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STÄDTISCHE GALERIE ROSENHEIM HAT EIN NEUES PROGRAMM SPEZIELL FÜR FAMILIEN

Mit „Lolakl“ auf Entdeckungstour

Das „Lolakl“ alias Karola Kellner in Aktion. re

Seit Kurzem treibt sich ein seltsames Wesen in der Städtischen Galerie Rosenheim herum: Das „Lolakl“, geschlechts- und alterslos und nach eigener Beschreibung ein „Weltenspringer“. Seine Aufgabe: Familien bei ihrer gemeinsamen Entdeckungstour durch die Ausstellungsräume begleiten.

Rosenheim – Was selbstverständlich klingt, findet sich in der Welt der Museen und Galerien immer noch selten: Programme, die die ganze Familie ansprechen. „In der Regel richten sich die Angebote entweder an Erwachsene oder an Kinder“, weiß Monika Hauser-Mair. Mit dem „Lolakl“ soll sich das nun in der Städtischen Galerie Rosenheim ändern.

Hinter dieser Kunstfigur steht Karola Kellner. Die 46-jährige Sozialpädagogin absolviert derzeit eine Zusatzausbildung als Kunstpädagogin. Diese umfasst die Planung und Realisierung von zwei Praxisprojekten. Eines davon ist der „Lolakl“.

„Die Eltern arbeiten, die Kinder gehen in die Schule. Heutzutage bleibt den Familien nur noch sehr wenig Zeit für gemeinsame Unternehmungen“, weiß Karola Kellner. Diese Erfahrung teilt Monika Hauser-Mair: „Oft fungieren die Eltern nur noch als Chauffeur.“ Auch sie war darum von der Idee, ein Angebot speziell für Familien einzuführen, sofort begeistert.

Die aktuelle Ausstellung „Die Nacht im Bilderbuch“ eignet sich nach Meinung der beiden Frauen gut, um die neue Figur ins museumspädagogische Programm der Galerie zu integrieren: „Mit Bilderbüchern lassen sich Kinder und Eltern am leichtesten erreichen.“

Die Veranstaltungen mit Karola Kellner sind keine Führungen im herkömmlichen Sinn, sondern viel mehr eine unterhaltsame Entdeckungstour durch die Galerie.

Emotionen, die ein Bild auslösen

Zu Beginn bekommt jede Familie vom „Lolakl“ eine Wundertüte überreicht. Darin befinden sich Zetteln mit verschiedenen Aufgaben, die gelöst werden können, aber nicht müssen. Die angehende Kunstpädagogin will den Familien so viel Freiraum lassen, wie nur möglich. „Ich gebe ihnen eine bestimmte Richtung vor. Aber wenn es sie dann ganz woanders hinzieht, ist das auch in Ordnung“.

Monika Hauser-Mair hält von reiner Wissensvermittlung bei Führungen grundsätzlich nicht viel. „Statt zu wissen, wer das Bild gemalt hat, wann und wie der Künstler gelebt hat und zu welcher Stilrichtung es gehört, sollte es doch gerade bei Kindern viel mehr darum gehen, welche Emotionen ein Bild bei ihnen auslöst“, meint sie.

Karola Kellner hat im Zuge ihrer Ausbildung schon an vielen museumspädagogischen Angeboten in Museen und Galerien teilgenommen. In vielen Fällen sei sie sehr enttäuscht gewesen: „Zu viel Information, zu wenig Freiraum. Auch mir wurde es da schon nach kurzer Zeit extrem langweilig.“

Die Rosenheimerin will es besser machen. Statt zu dozieren, setzt sie auf ein Miteinander. „Man darf mit den Besuchern nicht von oben herab sprechen, sondern immer auf Augenhöhe, vielleicht sogar noch etwas darunter“.

Auch Monika Hauser-Mair sieht darin genau den richtigen Weg, um schon die Kleinsten für Galerien zu begeistern. „Man muss auch kleine Wesen ernst nehmen“, betont sie. Grundsätzlich würden Kinder jeder Ausstellung offen gegenüberstehen. Die Vorurteile kämen von den Erwachsenen: „Ich höre immer wieder mal von einem Lehrer, dass er mit seiner Klasse nicht zu uns kommen kann, weil er selbst nichts von Kunst versteht und darum Angst hat, sich zu blamieren“. Diese unbegründete Angst vor der Kunst übertrage sich dann wiederum auf die nächste Generation.

Monika Hauser-Mair setzt darum auf ein museumspädagogisches Programm, dass sich an den Lebenswelten der Besucher orientiert.

Das „Lolakl“ soll der Städtischen Galerie Rosenheim auch nach der Bilderbuchausstellung erhalten bleiben. Monika Hauser-Mair ist sich sicher, dieses mystische Wesen kann zu jeder Form von zeitgenössischer Kunst eine Beziehung zu Familien herstellen.

Die nächste Entdeckungstour mit dem „Lolakl“ gibt es am Muttertag, 13. Mai, um 14 Uhr. Für die Mütter gibt es Kaffee und Kuchen. Anmeldung ist möglich unter 3 65 14 47.

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