TIERHEIM ROSENHEIM

„Langweilig wird es im Tierheim nie“

Andrea Thomas, Vorsitzende des Tierschutzvereins, freut sich auf den Neubau.  Duczek
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Andrea Thomas, Vorsitzende des Tierschutzvereins, freut sich auf den Neubau. Duczek

Andrea Thomas ist seit vier Jahren Vorsitzende des Tierschutzvereins Rosenheim. Im Gespräch mit der OVB-Stadtredaktion informiert sie über den aktuellen Stand der Dinge rund um den geplanten Neubau des Tierheims – und spricht auch darüber, warum der Alltag im Tierheim nie langweilig wird.

Wann geht es denn nun los mit dem Neubau des Tierheims?

Wir arbeiten schon seit über einem halben Jahr an der Realisierung. Der Vorstand des Tierschutzvereins Rosenheim e.V. hat ein Architekturbüro ausgewählt. Es gab Besichtigungen einiger Tierheime des Deutschen Tierschutzbunds, um Anregungen für den Neubau zu bekommen. Es fanden Gespräche mit dem Veterinäramt statt. Mittlerweile sind die Pläne nach mehrfachen Änderungen soweit gediehen, dass wir das geotechnische Gutachten (das betrifft die Bodenbeschaffenheit des Geländes) in Auftrag geben konnten. Denn vor einem Neubau sollten die Eckpunkte des Gebäudes genau definiert sein. Danach geht es in das Genehmigungsverfahren und hoffentlich dieses Jahr dann noch mit den ersten Bauaktivitäten los.

Was ist alles geplant?

Das Tierheim wird wie bisher Katzen, Hunde und Kleintiere unterbringen sowie vorübergehende Aufenthaltsstation für Reptilien und Vögel sein. Wichtig sind moderne Quarantänebereiche und Krankenstationen in den einzelnen Abteilungen, vorgeschriebene Schleusen zwischen gesunden und kranken Tieren. Die Bereiche der einzelnen Tiere sollen natürlich allen aktuellen Anforderungen genügen. Hier arbeiten wir auch eng mit einer Veterinärmedizinerin des Deutschen Tierschutzbunds zusammen.

Sind die Tiere vom Neubau betroffen?

Wir hoffen, dass wir keine Tiere auslagern müssen. Grundsätzlich wird der Neubau weiter nach hinten im Gelände versetzt und ursprünglich war es auch so geplant, dass die alten Bereiche vorerst noch stehen bleiben können. Sobald das Hundehaus fertig ist, ziehen die Hunde um. Vielleicht muss man ein wenig improvisieren, da sich wenige Bereiche von Alt- und Neubau überlappen, aber dann könnte man auch noch Container zur Hilfe nehmen. Es ist auch zu klären, wie hoch die Lärmbelästigung durch die Bauaktivitäten sein wird, aber das werden wir wohl erst dann beurteilen können, wenn es richtig losgeht.

Was erhoffen Sie sich vom Neubau?

Natürlich, dass alles besser wird. Die Unterbringungsmöglichkeiten für die Tiere, die Arbeitsbedingungen für die Tierheim-Mitarbeiter und die ehrenamtlichen Helfer. Momentan wird überall improvisiert und diese Energie könnte man für andere Aufgaben dringend brauchen.

Noch eine abschließende Frage zum aktuellen Betrieb: Wurden zu Weihnachten wieder viele Tiere abgegeben?

Es ist zum Glück seltener geworden, dass Tiere unter dem Weihnachtsbaum landen und so gab es keine besonderen Auffälligkeiten. Den normalen „Wahnsinn“ kann man täglich auf unserer Homepage und auf Facebook verfolgen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein Tier gefunden oder abgegeben wird und das geht das ganze Jahr über so. Langweilig wird es im Tierheim nie.“

Interview: Anna Heise

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