Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Leserforum

Lieber entnommene Bäume wieder setzen

In Rosenheim sollen 37 Bäume gepflanzt werden. Dafür müssen Parkplätze weichen.
+
In Rosenheim sollen 37 Bäume gepflanzt werden. Dafür müssen Parkplätze weichen.

Zum Bericht „Mehr Bäume, weniger Parkplätze“, erschienen im Lokalteil:

Nehmen wir nur einmal an, der Rosenheimer Stadtrat wäre der Überzeugung, die Innenstadt müsse beruhigt werden. Die vielen Kunden, vor allem die aus dem Landkreis, stören uns nur. Was könnte man tun? Der ÖPNV ist schon schlecht, da muss man nichts mehr tun. Die Radfahrer sind ebenfalls nicht nennenswert, weil die entweder an der Entfernung oder am Wetter scheitern. Da bleiben nur noch die Autofahrer – an die muss man ran!

Das Erste wäre sicher, man müsste die Zufahrt zur Stadt möglichst beschwerlich machen. Das ist schon einmal erledigt! Dann könnte man noch die Parkgebühren kräftig erhöhen. Auch erledigt! Nachdem das noch nicht ausreichend war, muss man noch die Parkplätze verringern.

Die erste Maßnahme 1000 Fahrradständer vornehmlich auf ehemaligen Autoabstellplätzen zu installieren war schon ganz erfolgreich. Jetzt gratuliere ich noch zur neuen, sachdienlichen Idee, 32 Parkplätze durch Baumpflanzungen zu ersetzen. Das wird in einer ohnehin sehr grünen Stadt in der, ich weiß nicht wie viel tausend Bäume stehen, keine ökologische Auswirkung haben. Darum geht’s ja auch nicht, es geht darum die Parkplätze und endlich die Kunden wegzuhaben. Besucher der Verwaltung in der Königstraße und des Lokschuppens werden verschont.

Diese beruhigte Innenstadt kann dann wunderbar bewohnt werden – aber selbstverständlich nicht von Autobesitzern! Daher wird den Bewohnern kein Stellplatz in den Parkhäusern mehr angeboten! Bereits erledigt! Anwohnerparkplätze werden durch Fahrradwege, Fahrradständer oder Bäume ersetzt. Bereits in Arbeit!

Ich gratuliere dem Stadtrat zu diesem stringent durchgeführten Projekt! Finanziert wird diese bereits laufende Maßnahme durch den Steuerzahler aus dem aus dem Fond „Belebung der Innenstädte“ – ja auch Bäume leben!

Gerhard Buluschek

Rosenheim

Der Stadtrat hat beschlossen, 37 Bäume innerhalb der nächsten vier Jahre zu pflanzen – für 500 000 Euro. Das Ganze wird dann auch noch unter den Gesichtspunkten Nachhaltigkeit und Klimawandel verkauft. Für das gleiche Geld könnten in Deutschland 50 000 Bäume beispielsweise über planet-tree gepflanzt werden – das wäre nachhaltig! Stattdessen wird der in Rosenheim eh schon geringe Verkehrsraum durch unsinnige Verbauungen zusätzlich verengt. Die dort gepflanzten Bäume werden dann jedes Jahr von der Stadtgärtnerei zurechtgestutzt und können ihre eigentliche Baumstruktur gar nicht entfalten. Als grüne Lunge werden diese Bäume sicher keinen guten Dienst leisten.

Besser wäre es, jetzt erst mal den bestehenden Verkehrsraum so zu gestalten, das alle Verkehrsteilnehmer ihren Bereich bekommen und das Radwegekonzept umgesetzt wird. Für Neupflanzungen von Bäumen ist in Rosenheim trotzdem noch genug Platz. Es müssten nur alle Bäume, die in den letzten Jahren im Stadtgebiet entnommen wurden, wieder ersetzt werden. Da sind auch Wohnbaugesellschaften und Eigentümer mit ihren Grünanlagen gefordert. Es wäre dann nur wünschenswert, dass Baumsorten gepflanzt werden, die in einigen Jahrzehnten stattliche Bäume sind. Da hatten uns die Stadtväter schon vor Generationen einiges Voraus.

Bernd Vierthaler

Rosenheim