Mitglieder nur aus "besseren Kreisen"

Buchautor Dieter Vögele (Zweiter von rechts) übergab Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer die Dokumentation über die Hochrieshütte für das Stadtarchiv, rechts im Bild der Samerberger Bürgermeister Georg Huber, links der CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner. Foto Reisner

Nur wenige wissen heute noch etwas von der Geburtsstunde und der Geschichte des Deutschen Alpenvereins, der Sektion Rosenheim und der Hochries mit allen Höhen und Tiefen, gäbe es nicht Dieter Vögele, der in mühevoller Kleinarbeit ganze Berge von Dokumenten und Bilder zusammengetragen hat.

Rosenheim/Samerberg - Die Erinnerungen an die wechselvolle Geschichte des Berges und des Alpenvereins stammen aus alten Vereinsaufzeichnungen, Zeitungen, von Privatpersonen, aus Fotoalben und dem Bayerischen Staatsarchiv. Einmal hat Vögele alte Aufzeichnungen förmlich aus dem Mülleimer gezogen. Das waren Gipfelbücher, die, als es noch keine Gipfelhütte gab, in einem Kasten am Gipfelkreuz zu finden waren. Vögele hat sie für die Nachwelt erhalten.

Heute klingt es fast kurios, dass man bis in die 70er-Jahre hinein zwei Bürgen brauchte, um Mitglied des Alpenvereins zu werden. Man musste schon den besseren Kreisen entstammen, wollte man dazugehören. Das wohl berühmteste Mitglied war der Maler Wilhelm Leibl. Für ihn bürgte 1885 der damalige Vorsitzende, Dr. Julius Mayr.

Beim Bau der Hochrieshütte 1913 gab es einen Kleinkrieg zwischen dem Alpenverein und dem TSV 1860 Rosenheim. "Der Baugrund gehörte der Sektion, der TSV wollte darauf eine Hütte für die eigenen Mitglieder bauen", so beschreibt es Vögele in seinem Buch. Eine gütliche Einigung setzte aber dann dem Streit ein Ende. Beide Vereine nutzten letztendlich Grundstück und Hütte gemeinsam.

Sein über 1000 Seiten umfassendes Werk übergab Vögele an dem Ort, dem er lange Jahre viel Zeit gewidmet hat, nämlich auf dem Gipfel der Hochries. Erfreut nahm Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer ein Exemplar für das Stadtarchiv entgegen. Sie war zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und dem Samerberger Bürgermeister, Georg Huber, zur übergabe gekommen. jre

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