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Die Vorsitzende des Fördervereins im Interview

„Leuchtturm der kulturellen Szene“ – Das sind die Zukunftsziele der Rosenheimer Stadtbibliothek

Ihnen liegt die Stadtbibliothek besonders am Herzen: (von links) Leiterin Susanne Delp, Eleonore Dambach, Vorsitzende des Fördervereins Stadtbibliothek, und Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März.
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Ihnen liegt die Stadtbibliothek besonders am Herzen: (von links) Leiterin Susanne Delp, Eleonore Dambach, Vorsitzende des Fördervereins Stadtbibliothek, und Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Rosenheim – Um die Unterstützung der Rosenheimer Stadtbibliothek auf eine breite Basis zu stellen, hat sich vor 25 Jahren der Förderverein Stadtbibliothek gegründet. Die Mitgliederanzahl hat sich dabei stetig auf heute rund 840 nach oben verändert. Gleichgeblieben ist seit der Gründung aber die Vorsitzende. Ein Gespräch mit Eleonore Dambach über die Gründung, finanzielle Mittel und die Ziele für die Zukunft.

Warum hat man sich vor 25 Jahren für die Gründung des Fördervereins entschieden? Und warum war für Sie klar, dass Sie Teil des Vereins werden?

Eleonore Dambach: Die Stadtbibliothek ist neu in die Räumlichkeiten am Salzstadel gezogen. Wunsch war laut des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Michael Stöcker, dass sich ein Förderverein bilden soll. Die Bürgerschaft sollte gewonnen werden, die Bibliothek tatkräftig zu unterstützen und zu fördern. Es war für mich überhaupt nicht klar, Teil des Vereins zu werden. Ich wurde gerade in den Stadtrat gewählt und Dr. Stöcker meinte: „Liebe Eleonore, du als selbständige Buchhändlerin bist doch geradezu prädestiniert so einem Verein vorzustehen und voranzubringen.“ Ich konnte mich diesem Werben natürlich nicht entziehen und so bin ich Gründungsvorsitzende geworden und seit dieser Zeit Vorsitzende geblieben.

Wie hat sich die Arbeit des Vereins über die Jahre verändert?

Dambach: Ich sage nur zwei Worte: Digitalisierung und Elektronik! Diese technischen Herausforderungen haben uns von Beginn an begleitet und dies wird auch künftig ein Schwerpunkt der Arbeit sein. Die Arbeit in der Stadtbibliothek sowohl im Frontoffice als auch im Backoffice ist ungemein durch die Digitalisierung geprägt. Die Nutzerwünsche haben sich verändert und vom gedruckten Buch über DVD, CD-Rom bis zum E-book und andere Medien hat sich die Stadtbibliothek mitentwickelt.

Wie viele Mitglieder hat der Verein und warum glauben Sie, sind so viele Menschen Teil des Vereins? Wie kann man Mitglied werden?

Dambach: Der Verein hat derzeit circa 840 Mitglieder. Das kulturelle Leben in unserer Stadt und im Landkreis ist ungemein vielfältig und die Stadtbibliothek ist ein bedeutender Teil dieser kulturellen Szene. Und so wurden viele Menschen in Stadt- und Landkreis auf die Stadtbibliothek aufmerksam und es ist für viele unserer Nutzer ein Anliegen, die Arbeit der Stadtbibliothek zu unterstützen. Mitglied kann jede natürliche und juristische Person werden. Jedes Mitglied hat in der Jahreshauptversammlung das Recht, Anträge zu stellen, Vorschläge zu unterbreiten, Veränderungen anzuregen, die Arbeit des Vorstandes konstruktiv und kritisch zu begleiten und es hat natürlich das Recht, den Vorstand und den Beirat zu wählen.

2000 hat man mit dem DVD-Verleih begonnen. Der Förderverein hat dafür 10000 D-Mark zur Verfügung gestellt? Woher kam das Geld? Und wie schafft man es, so viel Geld zu sammeln?

Dambach: Das Geld kam von den Mitgliedern selbst über deren Beiträge, von Spendern, Unterstützern aus der Wirtschaft und von den Bürgern. Wie man dies schafft? Nun, der oder die Vorsitzende müssen gut vernetzt sein, heute würde man sagen auch Influencer sein, hartnäckig sein bis leicht aufdringlich, mutig und nie enttäuscht, wenn es nicht klappt.

Was sind Ihre Aufgaben als Vorsitzende?

Dambach: Der Vorstand führt laut Vereinssatzung die Geschäfte des Vereins und verwaltet dessen Vermögen. Die Erste Vorsitzende führt den Vorsitz in den Organen des Vereins und leitet die laufenden Geschäfte des Vereins.

Ein Ziel des Fördervereins ist die „Förderung des lebenslangen Lernens“. Warum ist das so wichtig? Und was sind beispielsweise Dinge, die Sie persönlich nach wie vor noch lernen?

