Müllverbrennung als heilige Kuh

Wenn man den Stadtwerken und einigen Kommunalpolitikern glaubt, Aber die erwähnten Akteure wollen diese Tonne nicht.

ist die Rosenheimer Müllentsorgung das Beste, was es gibt. Die Wahrheit sieht anders aus: Die Hausmüll-Menge von 212 Kilogramm pro Kopf und Jahr liegt über dem Schnitt bayerischer Städte von 173 Kilogramm; mit 87 Kilogramm gesammeltem Bio-Abfall bleibt man weit unter dem Mittelwert von 157 Kilogramm. Durch Einführung der Biotonne könnte Rosenheim daran etwas ändern.

Sie verbreiten Märchen über winzige Sammelmengen, über Schwierigkeiten mit Fremdstoffen, über Gestank, Seuchengefahr und exorbitante Kosten für den Bürger – alles Probleme, die keine sind oder anderswo bereits gelöst wurden. Eigentliches Ziel ist es, die Auslastung der für Rosenheim viel zu großen Müllverbrennungsanlage zu garantieren.

In städtischen Gebieten, wo nur wenige kompostieren, werden mit der Biotonne durchschnittlich 94 Kilogramm Biomüll pro Kopf und Jahr gesammelt. Vorzugsweise vergärt man ihn zunächst zu Biogas, das in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme liefert. Eine solche Anlage kann flexibler als ein Müllheizkraftwerk Schwankungen von Wind- und Solarstromerzeugung ausgleichen.

Die Bringsystem-Lösung ist keine. Die Rosenheimer müssten erst den Bio-Müll sicher verpacken, dann kilometerweit fahren und schließlich noch bezahlen. Dafür werden sie kaum zu gewinnen sein. Wasserburg hat so nur fünf Kilogramm Biomüll pro Kopf und Jahr gesammelt und führt nun ein Holsystem ein. Wäre es nicht klüger, das gleich zu tun, mit den erlaubten Ausnahmen für Selbstkompostierer?

Steffen Storandt Bund Naturschutz Rosenheim

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