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Landschaftsschutz und Naherholung

Mehr Platz für Fußgänger und mehr Parkplätze? Kritik am Verkehrskonzept für den Happinger Ausee

Besonders um den Kiosk wird es gerne voll.
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Besonders um den Kiosk wird es gerne voll. 
  • Thomas Stöppler
    VonThomas Stöppler
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Das Verkehrskonzept für die Happinger Seen sieht mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer vor - gleichzeitig soll es mehr Parkplätze geben. Die Reaktionen sind eher negativ - auch wegen des Themas Bus-Anbindung.

Rosenheim – Es wird wieder voll. Jedenfalls ist angesichts des guten Wetters davon auszugehen, dass Familien, Jugendliche, Senioren und Wassersportler an diesem Wochenende den Happinger Ausee bevölkern. Nicht erst, aber vor allem in den letzten Wochen gab es diverse Verstöße. Noch im Juni ahndete die Polizei teilweise an nur einem Wochenende über 100. Bei einem nicht geringen Teil davon ging es um ordnungswidriges Parken.

Ein zwei Jahre alter Antrag

Mag sich auch die Problematik zugespitzt haben, neu ist sie nicht. Das neue Verkehrskonzept geht zurück auf einen Antrag der Grünen Fraktion im Rosenheimer Stadtrat vom Herbst 2020: „Vorrangiges Ziel des Verkehrskonzeptes soll die Entlastung des Landschaftsschutzgebietes Innauen Süd vom motorisierten Individualverkehr sein“, hieß es damals in dem von ÖDP-Stadtrat Horst Halser unterstützten Antrag. Auch sollte Parkraum geschaffen werden und ein „durchgängiges Radwegenetz aus den städtischen Siedlungsgebieten soll die Erreichbarkeit der Seen mit dem Fahrrad“ attraktiv machen.

Dem ist die Stadtverwaltung nun nachgekommen. Das neue Verkehrskonzept beinhaltet umfangreiche Änderungen der bestehenden Lage. Zum einen soll es mehr Parkplätze geben. Südlich der Innstraße, direkt am Happinger See und einer am Floriansee an der Moosbacherstraße. Die gibt es freilich nicht umsonst: Bereits seit vergangenem Juli müssen Auto-Fahrer in den Sommermonaten pro Tag moderate zwei Euro da lassen. Die erste Stunde ist gebührenfrei.

Die Pläne des neuen Verkehrskonzeptes im Detail: Nur eine PKW Zufahrtsstraße und mehr Parkraum.

Auch sonst soll in puncto Auto-Verkehr einiges passieren. Als Anbindung für Floriansee und Happinger-Au-See sollen künftig nur noch die Happinger-Au-Straße und – je nach Entwicklung des Themas Bahnübergänge – die Innaustraße oder der Straßenzug Seestraße/Innaustraße zur Verfügung stehen. Dazu soll die Happinger-Au-Straße ausgebaut und um einem Geh- und Radweg erweitert werden.

Die Bahn plant neue Übergänge

Der Zugang zum Happinger See soll weiterhin über die Seestraße gewährleistet sein. Auch hier soll es einen Gehweg geben – vorausgesetzt, dass die Deutsche Bahn mitspielt. Denn die Seestraße kreuzt die Gleise der Strecke Raubling-Rosenheim und der Bahnübergang wird neu geplant.

Schluss mit Autos ist dafür auf der Moosbachstraße und der Eichfeldstraße – jedenfalls teilweise. Weitere Teile werden nun Fahrradstraßen, auf denen nur Anlieger mit ihren Autos fahren dürfen.

„Das finde ich auch gut“, erklärt Grünen-Stadtrat Franz Opperer. Und auch die bereits beschlossenen Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Innaustraße, Moßbacher, Kastenauer und Eichfeldstraße begrüßt er. Aber es gebe noch einiges an Verbesserungsbedarf. „Die Happinger-Au-Straße wird den Verkehr anziehen“, erklärt er und das widerspreche der eigentlichen Idee: Nämlich die hohe Frequenz im Verkehr so zu organisieren, dass „eine besonderswertvolle Landschaft geschützt wird.“ Die zwei nördlichen der drei Seen, Floriansee und Happinger Ausee, liegen im Landschaftsschutzgebiet „Innenauen-Süd“. In diesem Gebiet sind auch ein Reiterhof und ein Golfklub, die viele Besucher anziehen.

ÖPNV Anbindung bleibt ungeklärt

Dass es nun mehr statt weniger Parkplätze gibt, stößt nicht auf Opperers Gegenliebe: „Es müsste weniger und teurere Parkplätze geben, damit mehr Menschen das Auto stehen lassen“, erklärt er.

Am Ärgerlichsten findet er aber die Situation um den ÖPNV: Oliver Kirchner, Geschäftsführer der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft, hatte einen Plan für einen Bäderbus vorgelegt. Der funktioniert aber nur, wenn durch die Moßbacher Straße gefahren werden kann. Und die soll nun für Autos gesperrt werden. Sprich: Es gibt keinen Bäderbus. „Da gibt es noch viel Nachbesserungsbedarf“, sagt Opperer.

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