Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Auf keinen Fall schlechter

Nach einem Gespräch mit einem Vertreter des Bahnkonzerns Veolia zeigen Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und Landrat Josef Neiderhell weiterhin Skepsis, was den Bahnverkehr ab Dezember angeht. Beide wollen Druck aufbauen, damit "die Pendler nicht am Bahnsteig stehenbleiben."

Rosenheim - "Ein neuer Zug fährt ein. Nur noch wenige Monate, bis unsere neuen Züge für Sie durchstarten", kündigt Veolia vollmundig auf seiner Internetseite an. Gleichzeitig stellt der Konzern für die Strecken, die er in Zukunft zwischen Salzburg, Kufstein, Rosenhein, Holzkirchen und München bedienen will, den Ein-Stunden-Takt in Aussicht.

Wie mehrfach berichtet, sieht es nicht so aus, als ob dies zum Fahrplanwechsel im Dezember umzusetzen ist. Die von Veolia bestellten Zuggarnituren stehen voraussichtlich nicht rechtzeitig bereit, unter anderem, weil die Prüfung der neuen Züge durch das Eisenbahnbundesamt wesentlich länger dauern dürfte als angenommen.

Im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats sprach CSU-Stadtrat Dr. Wolfgang Bergmüller zwar von einem Schildbürgerstreich. Die Verzögerungen seien aber nicht allein Veolia anzulasten. 1998 ereignete sich in Eschede das schwerste Zugunglück in der Geschichte der Bundesrepublik. Damals starben 101 Menschen, mehr als 100 wurden teilweise schwer verletzt. Ein gebrochener Radreifen hatte einen Intercity-Express auf dem Weg nach Hamburg bei Tempo 200 entgleisen lassen. Seither, so Bergmüller, würde das Eisenbahnbundesamt die technischen Prüfungen nicht nur aus Sicherheitsgründen noch genauer vornehmen. "Man muss dazu wissen, dass die Beamten und alle anderen Mitarbeitern persönlich haften", hob er hervor.

Der Konzern Veolia war Gewinner der in Verantwortung des bayerischen Wirtschaftsministeriums vorgenommenen Streckenausschreibung. Danach habe die Firmenspitze beschlossen, der Bahnsparte keine größere Bedeutung mehr beizumessen, kritisiert der städtische Wirtschaftsdezernt Thomas Bugl. Das habe natürlich auch die untere Ebene verunsichert. Damit habe der "ganze Kladderadatsch" begonnen: "Was wir jetzt erleben, ist die Folge einer falschen Managemententscheidung."

Wie es derzeit aussieht, wird nur ein Teil der neuen Züge, die Veolia für seine ehrgeizigen Pläne benötigt, rechtzeitig zur Verfügung stehen. Die Oberbürgermeisterin und der Landrat formulierten beim Treffen mit dem Vertreter des Konzerns klar: Wenn es schon zeitgerecht keine Verbesserungen für die Pendler gibt, dürfe die Situation auf der anderen Seite keinesfalls schlechter werden.

"Frechheit" und "Sauerei"

Im Ausschuss fielen harte Worte. Der CSU-Fraktionsvorsitzende Herbert Borrmann sprach von einer "Frechheit". Man müsse sich fragen, wie eine solche Firma überhaupt die Ausschreibung habe gewinnen können. SPD-Stadtrat Robert Metzger steigerte die "Frechheit" zur "Sauerei". Er schätzt den Einfluss des Stadtrats allerdings gering ein. Die Androhung von Druck werde nichts bringen.

Robert Multrus von den Freien Wählern/UP zeigte sich zwar gemeinsam mit seinen Stadtratskollegen erleichtert darüber, dass Veolia und die Deutsche Bahn zumindest die gegenseitige Anerkennung der Fahrkarten zugesagt haben. So etwas gehöre aber von Anfang an bei einer Ausschreibung in das Leistungsverzeichnis.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Franz Lukas zog grundsätzliche Schlüsse. Mobilität sei ein Grundbedürfnis der Menschen, deshalb dürfe man dieses Feld nicht privaten Unternehmen überlassen: "Bei denen steht das Gewinnstreben im Vordergrund, das ist doch ganz klar."

Für die Wählerinitiative Rosenheim bat Stadtrat Franz Weiland, man möge Veolia eine Chance geben. Die Bahn sei auch nicht besser. Diese habe es immerhin geschafft, eine ganze Stadt abzuhängen, womit er sich auf die peinliche Lage in Mainz bezog, wo die Bahn in der Urlaubszeit zu wenig Personal hatte, um das Stellwerk zu bedienen.

CSU-Stadträtin Eleonore Dambach bezweifelte, ob der Vertrag mit Veolia überhaupt noch rechtsgültig ist. "Wenn es kein anderer machen kann, ist das unerheblich", meinte Bauer. Die Deutsche Bahn habe Züge und Personal inzwischen längst anderweitig verteilt.

Heute wird der Konzern in einer Pressekonferenz die Lage aus seiner Sicht schildern. Dabei interessiert auch die Antwort auf die von Dr. Wolfgang Bergmüller gestellte Frage, ob die gegenseitige Anerkennung der Fahrkarten auch für das beliebte Bayernticket der Bahn gilt bi

Kommentare