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CONTAINERINSEL AM ESV

Kampf gegen Müllrowdys: Kameras und hohe Bußgelder

Katastrophales Bild: geplünderte Altkleidercontainer. Mit langen Griffwerkzeugen fischen die Diebe die Textilien aus dem Behälter heraus. Stadt Rosenheim

„Eine einzige Katastrophe“ nannte Oberbürgermeistern Gariele Bauer die Situation an der Wertstoffsammelstelle in der Hochfellnstraße. In der Tat sprachen die Fotos, welche die Stadtverwaltung gemacht hatte, für sich: Der Platz verwandelt sich immer wieder in eine wilde Abfallkippe.

Rosenheim – Sperrmüll aus Haushaltsauflösungen, aufgebrochene Kleidercontainer, Scherben, Kartons voller Abfall, einfach zwischen und vor die Container geworfen, Plastik, das bis in die Vorgärten weht, unangenehme Gerüche: Immer wieder präsentiert sich der Platz am ESV-Gelände verdreckt und zugemüllt. Ein Problemstandort – auch, weil er direkt an der Durchgangsstraße liegt, gut anzufahren und schwer einsehbar ist. Vor allem am Wochenende sind hier die Abfallrowdys am Werk, berichtete Ralf Seeburger, Leiter des Grünflächen- und Umweltamtes, im Umweltausschuss des Stadtrates.

Dieser beschäftigte sich auf Antrag der CSU-Fraktion mit der Problematik. Die CSU wollte unter anderem wissen, zu welchen Ergebnissen die Videoüberwachung an dieser Wertstoffinsel gekommen ist. Denn weil die Beseitigung des Mülls beträchtliche Kosten verursacht, hatte der Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz im Frühjahr 2017 einer temporären Videoüberwachung zugestimmt.

Altkleidercontainer geplündert

Die Kamera wurde nach Angaben der Verwaltung so positioniert, dass der Aufnahmewinkel ausschließlich den bevorzugten Sperrmüllablagerungsort erfasste. Schilder wiesen warnend auf die Kamera hin. Zuerst mit Erfolg: Die Vermüllung ging spürbar zurück, so Seeburger. Bei den in dieser Zeit festgestellten Verstößen handelte es sich nur um kleinere Delikte. Die Verursacher mussten ihre Ablagerungen selbst wieder entfernen. Gegen diese Verstöße erfolgte auch kein Bußgeldverfahren.

Im Frühjahr 2018 spitzte sich die Situation jedoch erneut zu: Die Müllberge nahmen wieder stark zu. Diesmal ging es vor allem um Altkleiderablagerungen. Die Container wurden wiederholt geplündert, die guten Textilien entwendet, die nicht brauchbaren Kleidungsstücke blieben einfach verstreut am Boden liegen. Der Betreiber der Altkleidercontainer wurde aufgefordert, die Container vor dem Wochenende zu leeren. Zudem mussten die Behälter mit plünderungssicheren Einwurfschleusen ausgestattet werden.

Seit Ende April nimmt auch wieder die Ablagerung von Sperrmüll zu, bedauert die Stadtverwaltung. Die Auswertung der Kamera ergab, dass offensichtlich die Fahrzeuge die nördliche der beiden Zufahrten benutzen und auf Höhe der Altkleider- und des Biogutcontainers parken. Beides lag außerhalb der Einstellung der ersten Kamera.

Bereits Ende Mai hatte die Verwaltung entschieden, dass eine weitere Kamera aufgestellt wird, um die bisher nicht erfassten Flächen zu überwachen. Diese ist seit Juli in Betrieb. Zusätzlich wurde ein LED-Strahler installiert. Außerdem wurden Sperren aufgebaut, die verhindern sollen, dass große Sperrmüllgegenstände abgestellt werden können, teilte Seeburger im Ausschuss mit..

Wenn es gelingt, Schmutzfinken zu identifizieren, gibt es ein Bußgeld. Das ist bereits einmal ausgestellt worden, berichtete Bauer. Ob das Bußgeld denn hoch genug sei, um eine abschreckende Wirkung zu erreichen, fragten Dr. Wolfgang Bergmüller (CSU), auch in seiner Funktion als stellvertretender ESV-Vorsitzender, und Markus Dick (SPD). Ist es, lautete die Antwort: 500 Euro kommen unter anderem im Fall von wilden Sperrmüllablagerungen schnell zusammen, denn in die Kalkulation wird auch eingerechnet, wie hoch die Entsorgungskosten für die Stadt sind.

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