Kommentar: Sachlicher Start in schweren Zeiten

Von Norbert Kotter Die Corona-Krise hat Stadt und Landkreis Rosenheim fest im Würgegriff. Was das für Landrat Otto Lederer und den neugewählten Kreistag bedeutet,damit befasst sich Norbert Kotter, Chef vom Dienst der OVB-Heimatzeitungen.

Einen leichten Start haben Landrat Otto Lederer und die neugewählten Kreisräte beileibe nicht. Vorbei ist es mit dem in den vergangenen sechs Jahren üppig sprudelnden Steuereinnahmen. Dank ihrer ließ sich der Vierklang aus wichtigen Zukunftsinvestitionen, Schuldenabbau, Rücklagenbildung und Senkung der Kreisumlage relativ leicht ins Lot bringen. Corona-Krise heißt das Schreckgespenst, welches die Region fest in den Würgegriff genommen hat. Niemand kann heute vorhersagen, wie lange Stadt und Landkreis unter den Akutfolgen der Pandemie zu leiden haben.

Finanzielle Folgen eine schwere Last

Das gilt für das Ausmaß der zu erwartenden Langzeitauswirkungen erst recht. Man muss allerdings kein Prophet sein, um zu prognostizieren, dass die finanziellen Folgen der Krise auch für die Schultern der Kommunen eine schwere Last sind. Die können sie nicht binnen weniger Monate abschütteln und dann zur Tagesordnung übergehen.

Lesen Sie auch: Lederer legt Amtseid ab

Für Landrat Otto Lederer und die Kreisräte rücken somit plötzlich schwierige Fragen in den Mittelpunkt, die sie im Wahlkampf gar nicht auf der Rechnung hatten. Beispielsweise die Notwendigkeit, die Haushaltspolitik praktisch über Nacht den Zwängen anzupassen, die ein unsichtbares Virus ihnen aufbürdet.

Trotz alledem berechtigten Optimismus nicht zu verlieren, statt kräftezehrender politischer Schaukämpfe den Schulterschluss über Parteigrenzen hinweg zu üben – das ist das Gebot der Stunde. Das Gremium scheint dies verstanden zu haben. Der sachliche Stil, mit dem in der konstituierenden Sitzung Organisations- und Personalfragen entschieden wurden, ist auf jeden Fall ein Zeichen der Hoffnung. Fortsetzung erwünscht!

Kommentare