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„Lebzelterei Rosenheim“ soll Tradition des Kerzenfachhandels Ruedorffer fortsetzen

„Wir stehen schon in den Startlöchern und könnten innerhalb von 10 bis 14 Tagen eröffnen“

Auch in kleinen Details soll die Tradition fortgesetzt werden. Die Waage mit der Christine von Wartburg früher im Kerzenfachhandel Ruedorffer arbeitete, wird auch künftig in der Lebzelterei Rosenheim zum Einsatz kommen.
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Auch in kleinen Details soll die Tradition fortgesetzt werden. Die Waage mit der Christine von Wartburg früher im Kerzenfachhandel Ruedorffer arbeitete, wird auch künftig in der Lebzelterei Rosenheim zum Einsatz kommen.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
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Rosenheim - Nach 400 Jahren im Familienbesitz schloss im vergangenen Jahr der Kerzenfachhandel Ruedorffer in der Kaiserstraße 1 in Rosenheim. Doch in einer gewissen Weise soll die Geschichte des Traditionsgeschäfts mit der „Lebzelterei“ eine Fortsetzung finden. Wir haben uns erkundigt, was es damit auf sich hat.

Rosenheim - „Die Frage, wann es losgehen wird, ist leider gar nicht so einfach zu beantworten. Wir warten noch auf die Genehmigung der Behörden. Wir stehen schon in den Startlöchern und könnten innerhalb von 10 bis 14 Tagen eröffnen“, berichtet Sascha Weber. Wir treffen uns in den Räumlichkeiten des ehemaligen „Kerzenfachhandel Ruedorffer“, der gerade zur „Lebzelterei“ umgebaut wird. Gerade montiert ein Schreiner Holzverkleidungen unterhalb der Decke. Mitten im Raum stehen noch Kartons voll mit Einrichtungsgegenständen. „Da kommen dann Tische hin“, erzählt Weber.

„Lebzelterei Rosenheim“ soll Tradition des Kerzenfachhandels Ruedorffer fortsetzen

„Die Entscheidung ist mir nicht schwergefallen. Ich wusste, dass der Tag irgendwann kommen wird“, meinte Christine von Wartburg gegenüber den OVB-Heimatzeitungen, als diese ihr im vergangenen Jahr kurz vor der Schließung des Traditionsgeschäfts einen Besuch abstatteten. Wartburg gehört der Familie Ruedorffer an, der wohl bekanntesten Rosenheimer Lebzelter- und Wachszieherdynastie. Da Honig der wichtigste Bestandteil des Lebkuchens war, beschäftigten sich die Lebzelter in der frühen Neuzeit auch mit dem Handel und der Verarbeitung von Honig. Sie kauften Honig und Bienenwachs bei Bauern auf oder ließen von diesen gegen Lohn ihre eigenen Bienenstöcke betreiben. Sie hatten das Recht, Met zu sieden und an Schankgasthäuser zu verkaufen, Lebkuchen zu backen sowie Kerzen zu gießen oder zu ziehen. 

Seit 1548 gibt es wiederum das grüne Haus an der Kaiserstraße in Rosenheim. „Mitte des 16. Jahrhunderts hat unsere Familie hier bereits Lebkuchen und Kerzen verkauft“, so von Wartburgs Enkelin Petra Brückner. Wartburg selbst arbeitete 81 Jahre lang in dem Geschäft, bevor im Oktober 2021 dann Schluss war. „Ich werde wahrscheinlich ein bisschen entspannen“, sagte die 97-Jährige. Und vielleicht werde sie hin und wieder auch dem neuen Mieter einen Besuch abstatten. Denn zu diesem Zeitpunkt stand der Nachfolger bereits fest. Das Lokal „Die Lebzelterei by Ruedorffer – Genuss- und Aufenthaltsraum“ - „Dann kehrt wieder neues Leben ein“, so die 97-Jährige. „Ein anderer Mieter wäre für uns nicht infrage gekommen“, ergänzte ihre Enkelin Brückner.

Einrichtung schließt teils an Tradition an

Nun also wird Sascha Weber, der unter anderem den Squash- und Fitness Tower im Rosenheimer Aicherpark sowie ein Reisebüro betreibt, in die Kaiserstraße 1 einziehen. Es soll ein „Gastronomiebereich samt hauptsächlich regionalem Einzelhandel in traditionellem Gewand“ werden. Viel Wert lege er dabei darauf, auf vielfältige Weise an die Tradition des vorherigen Geschäfts anzuknüpfen. „Das fängt damit an, dass wir freundlicherweise das Familienwappen der Ruedorffers verwenden dürfen“, freut sich Weber, „außerdem haben wir die Stuckdecke im Hauptraum aufwendig restaurieren lassen, das sieht jetzt toll aus!“ Auch andere Einrichtungsdetails würden ihre Fortsetzung finden. „So etwa das Wandgemälde im hinteren Bereich des Geschäfts, das ebenfalls restauriert wurde.“

