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Bis Ende des Jahres

Modulbau statt Spielplatz: So will Rosenheim 100 zusätzliche Kindergartenplätze schaffen

Auf der 1482 Quadratmeter großen Fläche am Fischerweg soll bis Ende des Jahres eine „eigenständige Einrichtung in Modulbauweise“ errichtet werden, die Platz für bis zu 100 Kinder bietet.
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Auf der 1482 Quadratmeter großen Fläche am Fischerweg soll bis Ende des Jahres eine „eigenständige Einrichtung in Modulbauweise“ errichtet werden, die Platz für bis zu 100 Kinder bietet.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Es reicht hinten und vorne nicht: Trotz geplanter Neubauten und Erweiterungen fehlt es in der Stadt an Kindergartenplätzen. Ein zweigeschossiger Modulbau am Fischerweg soll Abhilfe schaffen. Das Problem: Der Neubau soll genau dort hin, wo sich im Moment ein Spielplatz für Kleinkinder befindet.

Rosenheim – So richtig glücklich ist Sonja Gintenreiter mit dem Vorschlag der Verwaltung nicht. „Es gibt immer weniger Raum für Jugendliche“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen während der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Da sei beispielsweise der Bolzplatz im Rosenheimer Stadtteil Erlenau, auf dem die Eigentümergemeinschaft des Grundstücks drei Wohnhäuser plant. Dass jetzt auch noch der Spielplatz an der Ecke Erlenaustraße und Fischerweg wegfallen soll, um neue Kindergartenplätze zu errichten, ist für Gintenreiter eine „bittere Pille“.

Verwaltung fehlt die Alternative

Doch eine Alternative gibt es laut Verwaltung nicht. „Wir haben es hoch und runter diskutiert, aber es gibt kein anderes Grundstück“, sagt Schuldezernent Michael Keneder. Zwar habe man mehrere Standorte an bestehenden Einrichtungen geprüft. Diese hätten sich jedoch allesamt als ungeeignet erwiesen. Unter anderem deshalb, weil die zur Verfügung stehenden Flächen zu klein seien, um die Erweiterungsmodule aufzustellen.

Was bleibt, ist das 1482 Quadratmeter große Grundstück am Fischerweg. Dort, wo im Moment noch Kinder aus dem näheren Umfeld spielen können, soll bis Ende des Jahres eine „eigenständige Einrichtung in Modulbauweise“ errichtet werden.

Jeweils vier Gruppen- und Gruppennebenräume

In dem zweigeschossigen Bau sollen bis zu 100 zusätzliche Kindergartenplätze entstehen. Zudem plant die Verwaltung in dem Komplex jeweils vier Gruppen- und Gruppennebenräume, einen Mehrzweckraum, einen Intensivraum, ein Leitungsbüro, einen Personalraum, eine Mischküche sowie Sanitär- und Lagerflächen.

Sind 2,7 Millionen Euro zu viel Geld für Übergangslösung?

„Es fällt trotzdem schwer, wenn mitten in der Stadt ein Bolzplatz wegfällt“, sagt Stadtrat Franz Opperer (Grüne). Zudem kritisierte er, dass 2,7 Millionen Euro für eine Interimslösung – auch wenn die Module eine Lebensdauer von zehn Jahren haben – viel Geld seien.

Zwar stimmten sowohl er als auch seine Fraktionskollegen für die kurzfristige Schaffung weiterer Kindergartenplätze, gleichzeitig gaben sie aber auch zu Protokoll, dass sie gegen eine vollständige Bebauung des Spielplatzes seien, und regten an, den 2010 Quadratmeter großen Spielplatz auf der gegenüberliegenden Seite aufzuwerten.

„Ein Angebot für die Kleinsten“

Den gleichen Vorschlag machte Abuzar Erdogan, Fraktionsvorsitzender der SPD. In seinen Augen sei es wichtig, ein „Angebot für die Kleinsten zu schaffen“. Zudem regte er an, in Zukunft darauf zu achten, dass das Instrument der sozialen Bodennutzung zur Anwendung komme. Heißt: Will ein Investor von der Stadt Baurecht, muss er Gegenleistungen erbringen, die der Allgemeinheit dienen. Vorstellbar sei beispielsweise eine Beteiligung an den Kosten für Kindertagesstätten und Grundschulen.

Anmietung von gewerblichen Flächen?

Sinn würde in seinen Augen auch machen, über die Anmietung von Räumen nachzudenken – beispielsweise von leer stehenden Gewerbeflächen. Robert Multrus, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler/UP begrüßte, dass die Verwaltung frühzeitig eine „große Zahl von Plätzen schafft, die dringend gebraucht werden“. Hinzu komme, dass Module eine deutliche Verbesserung zu Containern seien.

Der Realität ins Auge blicken

Kritik gab es indes von Herbert Borrmann, Fraktionsvorsitzender der CSU. Er könne nicht verstehen, dass man jedes Jahr aufs neue darüber diskutiere, dass es zu wenig Kindergartenplätze gibt. Ziel müsse eine langfristige Planung sein.

Doch laut Verwaltung läuft genau die auf Hochtouren.

So soll unter anderem auf der BayWa-Wiese ein Kinderhaus entstehen. Hinzu kommen zusätzliche Plätze in Pang und in der Hailerstraße. Bis dahin muss man mit dem Modulbau vorliebnehmen. „Wir müssen der Realität ins Auge sehen. An den Provisorien führt kein Weg vorbei“, ergänzte SPD-Fraktionsvorsitzender Erdogan.

Entscheidung am Mittwoch

Einstimmig haben sich die Stadträte des Haupt- und Finanzausschusses dafür ausgesprochen, am Fischerweg Module für einen zweigeschossigen Neubau zu kaufen. Eine endgültige Entscheidung fällt am Mittwoch im Stadtrat.

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