Bilanz der ersten Kontrollen

Maskenpflicht in der Rosenheimer Innenstadt: Am Busbahnhof Stollstraße geht’s noch rund

Mindestabstand: Fehlanzeige. Nur vereinzelt tragen die Bürger am Busbahnhof ihre Masken.
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Mindestabstand: Fehlanzeige. Nur vereinzelt tragen die Bürger am Busbahnhof ihre Masken.
  • Anna Hausmann
    vonAnna Hausmann
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Wo kein Mindestabstand gehalten werden kann, soll eigentlich auf öffentlichen Plätzen Maskenpflicht gelten. Am Busbahnhof Stollstraße tummeln sich aber die Menschen ohne Mund-Nase-Bedeckung. Ansonsten wird die Maske in der Fußgängerzone getragen. Bei Kontrollen gibt es nur vereinzelt Ausreißer.

Rosenheim – Die Infektionszahlen schnellen bundesweit in die Höhe, viele Städte reagieren mit einer Maskenpflicht in den Fußgängerzonen, so auch Rosenheim. Die Resonanz der Bürger auf die verschärften Coronaregeln in der Innenstadt ist laut Stadt und Polizei weitestgehend positiv. Doch nach wie vor tummeln sich am Busbahnhof Stollstraße die Menschen ohne Maske. Von einer Mund-Nase-Bedeckung ist bei vielen keine Spur – obwohl sie auf öffentlichen Plätzen, wo der Mindestabstand nicht gehalten werden kann, eigentlich verpflichtend sein müsste.

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Gedränge nach Schulschluss

Freitag, 13 Uhr: Schulschluss. Dicht an dicht stehen die Kinder am Busbahnhof. Manche tragen eine Mund-Nase-Bedeckung, bei anderen baumelt sie von den Ohren. Welche Regeln hier nun gelten, scheint den Wartenden nicht ganz klar zu sein. Ein Mädchen fragt etwa seine Freundin: „Maske auf oder ab?“ „Ab, glaube ich“, meint diese.

Eigentlich gilt am Busbahnhof Maskenpflicht

Mit Verwirrung rund um die Maskenpflicht an den Busbahnhöfen lässt die Stadt auch die OVB-Heimatzeitungen zurück. Laut der siebten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gilt aktuell eine Maskenpflicht im öffentlichen Personennah- und -fernverkehr und den hierzu gehörenden Einrichtungen, also auch an den Busbahnhöfen. Währenddessen denkt die Stadt darüber nach, dort überhaupt eine Maskenpflicht einzuführen. „Die Stadt prüft derzeit noch die rechtlichen Voraussetzungen, um auch in diesem Bereich eine Maskenpflicht anzuordnen“, erklärt Pressesprecher Christian Schwalm.

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Schilder in den Fußgängerzonen erinnern an Regeln

Ein paar Meter vom Busbahnhof entfernt sind inzwischen Schilder angebracht: „Hier gilt Maskenpflicht.“ Gemeint ist die Fußgängerzone, also der Max-Josef-Platz sowie seine Seitenarme bis zur Stoll- und Nikolaistraße. Auch am Ludwigsplatz und Salzstadl heißt es: Maske auf. Ausgenommen ist der Salinplatz als Privatfläche.

Streifen in der Innenstadt unterwegs

Derzeit sind Polizei und der städtische Ordnungsdienst im Rahmen des üblichen Streifendienstes in der Innenstadt präsent und überwachen in diesem Zusammenhang die Einhaltung der Maskenpflicht. Sie werde von den meisten Bürgern beachtet, auch das Verständnis für die Maßnahme sei bei den meisten Bürgern hoch, fasst Schwalm zusammen. „Am Donnerstagnachmittag waren nur noch einzelne Passanten ohne Maske in den Fußgängerzonen zu sehen.“ Eine mündliche Verwarnung habe bisher ausgereicht.

Das städtische Ordnungsamt und die Polizei kontrollieren die Passanten.

Freistaat ist Regel-Sündern auf der Spur

Nun möchte der Freistaat Bayern härter gegen Regel-Sünder bei den geltenden Corona-Maßnahmen vorgehen. Am Freitag waren deshalb seit 7 Uhr verstärkt Kontrollen der bayerischen Polize, an Orten mit hoher 7-Tage-Inzidenz, (Zahl der Infizierten binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner) – etwa in U-Bahnhöfen in München oder Nürnberg. Auch die Polizeiinspektion Rosenheim kontrollierte den ÖPNV, wie Sprecher Martin Emig mitteilte. „Wir haben aber grundsätzlich verstärkt ein Auge auf die Maskenpflicht.“ Wie viele Beamten bei den Kontrollen in der Innenstadt im Einsatz seien, wollte er nicht sagen.

Polizei sucht Gespräch mit den Passanten

Die Streifenpolizisten sprächen die Menschen an, die ohne Maske unterwegs seien oder deren Mund-Nase-Bedeckung nicht richtig säßen. „Als die Maskenpflicht in der Fußgängerzone kam, war das vielen Passanten noch nicht so bewusst.“ Die Hinweisschilder der Stadt zeigten mittlerweile ihre Wirkung. Die Polizei suche das Gespräch, nach einem freundlichen Hinweis setzten die meisten ihre Maske wieder auf, so Emig. Sonst gebe es ein Verwarngeld von 55 Euro, bei härterem Widerstand drohe eine Anzeige.

Rosenheimer AfD kritisiert Maskenpflicht in der Stadt

Der AfD ist die Maskenpflicht in Rosenheim ein Dorn im Auge. Die Rosenheimer AfD-Politiker Stadtrat Andreas Kohlberger sowie Landtagsabgeordneter Andreas Winhart kritisieren die Entscheidung der Stadt, bestimmte öffentliche Plätze mit der Maskenpflicht zu belegen und „dafür 150 Euro Bußgeld bei Nichteinhaltung zu kassieren“. „Gerade jetzt, wo ein neuer Lockdown von der Bayerischen Staatsregierung herbeigetestet wird, bedrohen derartige Maßnahmen die wirtschaftliche Zukunft der zahlreichen Einzelhändler in der Rosenheimer Innenstadt.“

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