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Am 3. Juli im Mangfallpark

Johannes Oerding eröffnet Strandkorb-Festival in Rosenheim: „Jetzt steht das große Nachholen an“

Der deutsche Popsänger und Songwriter, Johannes Oerding, eröffnet am 3. Juli das Strandkorbfestival im Rosenheimer Mangfallpark.
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Der deutsche Popsänger und Songwriter, Johannes Oerding, eröffnet am 3. Juli das Strandkorbfestival im Rosenheimer Mangfallpark.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Rosenheim – Sänger Johannes Oerding eröffnet am Samstag, 3. Juli, das Strandkorb-Festival im Rosenheimer Mangfallpark. Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen spricht er über Politik, warum ihn ohne Hut niemand erkennt und worauf sich die Rosenheimer Anfang Juli freuen können.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Besuch in Rosenheim?

Johannes Oerding:„2018 haben wir auf dem Sommerfestival gespielt. Es war total schön. Vor dem Konzert waren wir noch im Freibad. Das war wie ein großer Klassenausflug. Und dann natürlich am Abend das geile Konzert mit so vielen Menschen.“

In diesem Jahr werden es nicht ganz so viele Leute sein wie vor zwei Jahren.

Oerding: „Wir freuen uns, dass wir überhaupt wieder auf die Bühne dürfen. Das ist auch für mein ganzes Team unheimlich wichtig, die seit 15 Monaten nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen konnten und von Hilfen leben mussten. Wir waren die Ersten, die aufhören mussten und sind die Letzten, die wieder anfangen dürfen.“

Haben Sie sehr unter der Pandemie gelitten?

Oerding: „Man durchlebt diverse Phasen. Am Anfang war da natürlich eine große Traurigkeit, weil ich überhaupt nicht wusste, wie es weitergeht. Irgendwann hat dann die Resignation eingesetzt. Dann habe ich angefangen, ein bisschen aktionistisch zu werden, und schließlich habe ich mich ins Kreative gestützt. Ich habe viel im Studio gearbeitet und für andere Leute Lieder geschrieben. Beispielsweise für Peter Maffay, Ina Müller, und Udo Lindenberg. Mit Wincent Weiss habe ich auch gemeinsam Musik gemacht.“

Lesen Sie auch: Strandkorb-Open-Air in Rosenheim: Shows von Johannes Oerding verschoben- die Konzertliste im Überblick (Plus-Artikel ovb-online.de)

Es hört sich an, als ob die Pandemie Sie auch inspiriert hat.

Oerding: „Ich habe meine Lieder schon immer über das geschrieben, was mich bewegt und beeindruckt hat. Ich denke, das ist bei vielen Songwritern so. Wir beobachten und schauen genau hin, was gerade so vor sich geht. Nicht nur bei uns selber, sondern auch in der Gesellschaft. In meinen neuen Liedern, die ich übrigens auch in Rosenheim spielen werde, steckt deshalb viel von den letzten anderthalb Jahren drin.“

Muss man als Sänger und Songwriter also ein offenes Buch sein?

Oerding: „Es kommt natürlich immer darauf an, wie viel man zulässt. Ich bin der Meinung, dass man es nur schafft, die Leute zu berühren, wenn man sehr offen ist und auch gefühlvolle Dinge preisgibt. Man sollte sich in seinen Liedern niemals verstecken.“

Sehen Sie sich in einer Vorbildfunktion?

Oerding: „Ja. Ich glaube aber generell, dass jeder der die Chance hat, Leute auf eine positive Art und Weise zu erreichen, weil er beispielsweise ein Mikrofon in der Hand hat, damit verantwortungsvoll umgehen muss. Es ist wichtig darauf zu achten, was man sagt und wofür man steht.“

In ihren Liedern setzen Sie sich auch immer wieder mit politischen Themen auseinander. Warum?

Oerding: „Ich bin ein total politischer Mensch. Je älter ich wurde, desto mehr habe ich mich mit der Welt da draußen befasst. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich zumindest darüber reden muss. Ich denke, dafür sind wir Musiker auch da. Dass wir manchmal einfach nur ein Thema vorgeben. Und dann darf eine gesellschaftspolitische Frage auch mal ein bisschen kritischer sein oder wehtun.“

Das gefällt sicherlich nicht allen.