Bilder: Die „Lebzelterei“ im früheren „Kerzenfachhandel Ruedorffer“

Nach 400 Jahren schloss im vergangenen Jahr der Kerzenfachhandel Ruedorffer in der Kaiserstraße 1 in Rosenheim. Doch in einer gewissen Weise soll die Geschichte des Traditionsgeschäfts mit der „Lebzelterei“ eine Fortsetzung finden. Wir haben uns erkundigt, was es damit auf sich hat.
Nach 400 Jahren schloss im vergangenen Jahr der Kerzenfachhandel Ruedorffer in der Kaiserstraße 1 in Rosenheim. Doch in einer gewissen Weise soll die Geschichte des Traditionsgeschäfts mit der „Lebzelterei“ eine Fortsetzung finden. Wir haben uns erkundigt, was es damit auf sich hat.
Nach 400 Jahren schloss im vergangenen Jahr der Kerzenfachhandel Ruedorffer in der Kaiserstraße 1 in Rosenheim. Doch in einer gewissen Weise soll die Geschichte des Traditionsgeschäfts mit der „Lebzelterei“ eine Fortsetzung finden. Wir haben uns erkundigt, was es damit auf sich hat.
Nach 400 Jahren schloss im vergangenen Jahr der Kerzenfachhandel Ruedorffer in der Kaiserstraße 1 in Rosenheim. Doch in einer gewissen Weise soll die Geschichte des Traditionsgeschäfts mit der „Lebzelterei“ eine Fortsetzung finden. Wir haben uns erkundigt, was es damit auf sich hat.
Bilder: Die „Lebzelterei“ im früheren „Kerzenfachhandel Ruedorffer“

Oder auch kleine Dinge, wie die Waage, welche schon im Kerzenfachhandel zum Einsatz kam. „Die wurde zwischenzeitlich geeicht und wird nun künftig weiter hier ihren Dienst verrichten.“ Dann zeigt der neue Inhaber seinen besonderen Stolz. Auch der fitness-gestählte Weber braucht sichtlich ein wenig Kraftaufwand, um das vermeintliche Glasfenster, welches auf die Kaiserstraße hinaus zeigt, hinunter zu wuchten, bis dadurch ein Durchgang nach außen frei wird. „Das haben wir extra wieder zu seiner alten Funktion herstellen lassen. So können wir dann beispielsweise in der Wiesnzeit auch einen Straßenverkauf anbieten“, berichtet Weber und strahlt dabei sichtlich stolz.

Lebkuchen rund ums Jahr, Kaffee und Smoothies als kulinarische Eckpfeiler

„Ich achte ja sonst sehr auf meine Ernährung und vermeide Zucker, wo es geht. Aber bei den Lebkuchen, die wir hier künftig anbieten können, oh da bin ich dann doch ein paar mal schon schwach geworden“, verrät der Fitnessstudioinhaber. Diese werde es künftig, bezogen von Herstellern aus Ingolstadt und Nürnberg, ganzjährig geben. Außerdem Spitzenkaffee von einer Rösterei aus Rosenheim. Dies sowohl in Bohnen in drei Stärkegraden zum Kauf als auch zum Trinken vor Ort. „Ich habe den Ehrgeiz, dass das hier dann das beste Kaffeeangebot in ganz Rosenheim werden wird!“, so Weber. Gleich nebenan befindet sich bereits ein Eiscafé, befürchtet er da keine Konkurrenz? „Nein, eher eine Ergänzung. Zum einen liegt deren Schwerpunkt ja mehr auf dem Eis. Zum anderen haben sie vor allem Außengastronomie, wir Innengastronomie beziehungsweise das jeweils andere nur in eingeschränktem Umfang.“

Sascha Weber, der unter anderem den Squash- und Fitness Tower im Rosenheimer Aicherpark sowie ein Reisebüro betreibt, wird künftig die „Lebzelterei Rosenheim“ führen.

Was wird ansonsten geboten sein? „Neben Kaffee und Lebkuchen wird es vor allem auch Smoothies geben. Natürlich mit Bio-Demeter-Gütesiegel, mit oder ohne Proteinshot, mit Kurkuma, mit Ingwer und auf Wunsch natürlich auch ‚to go‘. Dazu Nüsse und Trockenfrüchte in 1A-Qualität. Daneben werden wir auch klassisch mit einer kleinen, aber feinen Auswahl Kuchen, aber auch Getränkeklassikern wie Aperol Spritz, Hugo und Wein aufwarten können. Als besonderes Schmankerl wird es ein absolutes Premium-Craft-Bier einer Brauerei aus Holzkirchen geben“, schwärmt Weber. „Ich freue mich schon enorm darauf, wenn es hier endlich losgeht. Es soll ein schöner Genuss- und Begegnungsort mitten im Herzen der Stadt werden, in dem wir dann Jung und Alt begrüßen wollen.“

hs

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