Mit 50 Schildern will Rosenheim mehr für die Artenvielfalt in der Stadt tun

50 neue Schilder in Rosenheim: Niklas Pauker von der Stadtgärtnerei kümmert sich um die Anbringung im Mangfallpark Nord.
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Vor einem Jahr rettete eine Mehrheit der Bayern mittels Volksentscheid die Bienen, jetzt trägt auch Rosenheim einen Teil zur Artenvielfalt bei. Eine erste Maßnahme wurde bereits umgesetzt.

Rosenheim – Schafgarbe, Johanniskraut und Löwenzahn: Im Rosenheimer Mangfallpark Nord wachsen zahlreiche Wildkräuter und Wiesenblumen. Überall schwirren Bienen, Hummeln und andere Insekten. Mitten auf der Wiese steht ein Schild mit der Aufschrift „Lebensraum“.

50 Schilder in Rosenheim verteilt

Es ist eines von 50 Schildern, das in den vergangenen Tagen von den Mitarbeitern der Stadtgärtnerei aufgestellt wurden. Die Schilder sollen, so teilt es die Stadt in einer Pressemitteilung mit, auf die „veränderte Pflege für mehr Artenvielfalt“ hinweisen. Die Finanzierung übernimmt dabei das Umwelt- und Grünflächenamt.

Es blüht: So sieht es am Mangfalldeich in der Höhe der Freie Turnerschaft aus. Seebacher

Seit Anfang des Jahres wird an Konzept gearbeitet

Und genau die arbeiten, gemeinsam mit der Stadtgärtnerei, dem Rosenheimer Landschaftsplaner Robert Haidacher und der Frasdorfer Biologin Christine Mayr seit Anfang des Jahres an einem Maßnahmenkonzept zur Steigerung der Biodiversität. Damit soll bei der Pflege der Flächen die biologische Vielfalt stärker berücksichtigt und gefördert werden.

Idee: Nur noch zweimal im Jahr gemäht

Das Konzept sieht unter anderem vor, einige Flächen in der Stadt je nach Beschaffenheit nur noch ein- bis zweimal pro Jahr zu mähen.

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Das Mahdgut werde zunächst liegen gelassen, damit sich die Pflanzen aussähen können. Erst dann wird das Schnittgut gesammelt und abgefahren, teilt die Stadt mit. „Durch diese Vorgehensweise können sich dauerhaft verschiedene Insekten und Pflanzen ansiedeln“, sagt der Leiter des städtischen Umweltamtes, Ralf Seeburger. Außerdem würden Altgrasstreifen als „Unterschlupf für Insekten“ liegen gelassen, die wiederrum eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel seien

Böschungsflächen entlang der Mangfall

Bei den Flächen handelt es sich hauptsächlich um Grünflächen, die an Straßen liegen, sowie um Böschungsflächen entlang der Mangfall und des Mangfallkanals. „Es sind weitgehend Wiesenflächen, die bisher mit Mulchmahd gepflegt wurden“, teilt die Stadt mit. Also Flächen, auf denen das Schnittgut liegen blieb, um die Nährstoffversorgung des Bodens sicherzustellen beziehungsweise zu verbessern. Das Maßnahmenkonzept sehe auf besagten Flächen eine Extensivierung vor. Heißt: eine geringe Mahdhäufigkeit, eine spätere Mahd und eine Abfuhr des Mahdguts, um den Standort auszuhagern.

Optik in der Stadt soll verbessert werden

„Wir wollen unter anderem auch die Optik der jeweiligen Flächen verbessern, damit auch Spaziergänger etwas von den blühenden Wiesenflächen haben“, sagt der Landschaftsplaner Robert Haidacher, der von der Stadt beauftragt wurde, sich des Themas anzunehmen.

Krokusse und heimische Wildsträucher

Haidacher könne sich auch vorstellen, auf den innerstädtischen Flächen, beispielsweise in der Nähe des Friedhofes, Krokusse anzupflanzen. Auch heimische Wildsträucher auf Wiesen die neben einem Wald liegen seien eine Option.

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Das Konzept sei „fast fertiggestellt“, dann gehe es an die Umsetzung, sagt Haidacher. Diese Aufgabe werden die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei übernehmen.

Erfolg erst in einigen Jahren sichtbar

Das Projekt ist, laut Stadtverwaltung, so angelegt, dass in den Folgejahren „flexibel auf veränderte Standortbestimmungen reagiert werden kann. „Es ist wichtig, dass wir Geduld haben“, sagt Haidacher. So werde sich ein Erfolg nicht gleich im nächsten Jahr verzeichnen lassen.

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