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Pandemie nimmt wieder Fahrt auf

Mitten in vierter Welle: Gesundheitsamt Rosenheim meldet fünf Corona-Tote in einer Woche

Flächendeckend: Fast jede Gemeinde in der Region verzeichnete neue Ansteckungen. Grafik Klinger
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Flächendeckend: Fast jede Gemeinde in der Region verzeichnete neue Ansteckungen.

Fünf Tote in einer Woche – so heftig hat die Corona-Pandemie seit den Tiefpunkten der dritten Welle nicht mehr zugeschlagen. Gesundheitsamtschef Dr. Wolfgang Hierl sieht die Region mitten in der vierten Welle, die Ansteckungszahlen scheinen ihm Recht zu geben.

Rosenheim – Fünf Tote im Zusammenhang mit Corona binnen einer Woche meldet das Gesundheitsamt Rosenheim. Es handelt sich nach Auskunft von Amtschef Dr. Wolfgang Hierl um ältere Menschen, drei von ihnen seien über 80 Jahre alt gewesen, lediglich eine Person unter 60. Bei einem in einem Heim betreuten und verstorbenen Menschen sei die Covid-Diagnose bereits im November gestellt worden.

Nicht zuletzt wegen solcher Nachrichten und wegen der weiterhin angespannten Lage ist die Freude über die von der Staatsregierung beschlossenen Erleichterungen nicht ungetrübt. Eishockey-Oberligist Starbulls zum Beispiel hat seinen Dauerkartenbesitzern eine Entschädigung für jedes Geisterspiel versprochen. Keine übertriebene Vorsicht, das legen die Worte des Leiters des Gesundheitsamts nahe. Die Menschen in der Region Rosenheim befänden sich „mitten in einer vierten Welle“, sagt Dr. Wolfgang Hierl, „mit einem seit Anfang August exponentiellen Anstieg der Fallzahlen“.

Rosenheim vorn in der Corona-Tabelle

Dem Gesundheitsamt Rosenheim wurden täglich zwischen 28 und 128 neue Fälle gemeldet. Insgesamt waren es 482 Neumeldungen, gegenüber 343 neuen Fällen in der Vorwoche. Die 7-Tage-Inzidenz von 200 Infektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen wurde in der Stadt bis auf zwei Tage an allen Tagen überschritten. Gestern lag sie bei 215,4.

Damit lag die kreisfreie Stadt Rosenheim laut Aufstellung des Robert-Koch-Instituts auf Platz 1 der Rangliste in Bayern und auf Rang 3 in Deutschland. Auch im Landkreis steigen die Zahlen kräftig. Seit 31. August liegt der Kreis Rosenheim stets über der 7-Tage-Inzidenz von 100 (gestern 131,8). Damit stößt das Gesundheitsamt an seine Grenzen. Die Nachverfolgung der Kontaktpersonen von Infizierten könne nicht mehr sichergestellt werden, teilte Hierl mit. Man wolle das Personal „mit Hochdruck“ aufstocken.

Lesen Sie auch: Was die Abkehr von der Alleinherrschaft der Inzidenzzahl für die Region Rosenheim bedeutet

Bayern hat sich wie berichtet in der vergangenen Woche von der Inzidenzzahl als Leitindex verabschiedet. So ganz will Hierl aber davon nicht lassen, er bezeichnet sie als „Fieberkurve“ des Ansteckungsgeschehens. Zwar sei das Geschehen an den Kliniken noch entspannt. Doch sei die Impfquote im Landkreis viel zu niedrig, um die Pandemie einbremsen zu können, das Ansteckungspotenzial der Delta-Variante und die sinkenden Temperaturen täten ein übriges. Hier: „Wir sind bildlich gesprochen mit viel zu hoher Geschwindigkeit in Richtung Herbst unterwegs.“ Es sei die logische Folge, dass damit die Belastung der Intensivstationen steige.

Das bedeutet nicht, dass die Lockerungen seit 2. September zurückgenommen werden. Erst wenn innerhalb einer Woche in ganz Bayern 1200 Patienten in die Krankenhäuser eingeliefert oder gar 600 Patienten neu in Intensivstationen behandelt werden mussten, schaltet die Corona-Ampel um, zunächst auf Gelb, und dann auf Rot. Für Stadt und Landkreis Rosenheim bedeutet das, dass die eigenen Spitzenwerte praktisch durch die niedrigen Inzidenzen etwa im Landkreis Cham ausgeglichen werden. Verschärfungen der Regeln scheinen somit in weite Ferne gerückt – was Vertreter der Wirtschaft als Beitrag zur Planungssicherheit begrüßen.

Rückkehrer bringen Delta-Variante nach Rosenheim mit

Nach wie vor stecken sich offenbar besonders viele Menschen im Urlaub an, sie stellen 45 Prozent der Ansteckungen. Die meisten derRückkehrer hatten sich im Kosovo infiziert. Fast ebenso hoch ist der Anteil der Ansteckungen im privaten Umfeld.Kein Wunder, sagt Hierl, aufgrund der hohen Ansteckungskraft der Delta-Variante stecke ein Infizierter viele andere Menschen an.

Seit 1. August wurden 1158 neue Fällen registriert, davon waren 984 (85,0 Prozent) ungeimpft, 67 (5,8 Prozent) waren entweder unvollständig geimpft oder die abschließende Impfung lag weniger als 15 Tage zurück. Bei 107 Personen mit vollständiger Impfung waren 82 (7,11 Prozent) symptomatisch erkrankt und damit sogenannte Impfdurchbrüche..

Allerdings verläuft Covid-19 bei Geimpften offenbar seltener schwer. Zwar spürten vier von fünf infizierten Geimpften Symptome, doch mussten nur zwei von ihnen stationär behandelt werden. Hierl meldet für die Geimpften in Stadt und Landkreis eine Inzidenz von circa 17.

Nur knapp über 50 Prozent: Die Impfquote in der Region gehört zu den niedrigsten in Bayern.

Infektionen sind flächendeckend über Region Rosenheim verteilt

Bei mindestens 17 437 Menschen ist eine Genesung dokumentiert. Insgesamt 536 Personen sind bislang an oder mit der Krankheit verstorben (Landkreis: 469, Stadt: 67). Von den Verstorbenen waren 20 unter 60 Jahren. Seit dem letzten Wochenbericht vom vergangenen Freitag registrierte das Gesundheitsamt 20 Fälle der Delta-Variante.

30 Covid-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Leicht gesunken ist die Gesamtzahl der Krankenhauspatienten, leicht gestiegen aber die Zahl der Intensivpatienten – von zehn auf zwölf.

Die Corona-Karte zeigt sich mittlerweile fast durchgängig dunkelrot eingefärbt, kaum eine Gemeinde in der Region, in der keine Infektionen registriert wurden. Nach der kreisfreien Stadt Rosenheim mit 138 neuen Fällen verzeichnet Bruckmühl mit 50 Ansteckungen einen atemberaubenden Anstieg. Der Grund dafür ist noch nicht bekannt.

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