Lächeln und Händeschütteln

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Neu-Rosenheimer: Ivanka Tutic mit ihrem Sohn Leon.

Rosenheim - Rund 900 Hände hat Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer beim Neujahrsempfang im Kuko wieder einmal lächelnd geschüttelt.**Fotos und Video auf rosenheim24.de**

Dazu gab es freundliche Worte für jeden, oftmals auch sehr persönliche Zwiegespräche. Zweiter Bürgermeister Anton Heindl und Dritter Bürgermeister Anton Kathrein nahmen gleichfalls teil am Begrüßungsmarathon, wobei das Defilee bei Kathrein immer wieder ins Stocken geriet. Wenn all die guten Wünsche, die er an diesem Abend nachträglich zu seinem 60. Geburtstag erhielt, in Erfüllung gehen sollten, kann für den Unternehmer nichts schief gehen.

Rund 1300 Einladungen hat die Stadt zum Neujahrsempfang verschickt. Politik und Wirtschaft, Menschen, die ein Ehrenamt ausüben und andere verdiente Mitbürger und Partner der Stadt, aus diesen Bereichen stammten die Gäste.

Neben den aktiven und ehemaligen Stadtratsmitglie- dern und Abgeordneten des Bundestags, des Landtags und Bezirkstags, dem Landrat und den Landkreisbürger- meistern werden stets die Vorsitzenden aller Rosenheimer Vereine eingeladen. Dazu kommen die Elternbeiratsvorsitzenden und Schülersprecher der Rosenheimer Schulen, die erfolgreichsten Sportlerinnen und Sportler des vergangenen Jahres und die städtischen und staatli- chen Preisträger. Die Wirtschaft ist über die Verbände und durch die größeren örtlichen Unternehmen vertreten.

Erstmals hat die Stadt im letzten Jahr 20 Bürgerinnen und Bürger nach dem Zufallsprinzip aus der Einwohnerdatei ausgewählt und eingeladen. Zehn sind damals gekommen und zeigten sich so erfreut, dass dies heuer wiederholt wurde. Erstmals wurden in diesem Jahr auch alle im letzten Jahr Eingebürgerten angeschrieben und zum Empfang gebeten. Von zehn Geladenen konnte Oberbürgermeisterin eine Neubürgerin begrüßen: Ivana Tutic. Die gebürtige Kroatin aus der Stadt Novska – ihr Mann stammt aus derselben Stadt und arbeitet seit 20 Jahren bei der Firma Hamberger – lebt seit November 2001 in Rosenheim und hat sich 2010 entschieden, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen, weil „meine drei Kinder Deutsche sind“. Die Einladung für sie eine große Überraschung: „Ich habe mich sehr darüber gefreut und fühle mich hier richtig daheim“, sagte die ausgebildete Verkehrsingenieurin, die früher als Polizistin arbeitete und jetzt Hausfrau ist. Begleitet wurde sie von ihrem Ältesten, dem neunjährigen Leon.

Für die Führungskräfte des gesamten „Unternehmens Stadt Rosenheim“ mit all seinen Beteiligungen – von den Stadtwerken bis zur Wohnungsbaugesellschaft – ist der Neujahrsempfang ein angenehmer Pflichttermin. Gleichfalls dabei: die Geistlichkeit, Vertreter der Partnerstädte, die Besatzung des Paten-Airbusses „Rosenheim“. Traditionell kommen größere Gruppen von Menschen mit Behinderung, von allem die Gehörlosen. Seit einigen Jahren engagiert die Stadt deshalb einen Dolmetscher, der die Rede der Oberbürgermeisterin mit Gebärden übersetzt.

Von einem „guten Querschnitt durch die Rosenheimer Bevölkerung“ spricht Gertraud Pfaffeneder, Leiterin des Hauptamtes, mit Blick auf die Einladungsliste. Pro Verein oder Institution wird immer nur eine Personeingeladen. Manche würden an diesem Abend gern ihre Partner mitbringen. Doch bei mehr als 800 Personen, die sich ohnehin regelmäßig anmelden, wird der Platz eng. „Heuer sind es 900“, so Pfaffeneder, und ließ schnell noch weitere Stühle aufstellen.

Nach der offiziellen Rede der OB mit Rückblick auf das Jahr 2010 und Ausblick auf 2011 kam auch gestern wieder der Teil des Abends, der für die Gäste nicht weniger interessant ist. An den runden Stehtischen wurde schon manches Problem auf dem „kurzen Dienstweg“ gelöst und bei einem Glas Wein gemeinsam schon spät in der Nacht manche gute Idee geboren.

Oberbayrisches Volksblatt | Hendrik Heuser

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