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Schutz vor Überflutungen

Ist Rosenheim einem großen Hochwasser gewachsen? Das sagt das Wasserwirtschaftsamt

Ein Blick in die Vergangenheit: Das Hochwasser 2013 hat den Stadtteil Oberwöhr besonders schwer getroffen. Der Dauerregen der vergangenen Tage weckt bei den Anwohnern Erinnerungen von damals.
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Ein Blick in die Vergangenheit: Das Hochwasser 2013 hat den Stadtteil Oberwöhr besonders schwer getroffen. Der Dauerregen der vergangenen Tage weckt bei den Anwohnern Erinnerungen von damals.
  • Anna Hausmann
    vonAnna Hausmann
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Nach dem August-Hochwasser ist die Verunsicherung groß, ob der Hochwasserschutz in Rosenheim ausreichend ist. Wasserwirtschaftsamt-Chef Paul Geisenhofer und Planungsleiter Christoph Wiedemann erklären die bisherigen und zukünftigen Maßnahmen für den Hochwasserschutz rund um Mangfall und Kalten.

Rosenheim – Erst im August dieses Jahres hat das jüngste Hochwasserereignis Teile der Region schwer getroffen. Vermehrt sind Fragen in der Politik aufgekommen, welche zukünftigen Maßnahmen rund um Mangfall und Kalten geplant werden. Diesen haben sich nun Paul Geisenhofer, Leiter des Wasserwirtschaftsamts, und Christoph Wiedemann, Leiter der Bau- und Planungsabteilung, gestellt.

Damals 42.000 Ansässige betroffen

Anhand einer Powerpointpräsentation zeigte Geisenhofer die vergangenen und zukünftigen Maßnahmen rund um den Hochwasserschutz. Karten mit bunten Linien zeichneten ein Bild der damals noch verheerenden Lage im Jahr 2006: Das Wasser war weit über die Ufer der Flüsse getreten.

„Südlich und nördlich der Mangfall waren riesige Bereiche im Überschwemmungsgebiet eines hundertjährlichen Hochwassers“, so Geisenhofer. In diesen Gebieten im gesamten Mangfalltal seien damals 42.000 Einwohner betroffen gewesen. Diese Lage diente laut Wasserwirtschaftsamt als Ausgangsposition für die Arbeiten der folgenden Jahre.

Seit rund 20 Jahren größtes Projekt

„Der Hochwasserschutz an der Mangfall ist seit rund 20 Jahren unser größtes Projekt im Bereich des technischen Hochwasserschutzes im ganzen Amtsbezirk.“ Die Deiche rund um die 26 Kilometer lange Mangfall und das Stadtgebiet seien mittlerweile auf ein 100-jähriges Hochwasser ausgebaut, so die Experten. „2020 hat es keine Überflutung in besiedelten Bereichen gegeben, erklärt Geisenhofer.

Erinnerung an das Hochwasser 2013: Anfang August war der Kaltenbach in Hohenofen erneut auf den Stand von 3,33 Meter angestiegen.

2021 bis 2028: Weitere Maßnahmen geplant

Doch noch ist der Hochwasserschutz nicht fertig. Von 2021 bis 2028 sind weitere Maßnahmen geplant: Im sogenannten Bauabschnitt 11 von der Eisenbahnbrücke in der Kufsteiner Straße auf der linken Seite bis zum Eisstadion und auf der rechten Seite bis zum Schwimmbad müssen die Mauern noch mit statisch tragenden Innendichtungen stabilisiert werden, damit sie nicht brechen, so Wiedemann.

Im Jahr 2013 hatten sie schon den Starkregenereignissen standgehalten. In dem Zusammenhang solle auch das Wegekonzept erneuert und die Zugänglichkeit zum Wasser verbessert werden. Ebenfalls saniert werden müsse der Kalten-Rücklaufdeich, der bereits in den 90er-Jahren gebaut wurde.

Stadt beteiligt sich mit zehn Millionen Euro

„Der große Schlussstein für den Hochwasserschutz im Mangfalltal“ bildet das Hochwasserrückhaltebecken in Feldolling. 2019 hat das Wasserwirtschaftsamt mit dem Bau begonnen. Die Fertigstellung des Projekts ist bis 2024 geplant. Die Kosten für die Maßnahmen im Mangfalltal belaufen sich bisher auf 20 Millionen Euro.

Das Wasserwirtschaftsamt plant laut seinem Leiter noch mit weiteren sechs Millionen Euro im Zeitraum von 2021 bis 2028. Die Beteiligung der Stadt liege bei insgesamt zehn Millionen Euro.

200-jähriges Hochwasser möglich

Der Leiter des Wasserwirtschaftsamts baut keine Luftschlösser: „Durch den Hochwasserschutz können die Bürger ruhiger schlafen, aber der technische Hochwasserschutz ist kein absoluter Schutz.“ Irgendwann werde es auch ein 200-jähriges Hochwasser geben, ist er überzeugt. Der Schutz sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der viele Komponenten zuspielen, so etwa die Bauleitplanung.

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„Aber es gibt Dinge, die kann die Stadt nicht erledigen“, meint Geisenhofer. Auch die einzelnen Bürger können durch Bautechniken wie wasserfeste Keller einen Teil beitragen. Elementarschadensversicherungen können Restrisiken abdecken, auch Öltanks seien mittlerweile verboten. Überdies regt Geisenhofer an, eine Aktionsgemeinschaft zu gründen: So könne man auf kommunaler Ebene die Synergieeffekte nutzen und zusammenzuarbeiten.

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Der Brenner-Nord-Zulauf und das Hochwasser

Franz Opperer (Bündnis 90/Die Grünen) regte an, zu bedenken, welche Auswirkungen der Hochwasser auf den Brenner-Nord-Zulauf habe. Der selben Ansicht ist Herbert Borrmann (CSU): „Wenn die Route ausgesucht wird, darf nicht zu spät geplant werden“. Paul Geisenhofer konnte dazu noch keine genaue Aussage machen, aber sicherte zu, bei solchen Fragen involviert zu sein.

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