WER HEIRATET WEN IN ROSENHEIM?

Männer gehen gern binationale Ehe ein

Von geschlossenen 272 Ehen im Jahr 2017 waren in Rosenheim 57 Ehen mit jeweils einem ausländischen Partner. Das bedeutet einen leichten Anstieg, wie auch bayernweit. Grafik zds

Die Quote der Multi-Kulti-Ehen ist in Bayern (12,5 Prozent, Vorjahr 12,3) leicht angestiegen – auch in Rosenheim: Im Jahr 2017 hatten hier von 272 Hochzeitspaaren 57 (21 Prozent) jeweils einen deutschen und einen ausländischen Partner. 70,6 Prozent aller Heiraten waren rein deutsche Angelegenheiten, 8,5 Prozent rein ausländische.

Rosenheim – Regional bestehen allerdings große Unterschiede: In München, die nicht zuletzt wegen der Arbeitsmarktsituation viele Zuzügler aus dem (außer-)europäischen Ausland anzieht, ist mit 24,8 Prozent rund jede vierte Eheschließung eine deutsch-ausländische Sache.

In Rosenheim lag die Quote zuletzt bei 21 Prozent, das entspricht jeder 4,8. Heirat. Das Heiratsgeschehen in Zahlen: 2017 schlossen 272 Paare den Bund fürs Leben, 17 mehr als im Vorjahr. Darunter waren 57 deutsch-ausländische Hochzeitspaare (Vorjahr: 53). Dabei war in 34 Fällen die Frau Ausländerin, in weiteren 23 Fällen der Mann. Insgesamt 192 Mal trauten die Standesbeamten Paare, bei denen Mann und Frau einen deutschen Pass vorlegten (Vorjahr: 190), und bei weiteren 23 Brautpaaren hatten beide eine ausländische Staatsangehörigkeit (Vorjahr: zwölf). Vor allem deutsche Männer mögen die binationale Ehe. Zumindest heiraten bayernweit mehr Deutsche eine Ausländerin, als deutsche Frauen einen Ausländer: Am häufigsten treten deutsche Frauen mit türkisch-stämmigen Partnern vor den Standesbeamten, gefolgt von Österreichern. Die Männer ehelichten laut Statistik meistens Türkinnen, Österreicherinnen oder Polinnen, Ukrainerinnen und Asiatinnen sind bei Multikulti-Ehen auch häufig zu finden. Die standesamtliche Trauung wird bei Heirat auch verlangt, wo beide Partner ausländische Staatsbürger sind: Bei 23 (8,5 Prozent) der Eheschließungen in Rosenheim war dies 2017 der Fall.

Dreimal Servus sagen gilt nicht

Da in vielen Hochzeiten bekanntlich ein Grund für viele Scheidungen zu suchen ist, ist hier und EU-weit auch dafür vorgesorgt. Dann greift ROM III; die Verordnung regelt seit 2012, welches Recht im Falle einer Ehescheidung „in Fällen mit Auslandsbezug“ angewendet wird. Heißt: Wer in Deutschland lebt, wird bei Bedarf nach deutschem Recht (mit allen finanziellen Konsequenzen) geschieden – dreimal servus sagen oder was es sonst weltweit für Bräuche gibt, geht also nicht. zds.

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