Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Weitere Ehrenamtliche gesucht

Mit Schulstart am 14. September sind auch die Verkehrshelfer in Rosenheim wieder im Einsatz

Verkehrshelfer machen den Weg zur Schule sicherer. In Rosenheim gibt es knapp 260 Ehrenamtliche, die ein Auge auf die Grundschüler haben. Darunter auch Franz Polland und Bärbel Thum.
+
Verkehrshelfer machen den Weg zur Schule sicherer. In Rosenheim gibt es knapp 260 Ehrenamtliche, die ein Auge auf die Grundschüler haben. Darunter auch Franz Polland und Bärbel Thum.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
    schließen

Die Sommerferien sind vorbei und die Schüler sind wieder auf dem Weg in die Bildungseinrichtungen. Um die Wege dorthin sicherer zu machen, gibt es in Rosenheim seit vielen Jahrzehnten die Verkehrshelfer. Doch nicht an allen Schulen gelingt es, genügend Freiwillige für diese Aufgabe zu finden.

Rosenheim – Franz Polland weiß genau, wo er sein wird, wenn am heutigen Dienstag (14. September) die Schule wieder losgeht: mit leuchtender Warnweste vor einer der Rosenheimer Schulen.

Lesen Sie auch: Schloßberger Eltern wollen mit Schulwegekonzept mehr Sicherheit für ihre Kinder schaffen (Plus-Artikel OVB-Online)

Seit neun Jahren ist er der Vorsitzende der Rosenheimer Verkehrswacht, unterstützt die Schulweghelfer und verteilt Warnwesten an die Grundschulen in Stadt und Landkreis. „Mir macht es sehr viel Spaß. Außerdem ist es eine sinnvolle Aufgabe“, sagt er.

800 Schulweghelfer in Stadt und Landkreis

Während es viele im Ruhestand ruhiger angehen lassen, kümmert er sich um die Sicherheit der Schüler in Stadt und Landkreis – gemeinsam mit über 800 Schulweghelfern, die von der Polizei ausgebildet und durch Stadt oder Gemeinde versichert werden.

Mütter kümmern sich um Organisation

Knapp 260 Schulweghelfer sind im Rosenheimer Stadtgebiet tätig. In jeder Schule gebe es laut Polland ein Elternteil, das sich um die Organisation kümmert. Je nach dem, wie viele Freiwillige sich finden, wird ein Plan zusammengestellt, der genau aufzeigt, wann wer den Schulwegdienst übernommen muss. „An einigen Schulen gibt es genügend Schulweghelfer, an anderen ist es ein bisschen knapper. Je mehr es sind, umso leichter lässt sich die Aufgabe bewältigen“, sagt Polland.

Nur zehn Helfer an der Astrid-Lindgren-Grundschule

So hätte beispielsweise die Astrid-Lindgren-Grundschule gerade einmal zehn Helfer. Besser laufe es an der Prinzregentenschule oder der Grundschule Erlenau. „Viele wollen die Verantwortung für fremde Kinder nicht übernehmen“, sagt Polland. Es ist ein Einwand, den der Vorsitzende verstehen kann.

Lesen Sie auch : Feldkirchen-Westerham: Neuntklässler als Schülerlotsen im Einsatz (Plus-Artikel OVB-Online)

Und doch weist er daraufhin, dass es in den vergangenen neun Jahren zu keinem Unfall gekommen sei. „Das zeigt, dass unsere Arbeit etwas bringt“, sagt er.

An welcher Schule genau er am heutigen Dienstag (14. September) gebraucht wird, wusste er am Montag, 13. September, noch nicht. „Ich stehe sozusagen auf Abruf bereit“, sagt er. Möglicherweise aber wird er nach Westerndorf fahren. Dort gebe es schon seit vielen Jahren immer wieder brenzlige Situation.

40 Jahre lang als Lehrerin tätig

Eine Beobachtung, die auch Bärbel Thum gemacht hat, die dort seit zwei Jahren – gemeinsam mit 15 weiteren Ehrenamtlichen – als Schulweghelferin tätig ist. „Ich bin eine Großmutter und mache es für meine Enkel“, sagt die ehemalige Stadträtin, die 40 Jahre lang an der Grund-und Mittelschule in Westerndorf St. Peter unterrichtet hat.

Lesen Sie auch: Sicher zur Schule – auch ohne Elterntaxi: Wie Obinger Mütter ihr Konzept entwickelt haben

Als die Frage aufkam, ob sie sich vorstellen könnte, sich ehrenamtlich zu engagieren und als Verkehrshelferin zu arbeiten, habe sie sofort zugesagt. Seitdem steht sie alle zwei Wochen an der Kreuzung zwischen Schlösslstraße und Westerndorfer Straße. „Da gibt es große Probleme“, sagt sie.

Bei Gelb geben viele noch mal Gas

So würde es immer wieder vorkommen, dass die Autofahrer, die von der Schlösslstraße kommen, über die rote Ampel fahren. Das Problem: Im gleichen Moment springt die Fußgängerampel auf Grün. Gerade für Grundschüler, die die Straße überqueren wollen, eine gefährliche Situation. „Bei jeder roten Ampelphase fährt mindestens einer noch drüber, meistens zwei“, sagt Bärbel Thum, die die Situation so nicht hinnehmen will.

Gespräche mit der Polizei

Oberbürgermeister Andreas März sei bereits vor Ort gewesen, zudem habe es Gespräche mit der Polizei gegeben.

Lesen Sie auch: Die Schutzengel in Gelb: Die Rosenheimer Verkehrshelfer kennen die gefährlichen Schulwege (Plus-Artikel OVB-Online)

Jetzt hat sich Thum sogar an das Staatliche Straßenbauamt gewendet und darum gebeten, die Ampelschaltung so zu verändern, dass die Fußgängerampel erst einige Sekunden später auf Grün schaltet. Ob und wie erfolgreich sie mit dieser Forderung ist, bleibt abzuwarten.

Weitere Ehrenamtliche gesucht

Dass sie sich während ihrer Arbeit immer wieder in gefährliche Situationen begibt, scheint sie nicht zu stören. „Ich mache es wegen den Kindern“, sagt sie und richtet sich mit einen Aufruf an die Bürger: „Wenn es in der Stadt oder im Landkreis Senioren gibt, die sich fit fühlen, können sie Schulweghelfer werden.“

Tipps von Polizeihauptkommissar Robert Maurer für den ersten Schultag:

• Gegenseitig Rücksicht nehmen und auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer aufpassen.

• Nicht jeder muss sein Schulkind direkt vor das „Klassenzimmer“ fahren. Morgens kommt es gelegentlich zu Verkehrsproblemen direkt an den Straßen rund um die Schulen. Aus diesem Grund macht es Sinn, in der Nähe der Schule einen Parkplatz zu suchen und das Kind zu Fuß zur Schule zu begleiten.

• Die Verkehrsteilnehmer sollen in der Nähe der Schulwege aufmerksam sein und auf Gefahren achten.

• Bushaltestellen sollten frei gehalten und nicht zugeparkt werden. Bei verwendetem Blinklicht des Busses gilt beim Vorbeifahren Schrittgeschwindigkeit.

• Alle Eltern sollten bei der Beförderung ihrer Kinder zur Schule die gesetzlichen Vorgaben beachten (Kindersitz) und beim Ein-/Aussteigen darauf achten, dass die Kinder nicht zur Straßenseite hin aussteigen.

Mehr zum Thema

Kommentare