Kunsthandwerk auf Zeit: In Rosenheim gibt es jetzt einen Pop-up-Store

Sechs Künstler, ein Laden: Matthias Drexlmaier (von links), Maximilian Hundhammer, Donata Schiefer, Andreas Lausecker, Andrea Stork und Manuela Hollerbach.

Holzobjekte, Keramik und Schuhe: Dies und vieles mehr gibt es im „Mitter.Store“ kaufen.

Künstler aus der Region haben sich zusammengetan und bieten ihre Arbeiten in den ehemaligen Räumen der Rosenheimer Dirndlwerkstatt an. Allerdings nur bis Mitte Januar. Denn der „Mitter.Store“ ist ein Pop-up-Store, ein Laden auf Zeit.

Sechs Künstler in einem Laden

Die letzten Kartons sind ausgepackt, die meisten Gegenstände haben ihren Platz gefunden. In einem der Regale stehen Schuhe, auf den Tischen Teller, Tassen und Schüsseln aus Keramik. Weiter hinten hängen Taschen und Ohrringe. Mittendrin: Manuela Hollerbach, Matthias Drexlmaier, Maximilian Hundhammer, Donata Schiefer, Andrea Stork und Andreas Lausecker. Sechs Künstler aus der Region, die auf sich und ihr Handwerk aufmerksam machen möchten.

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Gemeinsam haben sie einen Pop-up-Store eröffnet, ein Geschäft für einen begrenzten Zeitraum, das vorübergehend in leer stehenden Geschäftsräumen betrieben wird. Erfahrung mit dieser Art von Läden haben die Künstler keine, auch eine Zusammenarbeit hat es bisher nicht gegeben. „Wir kennen uns eigentlich alle gar nicht so richtig“, sagt Maximilian Hundhammer. Der 26-Jährige betreibt gemeinsam mit Matthias Drexlmaier ein Onlinegeschäft für nachhaltige Schuhe in Deutschland und Portugal. 

Auf einem Markt für Kunsthandwerk trafen sie zum ersten Mal auf Manuela Hollerbach. Die 48-Jährige arbeitet als Produktdesignerin, hat seit drei Jahren ihren eigenen Keramikladen in Höslwang. Die drei unterhalten sich, verstehen sich auf Anhieb, planen eine Zusammenarbeit. Nach und nach kommen die anderen Künstler dazu, die Idee des Pop-up-Store entsteht.

Räume am Mittertor standen bis jetzt leer

Der passende Laden ist schnell gefunden – am Mittertor, in den Räumen, in denen die Rosenheimer Dirndlwerkstatt ihren Sitz hatte. Sie hatte vor knapp zwei Monaten zugesperrt, die Räume standen bis jetzt leer.

Maximilian Hundhammer wollte das ändern. „Es wäre schade gewesen, wenn der Laden über die Weihnachtszeit leer geblieben wäre“, sagt er. Deshalb hatte er Kontakt aufgenommen mit den Eigentümern, Karin und Dr. Wolfgang Stäbler. Bei einem gemeinsamen Treffen stellten die sechs Künstler ihr Konzept vor – mit Erfolg. „Der Mitter.Store schließt an die Tradition unserer Dirndlwerkstatt an. Ein bisschen traditionell, ein bisschen modern und kunstvoll und stets verbunden mit regionalem Handwerk“, sagt Dr. Wolfgang Stäbler.

Auch die Stadt kann dem Konzept etwas abgewinnen. „Pop-up-Stores werden in Rosenheim gern gesehen. Sie sind eine kurzfristige Bereicherung des Branchenmix“, heißt es.

Ein bunter Mix aus Angeboten

Nachdem der Mietvertrag unterschrieben ist, beginnen die Künstler den Laden einzurichten. Sie entwickeln ein Logo, drucken Flyer. „Es war eine Gemeinschaftsarbeit, jeder hat das gemacht, was er am besten kann“, sagt Hundhammer.

Nach und nach ziehen die Produkte der Künstler in den Laden ein. Der Rosenheimer Andreas Lausecker bringt seine Lampen aus Holz. Donata Schießer, ebenfalls aus Rosenheim, will ihre Lederaccessoires verkaufen. Es gibt die nachhaltigen Schuhe von Drexlmaier und Hundhammer. Schmuck von Andrea Stork und Keramikarbeiten von Manuela Hollerbach. „Es ist eine total spannende Konstellation“, sagt Hundhammer und fügt hinzu: „So etwas gibt es in Rosenheim nicht. Wir hoffen, es belebt die Stadt.“

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