Kaum jemand verkauft

Wohnlagen in Rosenheim, Stand Mai 2014.
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Wohnlagen in Rosenheim, Stand Mai 2014.

Die Mieten steigen, die Preise für Immobilien gleichfalls. Was Miet- und Kaufinteressenten bei der Suche täglich erfahren, dokumentiert der soeben erschienene "Cityreport Rosenheim 2014" des IVD-Marktforschungsinstituts, der sich auf die Marktsituation in der Stadt bezieht.

Rosenheim - "Die Nachfrage nach Immobilien ist in Rosenheim nach wie vor hoch und das Angebot dagegen knapp", bestätigt Professor Stephan Kippes, Leiter des Instituts. Die niedrigen Zinsen sowie mangelnde sichere Anlageformen seien wichtige Gründe dafür, dass sich Kapitalanleger und Eigennutzer für Immobilien interessieren. Wegen dieser Situation halten Eigentümer ihre Verkaufsabsichten zurück. Häufig wird nur noch verkauft, wenn sich ein Paar scheiden lässt, jemand umzieht oder eine Immobilile erbt und sie nicht selber nutzen will.

Auch in umliegenden Gemeinden ist das Angebot knapp

"Der Zuzug aus ländlichen Regionen in die Stadt hält nach wie vor an", so IVD-Regionalbeirat Johann Hainz. "Vor allem die Nachfrage seitens der Generation ,50 plus' nach guten Objekten in zentralen städtischen Lagen habe deutlich zugelegt.

Große Liegenschaften auf dem Lande werden immer weniger an die nächste Generation weitergegeben. Zum einen zieht es die jüngere Generation wegen der Nähe zum Arbeitsplatz immer mehr in städtische Bereiche. Zum anderen nimmt die An-zahl der Personen ohne Nachkommen zu.

Diese Nachfragesituation habe in nahezu allen Marktsegmenten nicht nur im Bereich von Rosenheim zu einer Angebotsknappheit geführt, sagt Hainz. Auch in den umliegenden Gemeinden und Städten wie Raubling, Kolbermoor und Bad Aibling sei neben dem Chiemgau ein knappes Angebot mit hoher Nachfrage und daraus resultierenden steigenden Preisen zu verzeichnen.

In den letzten beiden Jahren hat sich die Preisspirale aufgrund der Angebotsver-knappung zum Teil deutlich nach oben bewegt. Auch Immobilien in nicht so günstiger Lage oder mit nicht so attraktiver Ausstattung finden dem Report zufolge derzeit relativ schnell und zu guten Preisen Käufer.

Im Neubaubereich sind nicht nur wegen der höheren Baugrundpreise, sondern auch aufgrund stetig steigender Material- und Lohnkosten sowie gestiegener Anforderungen an energetische Kriterien höhere Preise zu zahlen.

Zur Miete: Stadtgebiet sehr gefragt

Auf dem Mietmarkt gelten vor allem Wohnungen und Häuser im Stadtgebiet als gesucht. Aufgrund der Knappheit sind auch Angebote in ländlichen, aber stadtnahen Regionen gut zu vermarkten. Wichtig sind zeitgemäße Ausstattungen mit entsprechenden energetischen Werten sowie gute Anbindungen an Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und öffentliche Verkehrsmittel.

Der "Cityreport Rosenheim" erscheint zum vierten Mal seit 2011 und enthält weitere Informationen über über die Entwicklungen auf dem Wohn- und Immobilienmarkt in Rosenheim. Er wird ergänzt durch Grafiken mit akutellen Wirtschaftsdaten. Er kann beim IVD-Institut, Gabelsbergerstraße 36, 80333 München, Telefon 089/29082020 (institut@ivd-sued.net) oder im Online-Shop ivd-sued.net erworben werden.

Das Marktforschungsinstitut erhebt in Zusammenarbeit mit seinen Marktbe-richterstattern bereits seit 1969 regelmäßig die aktuellen Immobilienpreise in Bay-ern.

Kaufpreise und Mietpreise

Immobilienpreise

Gegenüber dem Frühjahr 2013 stieg in Rosenheim im Frühjahr 2014 der Kaufpreis für eine Eigentumswohnung aus dem Bestand mit gutem Wohnwert um rund 5,1 Prozent auf 2260 Euro pro Quadratmeter.

Bei den neuerrichteten Eigentumswohnungen war in diesem Zeitraum ein Anstieg von 10,1 Prozent zu verzeichnen. Für eine neugebaute Eigentumswohnung wurden im Frühjahr 2014 im Durchschnitt 3330 Euro pro Quadratmeter in den Quartieren mit gutem Wohnwert bezahlt.

Der aktuelle Kaufpreis für ein freistehendes Einfamilienhaus liegt in Rosenheim bei durchschnittlich 539000 Euro, für eine Doppelhaushälfte aus dem Bestand bei 435000 Euro und für ein Reihenmittelhaus aus dem Bestand bei 370000 Euro.

Bei den neu errichteten Häusern lag das Preisniveau im Frühjahr 2014 wie folgt: Doppelhaushälften 458000 Euro. Reihenmittelhäuser 375000 Euro (jeweils auf guten Wohnwert bezogen).

Mietpreise

Die Mietpreise für die Wohnungen aus dem Bestand lagen im Frühjahr 2014 im Durchschnitt bei 8,90 Euro pro Quadratmeter (guter Wohnwert).

Die Neubauwohnungen wurden zu Quadratmeterpreisen von 8,90 Euro (mittlerer Wohnwert) bis zu 10,80 Euro (guterWohnwert) vermietet.

Für eine Doppelhaushälfte aus dem Bestand wird derzeit 1310 Euro Miete verlang, für eine neuerrichtete Doppelhaushälfte 1340 Euro. Die Reihenmittelhäuser aus dem Bestand zur Miete liegen durchschnittlich bei 1130 Euro, die Reihenmittelhäuser/Neubau bei 1300 Euro(jeweils auf guten Wohnwert bezogen).

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