Oerding: „Es gibt immer wieder Leute, die sagen, dass ein Musiker seine Musik machen soll und sich aus diversen anderen Dingen heraushalten soll. Aber ich bin ja nicht nur Musiker, sondern auch ein Bürger dieses Landes. Und habe dementsprechend auch große Lust mitzugestalten. Generell schafft es niemand, es allen Menschen Recht zu machen. Ich könnte der Dalai Lama sein und irgendjemand würde trotzdem kommen und sagen, ne den mag ich nicht.“

Hatten Sie schon immer so eine Einstellung?

Oerding: „Nein, die ist erst über die Jahre gekommen. Am Anfang wollte ich es allen recht machen. Da habe ich auch mehr ja gesagt als nein. Ich glaube, so etwas muss man erlernen. Das gehört auch zum Erwachsenwerden dazu, dass man sein Profil schärft und eine klare Position bezieht.“

Lesen Sie auch: Der Sommer in Rosenheim ist zurück mit Beachvolleyball, Kultur und Schaustellern (Plus-Artikel ovb-online.de)

Lesen Sie Kritiken über Ihre Lieder?

Oerding: „Ich lese nicht mehr so viel Kritiken. Das berührt mich doch immer. Eben auch weil meine Lieder und die Texte sehr persönlich sind und ich mich daher schnell persönlich angegriffen fühle. Was natürlich eine ganz normale menschliche Reaktion ist. Deshalb vermeide ich das einfach. Ich freue mich dafür umso mehr, wenn die Leute bei meinen Konzerten klatschen und Zugabe rufen. Besser geht es gar nicht.“

Hand aufs Herz. Werden Sie oft erkannt?

Oerding: „Das ist in den letzten Jahren tatsächlich immer mehr geworden. Unter anderem weil ich auch viel im Fernsehen war oder auch gerade wieder bin mit „Sing meinen Song“. Das ist schon so, dass das Gesicht immer bekannter wird. Vor allem wenn ich einen Hut aufhabe. Wenn ich keinen Hut trage, erkennt mich keiner. Aber anderseits, genau wie Kritik zu kriegen, gemocht oder nicht gemocht zu werden, gehört das eben auch zum Job dazu.“

Aber haben Sie nicht auch einmal Tage, an denen Sie einfach nur Ihre Ruhe haben wollen?

Oerding: „Klar gibt es Momente, wo man gerade etwas macht und nicht gestört werden will. Man will zum Beispiel etwas essen und merkt, das man aus der Hüfte heraus gefilmt wird. Das ist dann natürlich ein bisschen unangenehm. Aber ich mache diesen Beruf so gerne, weil ich einfach Menschen mag und gerne mit ihnen quatsche. Deshalb lebe ich auch in einer Großstadt, und bin oft in Hotels und Lobbys. Ich bin einfach gerne unter Leuten, um zu beobachten, zuzuhören und eben auch Themen zu finden.“

Man hört Ihnen an, dass Sie ihren Beruf gerne machen.

Oerding: „Der Beruf Sänger ist das Einzige was mich von morgens bis abends wirklich glücklich macht. Das ist ein Privileg und ich bin super dankbar dafür.“

Gibt es Dinge, die Sie noch erreichen wollen?

Oerding: „Die Pandemie hat gezeigt, dass man nicht soweit vorausdenken kann. Aber jetzt steht erst einmal das große Nachholen an. Wir müssen rund 200 Konzerte, die wir verlegen mussten, nachholen. Das heißt, ich werde die nächsten anderthalb Jahre auf Tour sein. Ich werde außerdem an neuer Musik arbeiten. Album sieben soll ja irgendwann auch rauskommen. Und vielleicht kommt ja auch noch mal die eine oder andere schöne Überraschung nebenher.“

Wie das EM-Lied mit Wincent Weiss?

Oerding: „Das Lied ,Die guten Zeiten‘ ist zufällig zum EM-Lied geworden. Das hatten wir so nicht geplant. Ich freue mich natürlich sehr darüber, weil ich ein großer Fußballfan bin. Wer hätte das gedacht, dass ich mal für eine Europameisterschaft ein Lied schreibe.“

Worauf können sich die Rosenheimer beim Strandkorb-Festival Anfang Juli freuen?

Oerding: „Wir machen ein Lagerfeuer-Konzert. Ich habe ein Feuer mitgebracht und werde von allen meine Alben meine Lieblingslieder spielen. Natürlich auch die Hits, die die Leute aus dem Radio kennen. Vielleich sogar in einer ganz neuen Version. Und natürlich werde ich meine neuen Lieder spielen.“

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