Der Weg auf der Schwimmbadseite sollte offiziell längst wieder offen sein - Keiner weiß, warum die Sperren noch stehen

Mit der Kneifzange Freiheit auf dem Mangfalldamm

Rosenheim - Die Rosenheimer lassen sich von Sperren auf dem Mangfalldamm nicht aufhalten. Mit aller Macht und mit der Kneifzange nehmen sie sich die Freiheit, vor allem den Damm auf der Schwimmbadseite benutzen zu können. Und das Schönste: Keiner weiß, warum er überhaupt gesperrt ist.

Viele freuen sich auf die Landesgartenschau im April 2010. Viele ärgern sich aber auch darüber, dass die Dämme seit langem wegen der Arbeiten tabu sind für Radler und Spaziergänger. Bauarbeiter und Landschaftsgärtner haben sich daran gewöhnt, dass zwischen Baumaschinen und Lastwagen Radler auftauchen, die jede Lücke im Bauzaun ausnützen, um den bequemen und direkten Weg an Inn und Mangfall zu befahren. Aber auch an den Wochenenden, wenn die Arbeiten ruhen und die Zäune verschlossen sind, verschaffen sich die Rosenheimer Zugang zum Gelände und den Dämmen. Es scheint, dass einige neben Badezeug und Brotzeit daheim schon die Kneifzange in den Rucksack packen.

Der Damm zwischen Innsbrucker Straße und Innstraße ist gleichfalls gesperrt. Aber warum, das weiß keiner mehr. Unsere Zeitung hatte die Frage schon einmal in einem eher heiteren Beitrag über die dickköpfigen Radfahrer gestellt, die die Sperren auf die Seite gepfeffert hatten. Mit gesundem Menschenverstand war nach Abschluss der Bauarbeiten für den Steg über die Mangfall in Schwimmbadhöhe kein Grund mehr zur Sperrung zu finden.

Das sah man bei der Landesgartenschau-Gesellschaft ein und erteilte nach unserem Bericht die Anweisung, den Weg auch ganz offiziell wieder freizugeben. Trotzdem war der Damm jetzt wieder verriegelt und verrammelt. Und wieder verschafften sich Radler oder Spaziergänger mit der Kneifzange freie Bahn.

Roland Albrecht, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Landesgartenschaugesellschaft wundert sich: "Da müsste doch längst offen sein." Das stimmt auch, aber nur, weil die Radler sich die Sperrung nicht haben gefallen lassen. Jetzt, so versichert Albrecht, soll Schluss sein mit dem Theater. Er will dafür sorgen, dass der stille Kampf ein Ende hat. Jetzt kommen die Sperren endgültig weg.

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