Kinder dürfen wieder mit leichtem Schnupfen in die Rosenheimer Kitas

Mindestabstand in den Kitas? Nicht erforderlich, so der Rahmenhygieneplan des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.
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Mindestabstand in den Kitas? Nicht erforderlich, so der Rahmenhygieneplan des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.
  • vonAnna Hausmann
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Ein wenig Normalität kehrt am Dienstag in die Kitas zurück, auch in Rosenheim: Ab September dürfen Kinder mit leichtem Schnupfen, aber ohne Fieber und starken Husten wieder in die Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege. Das sieht der neue Hygieneplan von Familienministerin Carolina Trautner vor.

Rosenheim –  Doch ab wann muss das kranke Kind nach Hause? Hier wird es zur Aufgabe für die Kitas und deren Erzieher, den Gesundheitszustands des Kindes im Auge zu behalten und das eine vom anderen zu unterscheiden. „Die Pädagogen vor Ort haben allerdings keine medizinische Ausbildung“, sagt Sandra Reich, Abteilungsleiterin Kita von der Arbeiterwohlfahrt Rosenheim. In und um Rosenheim ist die AWO mit Kindergärten, -krippen und -horten vertreten. „Ich stelle es mir schwierig vor, diese Thematik mit den Eltern zu diskutieren.“ Die Erzieher müssten sich auf die Eltern verlassen können. „Man weiß leider nie, ob sie vielleicht ihrem Kind ein Mittel gegen Fieber geben und trotzdem in die Kita bringen.“ Deshalb seien die Erzieher auf eine gute Kommunikation mit den Vätern und Müttern angewiesen.

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Pädagogen müssen verstärkt Acht geben

Im Kindergarten müssen die Kinder keinen Abstand zu einander halten. Für die Betreuer untereinander und Eltern selbst gelten die Abstandsregeln allerdings weiterhin. „Sobald die Eltern die Kitas betreten, müssen sie eine Maske tragen“, erklärt Reich. Den Hygieneplan findet sie sinnvoll. Aber: „Von der Regierung haben wir uns oft alleingelassen gefühlt.“ Die Pläne hätten sie oft kurzfristig erhalten. „Auch jetzt waren viele Einrichtungen im Urlaub und müssen sich nun völlig neu einstellen.“ Auch die Eltern bräuchten die Informationen rund um den Hygieneplan. Nicht alle seien medial vernetzt, weiß Reich. Mit einem Elternbrief hätte sie bereits die Erziehungsberechtigen in Kenntnis gesetzt.

Kommunikation mit den Eltern ist wichtig

Für die Kitas bedeutet der neue Hygieneplan nun vor allem eins: Zurück zum Regelbetrieb – so auch bei den Einrichtungen des Katholischen Kitaverbunds. Verwaltungsleiterin Sabine Schmitt erklärt: Im eingeschränkten Betrieb durften sich die Kinder nur in festen Gruppen aufhalten. Keinen Kontakt zu Kindern einer anderen Gruppe, auch nicht im Garten. „Das war natürlich schade für die Kinder, ging aber nicht anders.“ Sie habe Verständnis für die Eltern, die in die Arbeit gehen müssen, ihre Kinder nicht einfach daheim lassen können. „Aber wir müssen miteinander reden und achtsam bleiben. Nur so können wir den Corona-Weg gemeinsam gehen.“ Erst vergangenes Wochenende überschritten die Corona-Fallzahlen den Grenzwert von 50 Fällen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Schmitt betrachtet die Entwicklung mit Sorge: „Wir müssen abwarten, was auf uns in den Einrichtungen zukommt.“ Im Zuge der gestiegenen Inzidenzfälle rief die Stadt Rosenheim zugleich neue Corona-Beschränkungen aus. So dürfen nur noch Gruppen bis fünf Menschen unterwegs sein.

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Bei steigenden Zahlen wird die Betreuung in Kitas eingeschränkt

Das Gesundheitsamt gibt vorerst Entwarnung: „Die aktuellen Beschränkungen betreffen nicht die Kitas, sondern den öffentlichen Raum.“ Weitergehende Beschränkungen für Kitas seien derzeit nicht erforderlich. Doch je höher die regionalen Infektionszahlen sei, desto sensibler werde auf Anzeichen von Schnupfen reagiert. „Ist in einer Region das Infektionsgeschehen hoch, kann auch die Betreuung in Kitas eingeschränkt werden“, heißt es von Seiten des Gesundheitsamts weiter. Das Gesundheitsamt werde bei einem Anstieg der Fälle in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und der Kommune passende regionale Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung treffen.

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