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Noch drei Wochen zur Vorbereitung

Kinopolis Rosenheim will zum 1. Juli wieder öffnen - mit einem großen Aber

Freut sich darauf, am 1. Juli wieder öffnen zu dürfen: die Betriebsleiterin des Kinopolis Rosenheim, Janet Breucker
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Freut sich darauf, am 1. Juli wieder öffnen zu dürfen: die Betriebsleiterin des Kinopolis Rosenheim, Janet Breucker
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Die Kino- und Verleiherverbände in Deutschland haben sich dafür ausgesprochen, die Lichtspielhäuser der Republik möglichst zum 1. Juli wieder zu öffnen, soweit es die Inzidenzen zulassen. Das Rosenheimer Kinopolis will diesem Aufruf folgen, auch wenn noch einige Dinge unsicher sind.

Rosenheim – Vieles bleibt vorerst kompliziert: anderthalb Meter Abstand, Hygienekonzept inklusive Maskenpflicht und eine Wegführung, die größere Menschenansammlungen vermeiden soll. So zumindest ist derzeit der Stand an Regeln für die Kinos in Bayern, wenn sie öffnen wollen.

Drei Wochen Vorlauf bis zur Öffnung

Denn: „Angesichts des Impffortschritts und der sinkenden Infektionszahlen stehe die gesamte Kinobranche bereit, um spätestens ab dem 1. Juli mit einer „großen Vielfalt an Filmen“ einen „bestmöglichen bundesweiten Start“ für die Filmtheater zu ermöglichen, verkündet der Branchenverband Deutscher Kinos (HDF). Auch für das Rosenheimer Kinopolis soll mit Beginn des kommenden Monats zugleich der Startschuss fallen.

Mit gut einem Dutzend Filmen geht das Rosenheimer Lichtspielhaus an den Start, darunter „Catweazle“, „ Kaiserschmarrndrama “ und den neunten Teil von „The Fast And The Furious“.

Streitpunkt: Maskenpflicht am Platz

Dennoch fühlt sich für die Betriebsleiterin Janet Breucker, die Aussicht auf Öffnung noch recht frisch an. Die Vorbereitungen laufen, in der kommenden Woche wolle die Kinopolis-Zentrale ein mit allen Häusern abgestimmtes Hygienekonzept erarbeiten. „Ein Kino schließt man in zwei Tagen, eröffnet es aber nicht in zwei Tagen “, unterstreicht sie, dass sie einen Vorlauf von gut drei Wochen benötigt. Um Popcorn-Mais zu bestellen und Mitarbeiter einzuteilen.

Bis dahin gibt es noch die ein oder andere Unsicherheit, vor allem in Sachen Maskenpflicht am Platz: Gerade an dieser hat der Branchenverband der deutschen Kinos zu knabbern. Einig sind sich dessen Vertreter, dass die Mund-Nase-Bedeckung in den Lichtspielhäusern entfallen müsse.

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In diese Hinsicht bräuchten die Kinos schnellstmöglich eine Planungsperspektive. Nur so ließen sich die „enormen Schäden“ und die „nach wie vor anhaltende wirtschaftliche Bedrohung der Kinowirtschaft“ abmildern.

Denn inzwischen haben auch die Filmverleiher ihre Vermarktungsstrategie coronabedingt geändert: Filme, die vorher bis zu sechs Monante ausschließlich im Kino zu sehen waren, landeten mitunter gleich auf den gängigen Streamingportalen.

Kürzere Zeitfenster, um Filme zu zeigen

Dass sich dieses sogenannte Auswertungsfenster für Filme künftig wieder über ein halbes Jahr erstreckt, daran glaubt Andreas Rusch nicht. Der Betreiber mehrerer Kinos ist Botschafter des HDF für Bayern. Maximal 90 Tage werden Filmpaläste wohl künftig Zeit haben, um Filme exklusiv präsentieren zu können. Eine Ausnahme bilden dabei deutsche Produktionen, wie Kinopolis-Betriebschefin Breucker erwähnt. Wenn diese von Mitteln der staatlichen Filmförderung profitierten, müssten diese auch länger in den Kinos laufen, bevor die Weitervermarktung auf Streamingportalen und DVDs beginne.

Daseinsberechtigung trotz Streaming

Doch wie groß ist die Konkurrenz durch neue Medien wie Netflix und Co für die Kinos? Breucker gibt sich überzeugt, Kino habe auch künftig eine Daseinsberechtigung. „Es gibt schnell geschnittene Filme, Filme, die knallen. Und diese leben von der großen Leinwand und dem richtigen Ton“, findet sie. Zudem: Kino sei ein Erlebnis. Weil es schlichtweg schön sei, im großen Saal mit vielen Menschen gemeinsam lachen, weinen einen oder sich fürchten zu können.

Gemeinsam, das bedeutet derzeit, dass zumindest ein Sitz zwischen den Zuschauern frei bleibt.

Verzehr im Kino erlaubt

Ob es bei der Maskenpflicht bleibt, scheint dabei fraglich. Breucker verweist auf die Innengastronomie, die jüngst wieder eröffnet hat. Auch in den Kinos gibt es nach dem Start Snacks und Getränke, die am Platz verzehrt werden dürfen. Damit wäre die Pflicht, Mund und Nase zu bedecken, faktisch hinfällig.

Gelernt habe man zumindest aus den Schließungen im vergangenen Jahr: Zum Ende des ersten Lockdowns hätten sich die Kinobetreiber keine Eröffnungsstrategie zurechtgelegt. Das sei dieses Mal anders, sagt Breucker.

Leben in die Stadt zurückbringen

„Wir sind schon gefühlt seit drei Monaten wieder dabei, die Eröffnung vorzubereiten“, sagt sie. Als die Filmhäuser im August vergangenen Jahres wieder aufsperren durften, sei dies an vielen vorbeigegangen. Das will man dieses Mal ändern. Auch beim Buchungssystem mussten Anpassungen erfolgen, damit die geforderten Abstände automatisch berücksichtigt werden.

Trotz der Unsicherheiten in Sachen Corona-Regeln: Bis zur Öffnung am 1. Juli freut sich Betriebsleiterin Janet Breucker schon jetzt auf Mitarbeiter, die sie lange nicht gesehen hat. Und auf die Chance, ebenso dazu beitragen zu können, das Leben nach Rosenheim zurückzubringen.

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