Dambach: Dies gilt nicht nur für junge Leute, die der Förderverein besonders fördert, sondern dies ist für uns alle bedeutsam. Wir sollen unsere Persönlichkeit ein Leben lang weiterentwickeln und dazu gibt es nur eines: Lesen und Lernen so lange wir leben. Und das erfüllt auch mich mit Freude, wenn ich meinen Wissenshorizont stets erweitern kann. Oder um mit Harald Lesch vom ZDF zu sprechen: „Bleiben Sie neugierig!“ Als Stadträtin hatte ich die vielfältigen Felder der Kommunalpolitik zu lernen. Und dies ging nur über Lesen, Fleiß, Wissensdurst, Recherche und das ganze nennen wir Lernen. Dies gilt für mich bis heute.

2009 hat der Verein den Umbau der Stadtbibliothek gefördert. Warum war das ein notwendiger und wichtiger Schritt?

Dambach: Ohne namhafte Unterstützung des Fördervereins mit der stolzen Summe von 100.000 Euro hätte die Erweiterung und der Umbau der Bibliothek, insbesondere im Erdgeschoss, damals nicht stattgefunden. Nur durch dieses bürgerschaftliche Engagement war es der Stadtkämmerei möglich, dieses Projekt mitzufinanzieren.

Der Fokus liegt auf der Leseförderung für Kinder und Jugendliche. Braucht es hier generell mehr Arbeit? Warum ist eine Förderung dieser Art so wichtig?

Dambach: Leseförderung für Kinder und Jugendliche ist das stete Bohren von ganz dicken Brettern. Es gibt vielfältige Literatur von Pädagogen und Psychologen, die die Leseförderung für Kinder und Jugendliche als grundlegende Basisarbeit für die Entwicklung junger Menschen sehen. Dieser Bereich zieht sich wie ein roter Faden durch 25 Jahre.

Was macht die Rosenheimer Stadtbibliothek so besonders?

Dambach: Sie ist ein Leuchtturm in der kulturellen Szene in Stadt und in der Region. Im Ranking deutscher Bibliotheken ist unsere Stadtbibliothek stets in der Spitzengruppe zu finden. Und dieser Spirit zeichnet das Team der Stadtbibliothek mit ihrer engagierten Leiterin Susanne Delp aus. Der Förderverein will da nicht nachstehen.

Welche Ziele gibt es für die kommenden Jahre?

Dambach: Wir wollen unter anderem Veränderungen in der Gesellschaft aufnehmen, aufspüren und umsetzen, technisch auf der Höhe sein und uns kreativ in die Platzgestaltung Am Salzstadel einbringen. Außerdem wollen wir die Wünsche und Trends der Leser aufnehmen und umsetzen und die Räumlichkeiten der Bibliothek kreativ weiterentwickeln.

Was begeistert Sie persönlich an Ihrer Arbeit?

Ich habe eine hohe Meinung über das Ehrenamt in unserer Gesellschaft. Und nicht nur das Reden, sondern auch Tun war und ist meine Lebensmaxime. Dies alles kann ich im Förderverein Stadtbibliothek zusammen mit meinen Vorstands- und Beiratskolleginnen vorzüglich umsetzen. Und die Erfolge unserer Stadtbibliothek, ihr Ansehen und ihre Akzeptanz erfüllen mich als ehemalige selbständige Buchhändlerin mit großer Genugtuung. Nicht unwesentlich hat dabei die gewaltige Fördersumme von über 700.000 Euro, die ich in den letzten 25 Jahren überreichen durfte, beigetragen.

Meilensteine der Vereinsgeschichte

  • 1997: Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Michael Stocker gründet sich am 13. Februar der Förderverein, der Eleonore Dambach als Vorsitzende wählt.
  • 1998: Die Bibliothek schafft einen CD-Rom- und Computer-Arbeitsplatz für Jugendliche.
  • 2000: Erstmals können in der Stadtbibliothek DVDs ausgeliehen werden. Zur Wahl stehen 200 Filme.
  • 2002: Die Mitgliederzahl knackt die 500er-Marke uns steht bei 668.
  • 2004: Für neue Bibliothekssoftware werden 28 000 Euro investiert.
  • 2005: Mittlerweile gehören 750 Mitglieder dem Verein an.
  • 2009: Der Förderverein unterstützt die Erweiterung und den Umbau im Erdgeschoss mit 100.000 Euro.
  • 2013: Die Stadtbibliothek steigt in die Ausleihe von E-Books ein.
  • 2017: Der Förderverein feiert sein 20-jähriges Bestehen.
  • 2018: Durch die automatisierte Rückbuchung kann die Bibliothek die Medienrückgabe rund um die Uhr anbieten.
  • 2022: Der Förderverein feiert 25-jähriges Bestehen und hat mittlerweile rund 840 Mitglieder.

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