Die meisten Neu-Infektionen in ganz Bayern: Rosenheim in Sachen Corona traurige Spitze

Die Entwicklung der Corona-Lage in der Region Rosenheim: auf der Karte ein Überblick über die Neuinfektionen in den Städten und Gemeinden.
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Die Entwicklung der Corona-Lage in der Region Rosenheim: auf der Karte ein Überblick über die Neuinfektionen in den Städten und Gemeinden.
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
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Reisezeit, Coronazeit: Rosenheim bleibt die am stärksten betroffene Stadt Bayerns. Mit der Inzidenzzahl von 52,1 befindet sich Rosenheim erneut über der kritischen Marke der Neu-Infektionen mit dem Coronavirus, ab der Veranstaltungen eingeschränkt werden müssen. Ursache ist die Reiselust.

Rosenheim – Stadt und Landkreis Rosenheim bauen seit gestrigem Freitag ihr gemeinsames Corona-Testzentrum auf der Rosenheimer Loretowiese auf. Offenbar höchste Zeit: Die Zahlen sind nochmals gestiegen, in der vergangenen Woche wurden 80 neue Corona-Fälle registriert, allein in der Stadt Rosenheim sind es 33 (nunmehr 612). Den mit Abstand größten Anteil an den neu Infizierten – fast 80 Prozent – stellen Heimkehrer aus den Ferien. Folge: Rosenheim ist Bayerns Brennpunkt. Am Freitagmorgen lag die Stadt mit 52,1 erneut über der kritischen Marke der 7-Tage-Inzidenz, ab der das öffentliche Leben eingeschränkt wird.

Das Angebot der Kommunen richtet sich denn auch an die Adresse von Urlaubern. „Nicht getestet werden symptomatische Personen, also Menschen mit Schnupfen, Husten, Hals- und Rachenschmerzen“, sagt der Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes. Menschen mit Symptomen sollen sich umgehend an ihren Hausarzt wenden.

Wer erfährt, dass er Kontakt mit positiv getesteten, beziehungsweise infizierten Personen hatte, soll sich unter der Telefonnummer 0 80 31/3 92 60 70 direkt mit dem Gesundheitsamt in Verbindung setzen.

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Die Station, als Drive-in für Autofahrer und Anlaufstelle für Fußgänger angelegt, steht zwischen Kaiserstraße und Glückshafen. „Die Station wird so stabil und wetterfest aufgebaut, dass sie mindestens bis Jahresende betrieben werden kann“, sagt Hans Meyrl, städtischer Leiter der Corona-Koordinierungsgruppe.

Rosenheim und ein neuer Brennpunkt

Im Urlaub haben sich, wie schon in den Wochen zuvor, überproportional viele Menschen angesteckt. Nach Auskunft des Gesundsheitsamtes waren vier von fünf Neuinfizierten – genauer: 78 Prozent – eben aus dem Ausland zurückgekehrt. Auffallend hoch ist im gesamten August der Anteil der Kosovo-Rückkehrer unter den Ferien-Fällen: 37 Prozent.

Kroatien folgt mit 21 Prozent, Bosnien-Herzegowina mit 13 Prozent. In Rumänien waren 8 Prozent gewesen, in Italien 5 Prozent. Die erschreckend hohe Rate unter den Balkan-Urlaubern führt Hierl auf Familienbesuche zurück. Ein plausibler Grund: In der Familie ist Abstandhalten kaum einzuhalten.

20 Gemeinden neu betroffen

Die Neuausbrüche verteilen sich mehr und mehr über den gesamten Landkreis. 20 Gemeinden sind betroffen, am stärksten Großkarolinenfeld mit 10 Neuinfektionen (nunmehr 69. Bad Aibling (242), Kolbermoor (196), Tuntenhausen (42) und Wasserburg (182) mit jeweils 4, Kiefersfelden (83) mit 3 Neuinfektionen. Breitbrunn, Feldkirchen Westerham, Neubeuern und Rohrdorf am Inn verzeichnen jeweils 2 neue Fälle.

Einzelfälle sind für Babensham, Brannenburg, Bernau, Edling, Griesstädt, Nußdorf, Prien, Riedering, und Schechen ausgewiesen.

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