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Neues Projekt

Jugendhilfswerk plant in Rosenheim Wohngemeinschaft für Menschen mit und ohne kognitive Beeinträchtigungen

Eine Wohngemeinschaft aus Menschen mit und ohne seelische Beeinträchtigung plant das KJSW in Rosenheim zu eröffnen.
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Eine Wohngemeinschaft aus Menschen mit und ohne seelische Beeinträchtigung plant das KJSW in Rosenheim zu eröffnen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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An der Rosenheimer Schillerstraße entsteht ein neues Gebäude. Wohnen sollen dort Studenten, gemeinsam mit Menschen, die mit einer kognitiver Beeinträchtigung oder einer Autismus-Spektrum-Störung leben. Im Herbst entscheidet sich, wer dort einziehen darf.

Rosenheim – Gemeinsam wohnen, gemeinsam leben, untereinander helfen: Das Katholische Jugendsozialwerk München (KJSW) will an der Rosenheimer Schillerstraße ein Haus für inklusives Wohnen bauen. Zusammen leben sollen dort Studenten mit Menschen, mit kognitiver Beeinträchtigung oder einer Autismus-Spektrum-Störung.

An der Schillerstraße haben die Arbeiten bereits begonnen.

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Als Basis für die Finanzierung diente unter anderem eine Spende aus einer der jüngsten Weihnachtsaktion „OVB Leser zeigen Herz“. Denn mehr als eine Million Euro kostet der Bau des Wohnheims. Dabei fungiert das KJSW als Träger, Eigentümerin ist die Paula-Schamberger-Stiftung mit Sitz in Samerberg.

Platz für neun Bewohner

Neun Bewohnern soll die neue Einrichtung Platz bieten: vier Studenten und fünf Bewohnern mit Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung oder einer Autismus-Spektrum Störung. „Ziel ist ein respektvoller Umgang miteinander auf Augenhöhe“, sagt Astrid Fiebiger, Leiterin der Fachabteilung für ambulante Dienste beim KJSW in Rosenheim.

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Die Arbeit der KJSW umfasst ein weites Feld. Kurz gesagt, geht es Fiebiger und ihren Kollegen vor allem darum, den Menschen zu helfen, ihren Alltag zu meistern: zu lernen, für sich selbst zu sorgen, Hobbys zu entwickeln. Auch dies soll in der neuen Wohnform, wenngleich in anderer Art und Weise, geschehen.

Soziale Kompetenz entwickeln

„Die Studentinnen und Studenten haben die Möglichkeit, während des Zusammenlebens große soziale Kompetenz zu entwickeln“, sagt Fiebiger im Blick auf die Lebenserfahrung, die sie hier sammeln könnten. Und letztendlich komme bei dieser Wohnform noch eine andere Sache zur Geltung: das soziale Engagement, was sich in den Lebensläufen der Studenten auch nicht schlecht mache.

Informationsabend im Herbst

Und welche Bewohner sollen ins Haus? Zum Richtfest im Herbst ist zunächst ein Infoabend geplant, bei dem sich die Menschen mit Einschränkungen über das Wohnangebot informieren können. Ein Erhebungsbogen hilft, den Förderbedarf der künftigen Bewohner zu bestimmen. „Anschließend wird dieser ausgewertet, um zu ermitteln, welche Bewohnerinnen und Bewohner mit Beeinträchtigung gut zusammen passen“, sagt Fiebiger.

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Erst, wenn diese Bewohner feststehen, geht es an die Auswahl der Studenten. „Ich wünsche mir eine gemischte WG aus Männern und Frauen“, sagt Astrid Fiebiger über ihre Vorstellungen, wer dort zusammenlebt. Fiebiger strebt an, dass an der Schillerstraße keine reine Zweck-WG zusammenkommt: gemeinsam kochen, gemeinsame Ausflüge – all dies soll die Bewohner zusammenbringen, aber jeder sei selbstredend frei darin, welche der Angebote er nutze.

Vorbilder aus München

„Selbstverständlich ist niemand an die WG gefesselt. Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner feststellen, dass diese Wohnform doch nicht die geeignete ist, kann man, wie woanders auch, ausziehen. Für die Gestaltung eines harmonischen Zusammenlebens trägt jede Bewohnerin und jeder Bewohner selbst bei.“

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Welche Studenten in die Wohngemeinschaft einziehen dürfen, entscheiden die Bewohner selbst. Zur Seite stehen ihnen zwei Sozialpädagogen. Sie selbst wohnen nicht in der WG und sind nur während ihrer Dienstzeiten vor Ort.

Über bisheriges Angebot hinaus

Vorbilder für das Projekt fand die KJSW in München, wo es schon mehrere solcher Wohngemeinschaften gebe. Darunter das Projekt „Gemeinsam leben lernen“. „Mit diesen standen wir mehrfach in Kontakt und tauschen uns heute noch aus“, berichtet Astrid Fiebiger.

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