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Bei der Geldübergabe wartet die Polizei

Liebesschwindel: Schöffengericht Rosenheim verhängt Haftstrafe gegen Geldboten

Die Liebeserklärungen des Unbekannten waren zu überschwänglich, das machte eine 46-jährige Frau aus dem Landkreis Traunstein misstrauisch. Zu Recht, wie sich herausstellte.
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Die Liebeserklärungen des Unbekannten waren zu überschwänglich, das machte eine 46-jährige Frau aus dem Landkreis Traunstein misstrauisch. Zu Recht, wie sich herausstellte.
  • VonTheo Auer
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Eine 46-jährige Frau aus dem Landkreis Traunstein stieß bei der Kontaktsuche im Internet auf einen niederländischen Architekten. Er versuchte sie mit überschwänglichen Liebeserklärungen einzufangen und wollte schließlich 50000 Euro. Die Frau ging ihm nicht auf dem Leim.

Traunstein/Rosenheim – Eine 46-jährige Frau aus dem Landkreis Traunstein fand im Internet einen interessanten Kontakt. Auf Instagram stellte sich ihr ein Architekt aus den Niederlanden vor, der angeblich auf Mauritius ein großes Bauwerk errichtete. Jedoch nach wenigen Kontakten erkannte die Frau, dass mit ihrem Chat-Partner etwas nicht stimmen könne. Das Abenteuer endete für den Mann vor dem Rosenheimer Schöffengericht mit einer Gefängnisstrafe.

Liebeserklärungen waren zu übertrieben

Zu überschwänglich kamen der Frau die Liebeserklärungen des bislang völlig Unbekannten vor. Im Zeugenstand erklärte sie, dass sie dessen Chatschreiben alsbald als „Fake“ erkannte. Sie ließ die verbalen Liebeserklärungen vor Gericht erklingen. Die hörten sich an, als werde ein englischer Text abgelesen.

Aus purer Neugierde habe sie den Kontakt weiter aufrecht erhalten und tatsächlich sei das eingetreten was sie längst erwartet hatte: Der angeblich niederländische Architekt, der so gar keinen holländischen Akzent aufwies, beklagte dass auf Mauritius seine Lagerhalle in Flammen aufgegangen sei, er die Wiederherstellung alleine finanziell nicht stemmen könne und mindestens 50 000 Euro benötige.

Schließlich die Frage, ob sie ihm ein solches Darlehen zur Verfügung stellen könne. Er legte ihr Fotos von einer Brandstelle und einem angeblich notariellen Darlehensvertrag vor.

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Im Gegenzug führte sie den „armen Architekten“ an der Nase herum. Berichtete von vergeblichen Überweisungsversuchen und bestand schließlich auf einer persönlichen Geldübergabe. Nach mehreren ebenfalls vergeblichen Kontaktversuchen kam man überein, dass am 22. September 2021 am Bahnhof in Rosenheim die Geldübergabe stattfinden solle. Als Erkennung sollte die Kleidung dienen, im Vorfeld wurden Fotos ausgetauscht.

Der Angeklagte, ein 28-jähriger Nigerianer, sprach die Frau an und übernahm das Päckchen, in dem sich die verlangten 50 000 Euro befinden sollten. Anstatt des die begehrte hohe Summe zu bekommen, klickten bei dem Mann die Handschellen.

Angeklagter gibt sich völlig unwissend

Die vorsitzende Richterin am Schöffengericht in Rosenheim, Melanie Bartschat, erklärte dem Angeklagten, der sich völlig harmlos und unwissend gab: „Wenn sie darauf hoffen hier mit einer Bewährungsstrafe davon zu kommen, dann setzt dies voraus, dass sie uns mit einem Geständnis und glaubhaften Informationen bedienen.“

Der Verteidiger, Rechtsanwalt Maximilian Hoh, beriet sich daraufhin mit seinem Mandanten. Der beharrte darauf, ohne jegliches Honorar, ja sogar ohne Ersatz für seinen Kostenaufwand, unwissend einen Gefallen getan haben zu wollen.

Diese Unbedarftheit wurde jedoch von den Chat-Texten, die er mit dem „Architekten“ ausgetauscht hatte, sehr in Frage gestellt. Deshalb war der Vertreter der Staatsanwaltschaft davon überzeugt, dass der Angeklagte sehr genau gewusst habe, zu welchem Zweck er in Rosenheim die geforderte Summe übernehmen sollte. Wegen des versuchten Betruges beantragte der Staatsanwalt, gegen den Angeklagten eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten zu verhängen. Bei dieser Strafhöhe komme eine Aussetzung zur Bewährung ohnehin nicht mehr in Betracht.

Der Verteidiger erklärte – wie von seinem Mandanten behauptet – es habe sich bei dessen Tätigkeit um eine unwissende Gefälligkeit gehandelt. Deshalb könne es keine Mittäterschaft sein. Er beantragte für seinen Mandanten Freispruch.

Da Gericht vermochte in dem Angeklagten kein „armes Opfer“ zu sehen. Aus mehreren Gründen hätte ein Unbeteiligter misstrauisch werden müssen. Das Angebot des Gerichtes bei einem umfassenden Geständnis eine Bewährungsstrafe zu bekommen, habe er ausgeschlagen. Das sei sein gutes Recht. Gutes Recht sei dann aber auch, dass er eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verbüßen müsse.