Mit diesen Gebrauchtwaren handelt Bernhard Schmitter im Lieblingsladen eines Rosenheim-Cops

Ein eingespieltes Team: Bernhard Schmitter und seine Tochter Caroline Furtner.
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Ein eingespieltes Team: Bernhard Schmitter und seine Tochter Caroline Furtner.
  • vonKilian Schroeder
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In dem Geschäft von Bernhard Schmitter in der Färberstraße 8 stapeln sich Schraubenschlüssel, Sägen und allerhand Maschinen. Im Laufe der vergangenen 50 Jahre exportierte er schon nach Australien, Südamerika oder Kroatien – und wurde zum Lieblingsladen eines „Rosenheim Cop“.

Rosenheim – „Es war ein weiter Weg“, sagt Bernhard Schmitter. Der 78-jährige führt das Geschäft seit 1969, seit 30 Jahren zusammen mit seiner Tochter Caroline Furtner. Angefangen hat der gelernte Schlosser wie die anderen Läden, mit neuen Werkzeugen und Maschinen – er war schon immer in der Färberstraße, wenn auch mal in einem anderen Haus. „In den Achtzigerjahren bin ich dann auf gebrauchte Werkzeuge umgestiegen. Ich wusste aber nicht, ob ich den Menschen dieses Geschäft nahebringen kann“, sagt Schmitter.

Stammkunden aus aller Welt

Inzwischen weiß er es. Die Nische, in die Schmitter gestoßen ist, kommt bei seinen Kunden gut an. Der 78-jährige kann auf Stammkunden aus aller Welt zählen. Er hat bereits eine Schule in Südamerika mit ausgestattet, nach Australien geliefert oder mit einer Reederei in Kroatien gehandelt. Die Kunden kommen teilweise in der vierten Generation in die Färberstraße. Manche bestellen schon bestimmte Werkzeuge oder Maschinen vor.

Tochter Caroline ist mit dem Laden aufgewachsen

Seine Tochter Caroline Furtner ist mit dem Laden aufgewachsen. „Es macht mir Spaß hier“, sagt sie. „Ich mag den Umgang mit den Menschen, wir haben viele zufriedene Kunden.“ Für sie war schon lange klar, dass sie später das Geschäft mit ihrem Vater führen wird.

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Wenn einmal größere Transporte oder Reparaturen anstehen, bekommen die beiden auch Unterstützung von verschiedenen Helfern. Der Verkauf läuft heutzutage nicht mehr nur über die Theke. „Wir bieten auch Sachen über E-Bay an. Besonders bei großen Mengen an Werkzeugen dauert der Verkauf sonst zu lange“, sagt Furtner.

Bestand aus verschiedenen Quellen

Den Bestand bekommen sie aus verschiedenen Quellen: Manchmal verkaufen Privatpersonen etwas, manchmal übernehmen sie Werkzeuge aus Werkstattauflösungen. Teilweise ist die Ware auch schon älter. Stolz zeigt Schmitter eine Sammlung von Schraubenziehern aus den 1930ern – die, wie er selbst sagt, „wie neu sind“.

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Wenn er Werkzeuge übernimmt, kommt es nicht selten auf Verhandlungsgeschick und gute Recherche an. Aber sein System scheint zu funktionieren. Wenn man in Schmitters Laden steht, sieht man in jeder Ecke alle möglichen Werkzeuge und Maschinen. Er und seine Tochter verkaufen über zwei Etagen. Auf die Frage, was sie eigentlich nicht zu verkaufen haben, sagt Schmitter: „Eigentlich haben wir alles.“

Nachhaltigkeit steht im Vordergrund

Dabei ist ihm besonders der Gedanke der Nachhaltigkeit wichtig. „Ich finde es schade um gute Maschinen“, sagt Schmitter. „Und inzwischen setzen auch die Kunden darauf. Mit gebrauchten Werkzeug handelt sonst niemand.“ Auch Reparaturen macht Schmitter mit seiner Tochter. „Das Wissen dafür muss man sich erarbeiten. Das kommt mit der Erfahrung“, sagt der 78-jährige. Er möchte gebrauchte Werkzeuge in guter Qualität anbieten.

Ein ganz besonderer Kunde

Schmitter hat durchaus illustre Kundschaft. Neben den internationalen Geschäftspartnern hat er schon Bestände der Ludwigs-Maximilians-Universität übernommen. Ein besonderer Kunde ist der Schauspieler Dieter Fischer, besser bekannt als „Rosenheim-Cop“ Kommissar Anton Stadler. Er selbst hat den Laden in einem Interview mit unserer Zeitung einmal zu seinem „Lieblingsgeschäft in Rosenheim“ gekürt. Das Interview hat Schmitter in seinem Geschäft aufbewahrt. Tatsächlich komme der Schauspieler – der gerne an Oldtimern schraube – immer wieder vorbei, sagt Schmitter.

Ein Familienunternehmen der besonderen Art

Im Gegensatz zu den großen Baumärkten ist Bernhard Schmitters Fachhandel für Werkzeug ein echtes Familienunternehmen. „Ich glaube die Leute schätzen das“, sagt Furtner. Geöffnet hat das Geschäft Werktags von acht bis 18 Uhr. Sie haben zunehmend auch junge Kunden, die ebenfalls auf Nachhaltigkeit setzten. Bei den vielen Werkzeugen und Maschinen in Schmitters Laden kann man sich gut vorstellen, dass sie fündig werden.

Das Reich von Berhard Schmitter: In seinem Laden in der Färberstraße verkauft der 78-Jährige gebrauchte Werkzeuge. Unter anderem besitzt er eine Sammlung von Schraubenziehern aus den 1930ern.

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