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Debatte im Jugendausschuss

Kita-Plätze in Rosenheim: Grüne fordern endlich einen konkreten Fahrplan

Kita
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Bobbycars liegen in einer Kita in einer Einzäunung.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Nur knapp habe Rosenheim 2021 geschafft, alle Anfragen von Eltern nach Kitta-Plätzen zu bedienen, sagt die Rosenheimer Fraktionschefin der Grünen, Sonja Gintenreiter. Sie fordert eine bessere Planung, um dem Bedarf gerecht zu werden. Die Verwaltung sieht sich zumindest fürs kommende Jahr noch gewappnet.

Rosenheim – Rund 520 neue Kita-Plätze will die Stadt Rosenheim bis 2030 zusätzlich schaffen. Dann sollen möglichst alle 2335 Kinder im Kindergartenalter in den Einrichtungen der Stadt und der freien Träger betreut werden. Doch Grüne und Christsoziale mahnen die Verwaltung, beim Ausbau der Kita-Plätze mehr Tempo an den Tag zu legen und auch unkonventionelle Ideen zu verfolgen.

Gintenreiter sieht „Rückstau“

Im jüngsten Rosenheimer Jugendausschuss monierte dir Grünen-Fraktionschefin Sonja Gintenreiter, dass die Stadt schon in diesem Jahr es nur knapp geschafft habe, alle notwendigen Kindergartenplätze zur Verfügung zu stellen. Sie forderte einen „konkreten Fahrplan“ der Verwaltung, wann wie viele Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. „Wir haben aktuell einen Rückstau, weil in der Vergangenheit Investitionen nicht geflossen sind“, mahnte sie, Rosenheim müsse in diesem Bereich „ganz dringend vorangehen“.

Steigender Bedarf: Zum Jahr 2030 rechnet die Stadt Rosenheim mit rund 2550 Kitaplätzen die zur Betreuung von Kindern benötigt werden.

Puffer für „Korridor-Kinder“

Gintenreiters Kritik kommt nicht von ungefähr. Schon in der Juni-Sitzung des Jugendausschusses zeichnete sich ab, dass im kommenden Jahr wohl 71 Kitaplätze fehlen. Dies auch, weil Eltern während der Corona-Pandemie ihre Kinder erst ein Jahr später einschulen lassen.

Zumindest bildet die aktuelle Bedarfsplanung der Stadt in Sachen Kita-Plätze auch dieses Phänomen ab: Unter anderem für diese sogenannten „Korridor-Kinder“ bildet das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien einen Puffer zwischen jenen Buben und Mädchen, die einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz haben und jenen, die ein Jahr später die Grundschule besuchen.

Mit blauem Auge davonkommen

Nach den Schätzungen des Amtes bräuchte es damit schon im kommenden Jahr 182 solcher Puffer-Lösungen und im Jahr 2023 186 – Tendenz steigend. 834 Anmeldungen für einen Kita-Platz hat die Rosenheimer Verwaltung in diesem Jahr erhalten, in 266 Fällen konnte die Stadt die unmittelbaren Kita-Wünsche der Eltern bei Einrichtungen indes nicht erfüllen. In 97 Fällen nahmen die Eltern ein Alternativangebot der Stadt an .

„Ich denke, wir kommen im kommenden Jahr schon noch einmal mit einem blauen Auge davon“, entgegnete der zuständige Dezernent Michael Keneder, der Kritik Gintenreiters. Er verwies auf die kommenden Treffen der Lenkungsgruppe für die Kita-Planungen der Stadt. Von diesem Zusammenschluss aus verschiedenen Ämtern, darunter auch die Kämmerei und das zentrale Gebäudemanagement der Stadt, verspricht sich die Verwaltung eine schnellere Abstimmung in Sachen Kita-Plätze.

Weg von Containerlösungen

Der Leiter des Rosenheimer Amts für Schulen, Kinder und Betreuung, Frank Leistner, verwies zudem darauf, dass die Standortsuche für neue Kita-Bauten gewisse Voruntersuchungen voraussetze, die entsprechend Zeit in Anspruch nähmen. Dennoch: „Wir müssen wegkommen davon, dass wir an verschiedenen Standorten Containergruppen errichten.

Denn die Standorte, an denen dies überhaupt geht, die gehen uns langsam aus“, sagte Leistner und signalisierte, dass sich die Stadt bei der Schaffung neuer Kita-Plätze vor allem auf Festbauten konzentrieren wolle.

Vorschlag: Sportlerheim Pang nutzen

Die CSU-Stadträtin Ulrike Plankl verwies in diesem Zusammenhang auf das „leerstehende Sportheim“ in Pang. „Ein Riesengebäude“, in dem die Kinder aus ihrer Sicht gut aufgehoben wären. Plankls Vorschlag entgegnete Amtsleiter Leistner, dass in diesem Fall das Gebäude dem Sportverein komplett entzogen werden müsste.

Zumal das Gebäude nicht leer stehe, sondern lediglich ein Pächter fehle und der SV Pang die Bewirtung dort derzeit selbst vornehme. Ebenso verwies Leistner auf Brandschutzbestimmungen, die bei Kindertagesstätten anders gestaltet seien als bei Vereinsheimen. Selbst mit einer räumlichen Trennung könne man dort nur eine Kita-Gruppe unterbringen.

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