80 Jahre alte Buchen erhalten

Zum Bericht "Ringen um jeden Baum" im Lokalteil:

Dank der Unterschriftenaktion des Bund Naturschutz zum Erhalt der Bäume am Südtiroler Platz habe ich von diesem Thema erfahren und muss leider nach dem Lesen des Berichtes feststellen, dass der Kampf um den Erhalt der Bäume aktueller denn je ist. Welche Scheinargumente hier vom Baudezernenten Cybulska und Grünplaner König angegeben werden, warum diese schönen alten Bäume weichen müssen, ist mir unbegreiflich. Es werden Barrierefreiheit im Eingangsbereich, kurze Wege für Fußgänger und Standplätze für Taxis und Kurzzeitparker aufgeführt. Meiner Meinung nach ist das alles vereinbar mit dem Erhalt der Bäume. Das sollte auch die Herausforderung der Architekten sein. Bei dem Argument, man müsse auch jungen Bäumen Lebensraum bieten, musste ich laut lachen. Der Lebensraum, den ein alter Baum bieten kann, ist durch nichts zu ersetzen. Anstatt das Geld für den Abriss des Bunkers auszugeben und dabei die Bäume zu fällen, sollte man überlegen, ob man den Bunker nicht in das Konzept miteinbinden und das somit freigewordene Geld in die Pflege und den Erhalt der alten Bäume stecken kann. Ob das ehemalige Oberbahnamt ohne Bäume an städtebaulicher Wirkung gewinnt, bleibt dahingestellt. Abschließend möchte ich noch Eugen Roth zitieren: "Zu fällen einen schönen Baum, braucht‘s eine halbe Stunde kaum - zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenkt es, ein Jahrhundert!" Dieses Zitat habe ich in der Baumschutzverordnung der Stadt Rosenheim gefunden.

Carola Otten

Rosenheim

Skeptisch habe ich die Äußerungen von Baudezernent Helmut Cybulska gelesen, wenn er einerseits sagt, dass es das Ziel sei, so viele Bäume wie möglich zu erhalten, andererseits aber aufzählt, welche Ziele die Entwicklung des Bahnareals hat, nämlich die "komfortable" Erreichbarkeit von 20 Stellplätzen für Taxis und die Verlegung von 25 Kurzzeitstellplätzen für das private Abholen und Bringen an den Bahnhofseingang. Bei den Taxifahrern sind die Standplätze im Schatten der alten Buchen besonders beliebt. In welchem Zusammenhang die Planungen nach Barrierefreiheit und die kurzen Wege für Fußgänger mit der Fällung der Bäume stehen, wurde nicht ausgeführt. Als Antwort auf ein Schreiben an die Oberbürgermeisterin zur Fällung der Bäume wurde ich auf die Pläne des ersten Preisträgers des Architekturwettbewerbes verwiesen. Hier wird ersichtlich, dass der Busbahnhof nordwestlich vom ehemaligen Oberbahnamt auf das jetzige Gelände des Fahrradverleihs und nicht direkt vor den Bahnhof verlagert wird. Nach diesen Plänen sind hier Grünflächen mit Bäumen geplant, was ebenfalls nicht gegen den Erhalt des alten Baumbestandes spricht. Fünf besonders schöne Bäume stehen rund um den Bunker. Warum kann man nicht den Bunker als zeitgeschichtliches Denkmal zusammen mit den Bäumen erhalten? Liest man die Äußerungen von Herrn König, hat man nur noch wenig Hoffnung für die Bäume. Wenn heute im Stadtgebiet keine Buchen mehr gepflanzt werden, da diese empfindlich gegenüber Salzstreuung und Druck reagieren, sollte man diese Baumgruppe doch besonders pflegen, haben sie doch 80 Jahre gut auf dem Bahnhofsvorplatz gelebt. Eine Begehung des Bund Naturschutz hat ergeben, dass sie sich in gutem Zustand befinden.

Daniela Dieckhoff

Rosenheim

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