KLOSTER ST. SEBASTIAN SOLL STUDENTENWOHNHEIM WERDEN

Lernen statt beten

Das ehemalige Kloster St. Sebastian bietet sich nach Meinung des Ordinariats als Studentenwohnheim an.  Ziegler
+
Das ehemalige Kloster St. Sebastian bietet sich nach Meinung des Ordinariats als Studentenwohnheim an. Ziegler

Studenten statt Kapuzinerbrüder, Lernen statt Beten: Das ehemalige Kloster St. Sebastian soll Wohnheim für Studierende werden. Dies teilte das Erzbischöfliche Ordinariat gestern auf Anfrage den OVB-Heimatzeitungen exklusiv mit.

Rosenheim – Voll Wehmut hatten die Rosenheimer vor einem Jahr Abschied von den letzten drei Kapuzinerbrüdern genommen. Über 400 Jahre lang waren sie in der Stadt als Beichtväter und Prediger ansässig gewesen. Bereits Ende 2016 hatten die Klarissen-Kapuzinnerinnen, die hier sogar in strenger Klausur lebten, das Kloster verlassen.

Seine Kirche ist auch nach dem Wegzug der letzten Ordensbrüder ein „durchbeteter Raum“ geblieben: Domkapitular Daniel Reichel, Pfarrer Andreas Maria Zach und Pfarrer Sebastian Heindl führten die wichtigsten Angebote der Klostergemeinschaft weiter: die Eucharistiefeier, die Beichte und dank etwa 100 engagierter Katholiken auch die Ewige Anbetung.

Doch in den Räumen des Klosters selber kehrte Stille ein. Und in der Stadt startete das Rätselraten darüber, was mit der Immobilie im Herzen von Rosenheim geschehen soll. Zu ihr gehören 1,5 Hektar Grund in bester Lage an der Loretowiese. Eigentümerin ist die Stiftung St. Sebastian, die unter der Stiftungsaufsicht des Erzbistums München und Freising steht und sich sozialen Zwecken verschrieben hat.

Die Kirche bleibt ein gottesdienstlicher Ort

Eine Abordnung des Erzbistums war in dieser Woche vor Ort, um über die weiteren Pläne zu beraten. Als Ergebnis kristallisierte sich eine Nutzung als Studentenwohnheim heraus, teilte der stellvertretende Pressesprecher des Erzbischöflichen Ordinariats, Dr. Christoph Kappes, mit. Die Baustruktur des Klosters mit den Zellen der Schwestern und Brüder sowie vielen Gemeinschaftsräumlichkeiten wie Speisesaal und Großküche biete sich dafür an. Außerdem sei bekannt, dass Studentenzimmer in Rosenheim fehlen würden.

Das angedachte Nutzungskonzept beinhalte auch interkulturelles Angebote: Im ehemaligen Kloster sollen auch Studierende aus dem Ausland eine Bleibe finden, so Kappes. Das Kirchengebäude bleibt nach seinen Angaben jedoch „ein gottesdienstlicher Ort“.

Bis die ersten Studenten einziehen können, wird es jedoch dauern. Denn die Idee müsse jetzt noch durch alle Gremien bei der Stiftung und im Erzbistum. Wenn die notwendigen Zustimmungen vorliegen würden, müssten konkrete Planungen für den Umbau entwickelt und auch die entsprechenden Mittel freigegeben werden. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, so das Ordinariat.

Kommentare