinem Album „einfach etwas Gutes tun, einen Unterschied machen“. Die Musik habe ihm genau das ermöglicht. „Musik ist eine universelle Sprache, die uns alle zusammenbringt“, sagt er, und wendet sich mit einer Bitte an seine Fans: „Lasst uns einen Unterschied machen und denen helfen, die momentan unsere Hand brauchen.“ Ben Blaskovic geht mit gutem Beispiel voran.

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