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„Wenn der Bass kommt, dann dreht Ihr durch“

Erstes Konzert für Jan Delay nach 19 Monaten: Strandkorbdisco im Rosenheimer Mangfallpark

Endlich wieder auf der Bühne: Jan Delay und seine Band zogen in Rosenheim eine unterhaltsame Show ab.
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Endlich wieder auf der Bühne: Jan Delay und seine Band zogen in Rosenheim eine unterhaltsame Show ab.
  • VonAndreas Friedrich
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Was passiert, wenn eine extrem spielfreudige und 19 Monate lang ausgebremste Band auf ein musikalisch ausgehungertes Publikum trifft? Ganz einfach – dann ist Showtime. Zumindest wenn Jan Delay kommt!

Rosenheim – Von Beginn an herrschte beim Auftritt von Jan Delay alias Jan Philipp Eißfeldt mit „Disko No.1“ beim Strandkorbfestival im Rosenheimer Mangfallpark allerbeste Laune und die Gäste standen vor ihren norddeutschen Küsten-Sitzgelegenheiten, die angesichts des idealen Sommerwetters diesmal zum Glück nicht als Regenschutz gebraucht wurden.

„Wenn der Bass kommt …“

„Moin! Wenn der Bass kommt, dann dreht Ihr durch – das ist das erste verdammte Konzert!“ So leitete der Hamburger Hiphop-Musiker das nach langer Zeit erste Livekonzert seiner Band ein, welches unter dem Motto „Earth, Wind und Feiern“ stand, frei nach der legendären Soul- und Funkband und dem Titel des neuen Albums.

Bei Jan Delay dreht sich nicht alles um Unterhaltung

Mit druckvollen Beats und knackigem Bläsersatz ging es auch gleich in die Vollen mit „What is up“. Delay, der unter anderem von Prince, den Blues Brothers und Udo Lindenberg beeinflusst wurde, gab sich als hervorragender Entertainer und nahm die Festivalgäste von Beginn an mit, animierte zum Mitsingen und -sporteln mit Hüpf- und Aerobicübungen inklusive Bewegungeneinfrieren mit der „Freeze-Technik“.

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Bei ihm geht es textlich aber nicht ausschließlich um Unterhaltung, sondern auch um Gesellschaftliches – allerdings nicht mit dem Holzhammer, sondern mit Augenzwinkern, hanseatischer Lässigkeit und dem dazugehörigen Tanzrhythmus. „Besorgte Bürger“ bekommen beispielsweise im Song „Spaß“ so einiges ab: „Sie hatten alle noch nie Spaß/Und darum sind sie voller Hass/Sie wissen gar nicht, wie das geht/Wie man liebt und wie man lebt“.

Wenigstens 5 Euro an Seawatch

Die Zuhörer auf dem „Deich“, die keinen Eintritt gezahlt hatten, forderte Delay auf, wenigstens fünf Euro an Seawatch zu spenden – nette Geste.

Der Sound des neuen Albums „Earth, Wind und Feiern“ ist tanzbar, die Stilrichtungen unterschiedlich und variabel: Von Funk und Disco wechselte Delay fließend zu einer schönen Pop-Ballade („Alexa“), um den Reggae „Vergiftet“ folgen zu lassen, wieder mit einigen Seitenhieben auf aktuelle Zeitgenossen. Das Ganze wurde fein dargeboten mit Unterstützung seiner exzellenten Band, bestehend aus drei Bläsern, Schlagzeug, Keyboards, Bass, Gitarre und einem wunderbaren Damentrio als Backgroundsängerinnen.

Die Rampensau von der Reeperbahn

„Jetzt kann’s losgehen mit dem Rave!“ - Delay setzte immer wieder einen drauf als Rampensau von der Reeperbahn und zog weitere Steigerungen aus seinem weißen Hut, setzte sich selber an die Congas und kredenzte die Ohrwürmer „Action“ und „Feuer“. Das Publikum war restlos begeistert von Rhythmus, Sound und Show.

Zum als Reggae gespielten Nena-Cover „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ stieg Jan Delay auf die untere Bühnenebene – eine weitere Annäherung an das lang vermisste Publikum. „Jetzt kommen wir langsam zur Schlussrampe“ rief er und setzte zum musikalischen Endspurt an. Einen wunderbar poetischen Abschluss setzten Jan Delay und „Disko No.1“ noch, als die Klänge seines Hits „Eule“ durch den Mangfallpark flogen: „Und immer wenn der Mond scheint, dann ist Showtime...“

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