Straßenumfrage

Mantelsonntag trotz steigender Corona-Zahlen: Das halten die Rosenheimer von der Entscheidung

Menschen drängen sich am 27.12.2015, dem verkaufsoffenen Sonntag, durch die Stadtgalerie in Hameln (Niedersachsen). (zu dpa „Handelsverband fordert mehr Flexibilität bei Sonntagsöffnungen“ vom 28.11.2017) Foto: Peter Steffen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Der verkaufsoffene Sonntag am 25. Oktober in Rosenheim sorgt nicht nur im Stadtrat für Diskussionen.

In Rosenheim soll es am 25. Oktober einen verkaufsoffenen Sonntag geben. Stark angestiegener Corona-Infektionszahlen zum Trotz. Bei einer Umfrage in der Innenstadt sind die Meinungen dazu gespalten.

Umfrage von Kilian Schröder

Rosenheim – Während rund um die Stadt Rosenheim zahlreiche Märkte und Veranstaltungen aufgrund der explodierenden Corona-Infektionszahlen abgesagt worden sind, hält die Stadt Rosenheim ab Mantelsonntag mit dem Simon- und Judäimarkt fest.

Von 9 bis 18 Uhr können hier Besucher durch die Marktstraßen in der Innenstadt bummeln oder in Geschäften einkaufen, die ebenfalls von 12 bis 17 Uhr öffnen dürfen. Dass der Mantelsonntag nicht abgesagt wird, hat dabei nicht nur im Stadtrat für Diskussion gesorgt, sondern auch viele Bürger verwundert, wie eine Umfrage der OVB-Heimatzeitungen in Rosenheim zeigt.

Alwin Wagner (18), Schüler aus Tuntenhausen: „Es ist ein falsches Signal, bei der derzeitigen Corona-Situation am Sonntag Geschäfte aufzumachen. Die Infektionen steigen, gerade Rosenheim könnte sich zu einem neuen Hotspot entwickeln. Es wäre sehr problematisch, wenn das dann auf den Mantelsonntag zurückgeführt werden könnte. Es reicht auch wenn die Geschäfte fünf oder sechs Tage die Woche offen haben. Ich werde nicht hingehen.“
Cornelia Schwab (62), Krankenschwester aus Rosenheim: „Ich finde das nicht richtig. Derzeit sollte man Abstand halten. Beim Mantelsonntag sind schon mehr Leute in der Stadt als sonst. Viele andere Feste und Märkte werden abgesagt. Unter den derzeitigen Auflagen ist das auch nicht schön, man kann sich ja auch nicht zusammen zum Kaffee setzen. Und natürlich hat man auch Sorge wegen der steigenden Corona-Infektionen. Ich brauche das zurzeit nicht.“
Katharina Kiener (35), Bäckereifachverkäuferin aus Schechen: „Das ist eine schwierige Frage, aber ich denke, dass es für die Geschäfte schon gut ist. Die Leute wollen natürlich raus und die Läden brauchen den Umsatz. Es fällt so viel aus, ganz viele Märkte und Festivitäten. Ob es jetzt dringend der Sonntag sein muss weiß ich nicht, für mich ist das eher ein Familientag. Ich kann aber schon verstehen, dass der Mantelsonntag für die Geschäfte wichtig ist.“
Rainer Pliske (77), Pensionist aus Rosenheim: „Ich finde es nicht richtig, dass jetzt in der Stadt Rosenheim am Wochenende der Mantelsonntag ist. Rosenheim ist ja alles andere als frei von Corona und bei so einem Anlass häufen sich schon viele Menschen in der Stadt. Die Geschäfte haben ja unter der Woche offen, ich denke nicht, dass der Mantelsonntag da etwas rausreißt. Ich würde zurzeit auch nicht hingehen.“

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Juliane Werner (25), Mitarbeiterin im Marketing aus Rosenheim: „Ich halte den Mantelsonntag jetzt für keine gute Idee. Man sieht ja, dass jetzt schon in der Stadt kein Abstand eingehalten wird und niemand eine Maske trägt. Da bekommt man Angst und das Shoppen macht auch keinen Spaß. Ich denke, dass der Mantelsonntag jetzt unnötig ist, lieber sollte es in einem anderen Jahr mehr verkaufsoffene Sonntage geben. Ich will nicht hingehen.“

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Kai Schäfer (30), Student aus Rosenheim: „Ich denke, der Mantelsonntag am Sonntag in Rosenheim ist in Ordnung, wenn sich alles auf die ganze Stadt verteilt. Wenn es nicht auf einen Ort konzentriert ist, denke ich, kann das funktionieren. Gerade hat ja jeder zu kämpfen und die Geschäfte brauchen ihre Einnahmen. Und für die Bürger ist es eine gute Gelegenheit, die Stadt Rosenheim kennenzulernen.“

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