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„Wenn sich nichts tut, zerreißt es uns“

Mitarbeiter von Rohrdorfer Medizinprodukthersteller streiken am Rosenheimer Romed Klinikum

Zusammenkunft auf dem Ichikawa-Platz: Iniziiert von Rosenheimer Verdi Bezirkssekretär Andreas Reinshagen (in roter Jacke) und Sengewald Betriebsratsvorsitzenden Mustafa Sari (links daneben) versammelten sich 20 Mitarbeiter der Rohrdorfer Firma Sengewald Klinikprodukte zum Streik.
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Zusammenkunft auf dem Ichikawa-Platz: Iniziiert von Rosenheimer Verdi Bezirkssekretär Andreas Reinshagen (in roter Jacke) und Sengewald Betriebsratsvorsitzenden Mustafa Sari (links daneben) versammelten sich 20 Mitarbeiter der Rohrdorfer Firma Sengewald Klinikprodukte zum Streik.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Vor dem Romed Klinikum in Rosenheim versammelten sich die Mitarbeiter der Rohrdorfer Firma Sengewald Klinikprodukte, um auf die zusätzliche Belastung von Krankenhauspersonal seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie aufmerksam zu machen. Ein dort angestellter Pfleger reagiert.

Rosenheim – Die Gewerkschaft Verdi weitet ihre Warnstreiks im Tarifkonflikt um die Bezahlung von Klinikmitarbeitern des öffentlichen Dienstes aus. An zahlreichen Universitätskliniken Bayerns fanden den ganzen Tag über Protestaktionen statt, die auch vor dem Landkreis Rosenheim keinen Halt machten.

Vor dem Romed Klinikum in Rosenheim wollten 20 Mitarbeiter der Rohrdorfer Firma Sengewald Klinikprodukte ein Zeichen setzten. Neben dem solidarischen Akt streikten sie dabei auch für ihre eigenen Ziele. Auch wenn das Personal der Klinik nicht bei der Versammlung auf dem Ichikawa-Platz teilnahm, freuten sich die Mitarbeiter über die Unterstützung aus Rohrdorf.

Personal kämpft ums Überleben

„Es tut gut, endlich mal keine Querdenker-Demo vor unserer Haustüre zu haben“, berichtet Volker Schmidt. Der Verdi Fachbereichsleiter für Gesundheit und Soziales ist Krankenpfleger in der Romed Klinik und müht sich aktuell, den Betrieb am Laufen zu halten. „Wir retten uns von Tag zu Tag und versuchen irgendwie, alle Leute zu versorgen.“ Die Belastung für das Personal sei allerdings immens. Einige Mitarbeiter würden dem Druck nicht mehr lange standhalten und seien überlastet. „Wenn sich nicht bald etwas ändert, zerreißt es uns“, befürchtet der Krankenpfleger.

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Um auf die Probleme aufmerksam zu machen, versammelten sich rund 20 Angestellte des Medizinproduktherstellers Sengewald vor dem Rosenheimer Romed Klinikum und zeigten sich solidarisch mit ihren Kollegen. „Wir bekommen zwar immer wieder verbalen Zuspruch von der Regierung. Wenn es allerdings um die Bezahlung geht, kehren sie uns den Rücken zu“, beschwert sich Mustafa Sari, Betriebsratsvorsitzender des Zulieferers.

Er befindet sich mit rund 60 Prozent der rund 100 Mitarbeiter seit 33 Tagen im Streik und kämpft um mehr Wertschätzung in Form einer Tarifbindung mit einer damit verbundenen Lohnerhöhung.

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Die Rohrdorfer Firma ist ein direkter Zulieferer von OP-Abdecksystemen für die Romed Kliniken. Laut Schmidt sind diese lokalen Anbieter unerlässlich, da gerade bei langen Lieferketten aus Asien immer wieder Engpässe entstehen. „Zu Beginn der Pandemie waren es Schutzausrüstung oder Masken, aktuell fehlen uns Katheter“, klagt der Fachbereichsleiter.

Kein baldiges Ende in Sicht

„Die Mitarbeiter verdienen eine finanzielle Wertschätzung“, meint Andreas Reinshagen, Verdi Bezirkssekretär für Rosenheim. Im Rahmen des Tarifkonflikts fordert Verdi für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder eine Einkommenserhöhung von fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Laut Reinshagen könnten sich allerdings sowohl die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband der Bundesländer (TdL), als auch mit dem Rohrdorfer Zulieferer noch eine Weile ziehen. Zu wenig erfolgsversprechend seien die bisherigen Gespräche gewesen. „Wir werden aber nicht aufgeben“, so Reinshagen, „selbst wenn es noch weitere Warnstreiks im Rosenheimer Landkreis bedeutet.“

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