Bankfachmann referiert bei Frauen-Union zu Wirtschaftskrise

Lippenstift und Krise

Happing - Auf Einladung der Frauen-Union Rosenheim Stadt referierte der ehemalige Volksbankdirektor und Dozent Dietmar Dambach über die Ursachen der Wirtschaftskrise, die Folgen der Bankenkrise und Wege aus der Krise. Dabei betonte er: "Angst ist der schlechteste Ratgeber." Trotz aller Verunsicherung in der Bevölkerung bestehe kein Grund für Katastrophenstimmung.

Nach derzeitigen Prognosen falle Deutschland zwar auf den Wirtschaftsstand von 2005 zurück, doch "auch 2005 sind wir nicht in Lumpen gegangen und haben nicht in Höhlen gewohnt". Dambach blickt nicht nur hinsichtlich der Bruttoinlandsproduktion (BIP) optimistisch in die Zukunft, er glaubt an eine ausgeglichene bereits im vierten Quartal 2009 und erwartet kontinuierliche Steigerungen ab 2010.

Als Indikator für die Abschwächung der Wirtschaftskrise nannte der Wirtschaftsexperte den "Lippenstift-Index": Nach den Terroranschlägen 2001 und dem einsetzenden Abschwung seien bis zu 30 Prozent mehr Lippenstifte verkauft worden als zuvor. Dieses Phänomen sei auch Anfang 2009 von der Kosmetikindustrie festgestellt worden: "Die Damen wollen auch dann gut aussehen, wenn sie sich keine neuen Kleider leisten können. Wenn der Lippenstiftkonsum wieder zurückgeht, dann ist auch die Krise vorbei." Ein weiteres Phänomen: Die Wirtschaftskrise kitte Ehen. Rund 30 Prozent der Scheidungsverfahren seien gestoppt, da sich die Parteien keine Scheidung mehr leisten könnten.

Als großes Plus für Deutschland sieht Dambach die anspringenden Konjunkturprogramme und den steigenden privaten Konsum. Bahnbrechende Innovationen wie Elektroautos, Plus-Energiehäuser und regenerative Energien würden künftig zusätzlich vor allem die deutsche Wirtschaft ankurbeln. Nicht zu verachten sei auch die Kaufkraft der über 60-Jährigen, deren "erquickend frisches Konsumverhalten" vor allem im Bereich Wellness, Gesundheit und Erholung die Kassen klingeln lassen werde. csi

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