Rosenheimerin Maya Pospischil ist bei Videoapp TikTok ein Star: Was steckt dahinter?

Maya Pospischil hat auf der chinesischen Videoplattform TikTok 49500 Follower. Im Schnitt dreht die 17-Jährige zwei bis drei Videos pro Woche.
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Maya Pospischil hat auf der chinesischen Videoplattform TikTok 49500 Follower. Im Schnitt dreht die 17-Jährige zwei bis drei Videos pro Woche.
  • vonAlexandra Schöne
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Maya Pospischil ist erst 17 Jahre alt, aber in der virtuellen Welt schon jetzt ein kleiner Star. Auf dem Videoportal TikTok folgen ihr 49.500 Menschen. Über Trends, Hasskommentare und warum auch ihr Vater die App mag.

Rosenheim/Traunstein – Maya Pospischil (17) blickt in ihre Handykamera. Sie ist geschminkt, trägt falsche Wimpern und ein weißes Oberteil. Die langen Haare fallen ihr über die Schultern. Das Video ist mit einem Musiklied unterlegt. Maya Pospischil singt mit, ihre Stimme hört man aber nicht.

Sie bewegt nur die Lippen. Das Video auf der chinesischen Plattform TikTok hat 4729 Aufrufe. Auf ihrem Profil maya.nmi gibt es aber Videos, die mehr als 331.000 Aufrufe haben.

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Seit 2018 dreht sie regelmäßig Videos

Begonnen hat alles vor vier Jahren, als sich Maya Pospischil die Videoapp auf ihr iPhone geladen hat. Aber erst seit 2018 benutzt sie die Plattform regelmäßig, sagt die 17-Jährige, die in Rosenheim und Traunstein lebt. Zuerst sei es nur ein Zeitvertreib gewesen.

Sie gibt aber auch zu: „Ich wollte bekannt werden.“ Irgendwann lädt sie regelmäßig Videos hoch. Die Gymnasiastin hat ihr Profil öffentlich gemacht, sodass alle TikTok-Benutzer ihre Clips sehen können.

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Zwei bis drei Videos bei TikTok

Im Schnitt produziert sie zwei bis drei Videos pro Woche. Früher seien es mehr gewesen. „Seit ich mehr Stress in der Schule und zusätzlich einen Nebenjob habe, finde ich einfach nicht mehr so viel Zeit dafür.“

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Und Zeit braucht sie, um die Videos zu produzieren. Eine halbe Stunde für ein 15 bis 20 Sekunden langes Video. Auch, weil sie eine Perfektionistin ist. Bevor sie ein Video dreht – meistens abends – macht sie sich deshalb viele Gedanken.

Über ihre Schminke, ihr Outfit. Über das richtige Licht, Filter, und wie sie sich positioniert. „Es ist aufwendig“, sagt die Schülerin. Sie filmt sich mit ihrem Handy. Für TikTok habe sie sich extra ein Stativ für ihr Smartphone gekauft, um besser aufnehmen zu können.

99 Videos seit 2018

99 Videos hat sie schon auf der Plattform hochgeladen. Sie macht Aufnahmen mit Lippensynchronisation, zeigt ihren Einkauf oder wie sie sich den Sonnenaufgang mit einer Freundin ansieht. Oder sie rasiert ihrem Freund die Haare und färbt sich ihre eigenen.

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Ihre 49 500 Follower scheinen zu mögen, dass sie ihnen Einblicke in ihr Leben gewährt. 49 500, das mag nach viel klingen. Aber Maya Pospischil berichtet, dass es in ihrem Umfeld Leute mit noch mehr Anhängern gibt. Trotzdem sei sie stolz auf die Anzahl ihrer Follower, sagt sie und lächelt.

Sie hat sich eine Fangemeinde aufgebaut. Unterstützung bekomme sie auch von ihren Freunden und ihrer Familie. Hasskommentare erhalte sie keine. Nur wenn sie die Live-Funktion der App nutzt, gebe es manchmal Männer, die anzügliche Nachrichten senden. „Die blockiere ich sofort.“

Tänze zu Musikliedern und Freunde „pranken“

Diese negativen Erfahrungen prallen an Maya Pospischil ab. Sie freut sich mehr darüber, wenn sie mit ihren Followern in Kontakt treten kann oder sie neue Nutzer gewinnt. Das funktioniert gut, wenn man den aktuellen Trends auf TikTok folgt. Das sind zum Beispiel Tänze zu Musikliedern oder auch seinen Freunden Streiche zu spielen. Das steigert laut der 17-Jährigen die eigene Reichweite auf der App.

Rosenheimerin wertet TikTok aus

Wenn ein Video gut ankommt, könnten über Nacht 500 Follower dazu kommen. Genauso einfach könne sie aber auch Anhänger verlieren, sagt sie. Wenn sie zu Beispiel länger kein Video hochlädt. Dann mache sie sich Druck, gibt sie zu.

Überwachen und kontrollieren kann sie die Aktivitäten auf ihrem Profil mithilfe von Statistiken, die TikTok erstellt. Beim Gespräch in der Redaktion zeigt sie die Diagramme auf ihrem Handy. Video- und Profil-Aufrufe, Follower-Zahlen und Geschlecht der Nutzer sind zu sehen. All das filtert die App heraus.

87 Prozent ihrer Follower sind weiblich

87 Prozent ihrer Follower sind weiblich. Maya Pospischil schätzt das Alter der meisten auf 13 bis 15 Jahre. Das sei auch die Zielgruppe der App TikTok. Sehr junge Menschen seien von dem Portal fasziniert. Bei ihnen werde die App beliebter und wichtiger, glaubt die Schülerin. Viele Ältere würden hingegen sagen, dass sie TikTok zusätzlich zu Instagram und Co. nicht bräuchten. „Es interessiert sie einfach nicht.“

Ausnahmen gibt es trotzdem. Ihren Vater zum Beispiel. Der habe Gefallen an TikTok gefunden. „Wenn er abends auf der Couch liegt, schaut er die Videos auf seinem Handy durch. Das macht ihm Spaß“, sagt sie und lacht.

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