DELEGATION DES ROSENHEIMER GYMNASIUMS BEIM JUGENDPARLAMENT DER ALPENKONVENTION

Wie das Karo die Alpen beeinflusst

Die Rosenheimer Delegierten Quirin Wolfrum, Leo Fischbacher und Magdalena Estermann (von links) während der Generalversammlung. re
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Die Rosenheimer Delegierten Quirin Wolfrum, Leo Fischbacher und Magdalena Estermann (von links) während der Generalversammlung. re

100 Jugendliche aus zehn Schulen in sieben Ländern haben am elften Jugendparlament der Alpenkonvention (kurz YPAC) in der italienischen Stadt Bassano del Grappa teilgenommen. Sie berieten über aktuelle Probleme des alpinen Raums und versuchten, Lösungen zu finden. Mit dabei waren mit ihren Lehrern sieben Schüler des Karolinen-Gymnasiums, um sich mit dem Leitthema „Green Economy in the Alps“ eingehend zu beschäftigen. Karo-Schüler Kilian Schroeder hat die Eindrücke aus dem Jugendparlament zusammengefasst.

Rosenheim – Es sieht fast ein bisschen wie im Bundestag aus, nur der Altersdurchschnitt ist deutlich jünger und alle Anwesenden sprechen Englisch. Ansonsten ist es wie bei einer Debatte in Berlin, wenn im Theater der italienischen Stadt Bassano del Grappa wieder einmal die Frage im Raum steht, ob es Einwände bezüglich des eben Vorgetragenen gäbe. Und wieder einmal halten viele Jugendliche in der Menge ihre kleinen Schilder hoch, die die Flagge des jeweiligen Landes und den Namen der Heimatstadt zeigen.

In vier verschiedenen Komitees arbeiteten die jugendlichen Delegierten täglich an den Resolutionen, die in der Generalversammlung dem gesamten Parlament vorgestellt wurde. Eines davon wurde von dem Rosenheimer Schüler Jonas Pyhrr aus der Q11 geleitet und beschäftigte sich vor allem mit den wirtschaftlichen Aspekten des Leitthemas, wie etwa den Bedingungen für umweltfreundliche Start-Ups im Alpenraum.

Andere Resolutionen, die beratschlagt und teilweise verabschiedet wurden, stellten unter anderem folgende Ziele in den Fokus: einen erschwinglichen öffentlichen Nahverkehr zur Reduzierung von Emissionen oder effizientes Recycling zur Förderung von Mülltrennung im alpenländischen Raum. Eine weitere Forderung war es, den österreichischen Ansatz eines nachhaltigen Bergsteigerdorfes in der gesamten Alpenregion zu verbreiten. Die Komitees arbeiteten nicht nur für sich alleine, zwischendurch nahmen auch Wissenschaftler und Lokalpolitiker an den Diskussionen teil, um den Schülern bei der Fertigstellung ihrer Resolutionen zu helfen.

Einige Schüler, die zum ersten Mal dabei waren, zeigten sich beeindruckt von der Professionalität der Organisation und zeigten sich sehr motiviert, die verschiedenen Standpunkte, die Delegierte aus verschiedenen Ländern vertraten, zu realistischen und sinnvollen Vorschlägen auszuarbeiten.

Resolutionen verabschiedet

Bevor es dann in der Generalversammlung zur Abstimmung kam, bei der sich vor allem Resolutionen mit Rosenheimer Beteiligung durchsetzten, wandten sich Politiker an die Jugendlichen. So nannte der Präsident der Alpenkonvention, der Österreicher Markus Reiterer, das Jugendparlament „sehr wichtig für die Demokratie, die gegenseitige Kommunikation und die demokratische Entscheidungsfindung“.

In Rosenheim tagte das Parlament zuletzt im Jahr 2010. Die gastgebende Schule war damals das Karolinen-Gymnasium, das diese Woche in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und der Fachhochschule ausgerichtet hatte. Wie auch dieses Jahr in Bassano, war neben der politischen Arbeit ein vielfältiges Programm geboten, um den Teilnehmern die Kultur der Stadt und des Landes näherzubringen. Turnusgemäß wird das nächste Jugendparlament 2020 wieder in Rosenheim stattfinden.

Bereits vor der Sitzungswoche baute die Rosenheimer Delegation Kontakte zu Politikern wie der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig, zu verschiedenen Mitgliedern des bayerischen Landtags und zu Rosenheimer Stadträten auf. Jetzt, da die Resolutionen verabschiedet wurden, möchten die Schüler ihre Vorschläge an die „richtige“ Politik weiterleiten und auf diese Weise deren Arbeit ein Stück weit beeinflussen.

So wird es in den nächsten Monaten die Aufgabe der Schüler und ihrer Lehrer sein, dafür zu sorgen, dass die Ergebnisse nicht vergessen werden, sondern von Politikern gehört und besprochen werden.

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