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Service auf dem Prüfstand

Jahresranking der BEG zeigt – Bahnbetreiber im Landkreis Rosenheim haben Luft nach oben

Punkte für Sauberkeit, Ausstattung und Umgang mit Kunden: Sowohl der Meridian als auch die Südostbayernbahn sind im Ranking der Bayerischen Eisenbahngesellschaft durchschnittlich.
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Punkte für Sauberkeit, Ausstattung und Umgang mit Kunden: Sowohl der Meridian als auch die Südostbayernbahn sind im Ranking der Bayerischen Eisenbahngesellschaft durchschnittlich.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Die beiden Regional- und S-Bahnnetze in Rosenheim, Traunstein und Mühldorf bleiben bei der Bewertung von Fahrgästen und unabhängigen Testern der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) im Mittelfeld stecken. Der Grund dafür ist mehr als ungewöhnlich.

Rosenheim/Traunstein/Mühldorf – Die Züge im Landkreis kommen dem bayernweiten Qualitätsniveau nur bedingt hinterher. Lautdem offiziellen Jahresranking der Bayerische Eisenbahngesellschaftentspricht die Servicequalität der Netze in Rosenheim, Mühldorf und Traunstein zwar den Mindestanforderungen, hat aber gegenüber anderen Linien Nachholbedarf. Durch den gestiegenen Durchschnittswert von 45,7 Punkten sind die regionalen Züge nur noch im Mittelfeld zu finden.

Bewertung durch Tester und Fahrgäste

Beim Ranking der Gesellschaft wird der Regional und S-Bahn Verkehr in ganz Bayern unter die Lupe genommen. Mithilfe von externen Testern und Fahrgastbefragungen werden die einzelnen Linien auf einer Skala von -100 bis +100 Punkten bewertet. Das Ergebnis: 28 von 31 Netzen erzielen Werte über null Punkten und übertreffen somit die Mindesterwartungen der BEG.

Die Routen im Landkreis sortieren sich dabei rund um den Durchschnittswert ein. Besonders getroffen hat es in diesem Jahr die Südostbayernbahn (SOB). Das Netz, belegt mit 32,7 Punkten den 20. Platz und musste im Vergleich zum Vorjahr rund 10 Punkte einbüßen. Ein Sprecher der SOB bedauert die schlechte Bewertung und führt sie auf diverse Leihfahrzeuge zurück, die im letzten Jahr zum Einsatz kamen und nicht dem üblichen Standard entsprachen. Auch ein durchgeführter Wechsel der Reinigungsfirma hat sich demnach negativ ausgewirkt.

Chiemgau-Inntal-Netz nimmt Fahrt auf

Mehr Grund zur Freude gibt es bei dem Chiemgau-Inntal-Netz (Meridian), das von der Bayerischen Regiobahn (BRB) betrieben wird. Dieses landete mit 49,3 Punkten auf Platz 13 und konnte die schlechte Bewertung vom Vorjahr (22,1) wieder ausgleichen. „Wir freuen uns sehr über die verbesserte Servicebewertung in dem sehr anspruchsvollen Ranking der BEG“, berichtet Annette Luckner, Pressesprecherin des Meridian-Betreibers. Sie kennt die ständigen Schwankungen der Bewertung und schätzt diese gerade in Hinsicht auf Corona als völlig normal ein.

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Spitzenreiter in Bayern ist in diesem Jahr das fränkische Netz Kahlgrund mit 97,3 Punkten. Am schlechtesten kommt das Dieselnetz Ulm weg, das an der Grenze zu Baden Württemberg in Schwaben verläuft und mit -14,2 Punkten abschließt.

Um den Schienenverkehr miteinander zu vergleichen, werden über das ganze Jahr hinweg die Sauberkeit der Fahrzeuge, die Fahrgastinformation, die Ausstattung, die Zugbegleiter und der Kundenumgang bei Beschwerden von unabhängigen Testern bewertet.

Der Meridian am Bahnhof Bad Aibling: Nach dem Absturz im BEG-Ranking 2019 konnte sich das Netz der BRB wieder um 27 Punkte steigern

Pünktlichkeit wird separat bewertet

Die Pünktlichkeitswerte fließen dagegen nicht in das Ranking zur Servicequalität ein, sondern werden extra bewertet. Hier erreichte der Meridian einen soliden Wert von 92 Prozent an pünktlichen Zügen, während 3,6 Prozent komplett ausfielen. Bei der SOB kamen sogar rund 96 Prozent der Regio- und S-Bahnen pünktlich, allerdings fielen auch 6,3 Prozent aus. Durchschnittlich sind bayernweit 6 Prozent der Bahnen gar nicht gekommen. Von den verbliebenen Zügen kamen dafür 94,1 Prozent zur angekündigten Zeit. Laut Statistik werden alle Linien als pünktlich gewertet, die weniger als sechs Minuten Verspätung haben. Die meisten Verzögerungen gehen auf die Infrastruktur wie Störungen (22 Prozent) oder Bauarbeiten (9 Prozent) zurück.

„Während der Corona-Krise waren saubere Züge und Kundenorientierung so wichtig wie nie zuvor“, sagt die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. Gerade in diesem Aspekt haben daher laut Ranking nahezu alle Bahnnetze zugelegt.

Die Corona-Pandemie kam dabei der Sauberkeit zugute, da deutlich weniger Gäste die Bahn nutzten, wie Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG, betont. Die Daten seien allerdings so aussagekräftig wie bisher. Denn die Anzahl an Befragungen und Prüfungen habe sich trotz Corona nicht geändert.

Resultate als Anreiz zur Verbesserung

Die Ergebnisse der Messungen, die seit 2008 vorgenommen werden, haben unmittelbare finanzielle Auswirkungen auf die Betreiber. Erreicht ein Unternehmen den Wert Null, sind die Erwartungen der BEG gerade erfüllt. Wer darüber liegt, erhält eine Bonuszahlung, wer Minuspunkte verzeichnet, zahlt eine Strafe. Für die Betreiber SOB und BRB ist das laut eigener Aussage ein Anreiz, den Kundenservice in Zukunft kontinuierlich zu verbessern.

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