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Vorschriften für den Arbeitsplatz

Kopftuchverbot: Warum eine Rosenheimerin das EuGH-Urteil für einen „herben Rückschlag“ hält

Ein Kopftuch am Arbeitsplatz darf vom Arbeitgeber verboten werden, wenn er gegenüber Kunden neutral auftreten oder soziale Konflikte vermeiden möchte.
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Ein Kopftuch am Arbeitsplatz darf vom Arbeitgeber verboten werden, wenn er gegenüber Kunden neutral auftreten oder soziale Konflikte vermeiden möchte.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Rosenheim/Bruckmühl – Ein Kopftuch am Arbeitsplatz darf vom Arbeitgeber verboten werden, wenn er gegenüber Kunden neutral auftreten oder soziale Konflikte vermeiden möchte. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Für Anita Azap (22), die vor sechs Jahren zum Islam konvertierte, ein herber Rückschlag.

Was sagen Sie zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs?

Anita Azap kommt aus Bruckmühl und arbeitet in Rosenheim.

Anita Azap : „Die Entscheidung kann ich nicht nachvollziehen und finde Sie absolut nicht zeitgemäß. Sie verstößt meiner Meinung nach gegen unser Grundgesetz und unterdrückt Frauen, die ein Kopftuch tragen. Das Urteil gilt auch für alle andern religiösen Symbole wie beispielsweise die Kippa der Juden oder der Dastar der Sikhs. Wenn jemand gut in seinem Job ist, dann liegt das nicht an der Religion oder an der Kleidung, sondern an dem Menschen selbst. Das wird sich auch nicht ändern nur wegen eines Kopftuches.“

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Würden Sie die Entscheidung als einen Rückschritt bewerten?

Azap: „Ja. Denn wir leben im Jahr 2021. Gerade jetzt öffnet sich die Welt bei so vielen wichtigen Themen, warum also dieser Rückschritt? Wollen wir nicht alle in einer toleranten Welt leben, in der sich jeder so entfalten kann, wie er will? Wir in Deutschland haben das große Glück, in einem Land zu leben, in dem niemand aufgrund seiner Religion, Sexualität oder Herkunft verfolgt wird. Und genau deswegen sollte Deutschland diesem Urteil auch strikt widersprechen. Es darf nicht sein, dass wir Menschen aufgrund ihrer Religion beziehungsweise wegen ihrer Kleidung ausgrenzen. Mensch ist Mensch und wir sollten uns alle gegenseitig respektieren.“

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Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?

Azap: „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass jeder Mensch so respektiert wird, wie er ist und nicht ausgeschlossen wird aufgrund seiner Religion, Sexualität oder Herkunft. Jeder sollte in der Arbeitswelt die gleichen Chancen bekommen und ausschließlich anhand seiner Leistung bewertet werden. Wenn jeder den anderen respektiert und akzeptiert so wie er ist und nicht versuchen will dem anderen seine Meinung aufzuzwingen, dann können wir ein friedliches und schönes Miteinander schaffen.“

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