Ein Dank an alle Ehrenamtlichen

Oberbayerischer Integrationspreis für Rosenheimer Projekt „Jugend in Arbeit“

Gemeinsame Aktionen fördern die Integration: Die Schüler aus dem Rosenheimer Landkreis treffen sich mit ihren Paten beim alljährlichen Grillfest.
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Gemeinsame Aktionen fördern die Integration: Die Schüler aus dem Rosenheimer Landkreis treffen sich mit ihren Paten beim alljährlichen Grillfest.
  • Korbinian Sautter
    vonKorbinian Sautter
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Schülern und Jugendlichen im Rosenheimer Landkreis auf dem Weg zum Schulabschluss und ins Berufsleben helfen: Das ist das Ziel des Projekts „Jugend in Arbeit“, das nun mit dem oberbayerischen Integrationspreis ausgezeichnet wurde.

Rosenheim/Landkreis – In der Kategorie Arbeit und Wirtschaft setzte sich das Rosenheimer Konzept gegen die Bewerber durch und darf sich auf eine Förderung der Regierung Oberbayern in Höhe von 1150 Euro freuen.

Der Preis für die Organisation „Junge Arbeit in Rosenheim“ ist ein Dank an die 200 ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich als Paten für hilfsbedürftige Jugendliche zur Verfügung stellen. „Das kann man gar nicht hoch genug einschätzen“, sagt Kerstin Stock, eine von drei hauptamtlichen Leiterinnen des Projekts. „Ohne die Unterstützung von so vielen Leuten, wäre das alles hier gar nicht erst möglich.“

Ein Teil der insgesamt 200 freiwilligen Helfer: Bei verschiedenen Workshops lernt man sich und das Projekt „Jugend in Arbeit“ kennen.

Paten aus der Region unterstützen Schüler

Möglich gemacht hat die Organisation eine Mittelschule in Prien. Dort entstand 2006 die Idee, schwächeren Schülern einen Paten an die Seite zu stellen, der ihnen eine klare Struktur gibt und sie bis zum Schulabschluss unterstützt.

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Mittlerweile ist die Jugendförderung unter der Trägerschaft des Vereins „Rosenheimer Aktion für das Leben“ ein eingespieltes Team und hat sich in der Region etabliert. Schüler, die an den Mittelschulen im Landkreis Hilfe brauchen, können sich an eine Kontaktstelle wenden und bekommen einen Paten zugewiesen. Die Helfer aus der Region kommen dabei aus allen möglichen Bereichen. Laut Stock ist von jungen Büroangestellten bis hin zu ehemaligen Hochschulprofessoren alles vertreten.

Ein offenes Ohr für junge Menschen

Wichtig sei bei den Unterstützern nur Eines: Ein offenes Ohr für junge Menschen zu haben, egal, aus welchem Land sie kommen. Diese Einstellung war es auch, die die oberbayerische Regierung mit dem Integrationspreis würdigen wollte. Der bayerische Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann sieht in dem Rosenheimer Projekt einen „unermüdlichen Einsatz im Ehrenamt, die damit viel zur gelingenden Integration in Oberbayern beitragen kann“.

Einen ähnlichen Einsatz zeigt auch die Radlwerkstatt Soyen. Unter dem Motto „Mobilität und Austausch“ reparieren sie alte Fahrräder und stellen sie für Migranten zur Verfügung. Auch wenn es für das Projekt nicht zu einem Preis gereicht hat, kann es sich, wie alle anderen Bewerber, dieses Jahr auf der Webseite der Regierung Oberbayern präsentieren. Aufgrund von Corona gibt es dort eine digitale Fotoausstellung, in der alle Projekte aufgelistet sind. Die Ehrung der Preisträger soll aus demselben Grund erst im nächsten Jahr erfolgen.

Helfer sollen vom Preisgeld profitieren

Die Organisation „Junge Arbeit in Rosenheim“ weiß das Preisgeld nach einem schwierigen Jahr gut zu nutzen. „Wir wollen damit neue Workshops für die Paten finanzieren“, sagt Leiterin Stock. In diesen lernen die Ehrenamtlichen das Konzept und die Organisatoren des Projektes kennen und erfahren, wie sie am besten mit den Jugendlichen umgehen können.

Mit weiteren Finanzierungshilfen, wie beispielsweise vom Landkreis Rosenheim, hofft Stock außerdem, dass die Förderung trotz der aktuellen Corona-Situation für das nächste Schuljahr wieder verstärkt aufgenommen werden kann. „Wir hatten schon einige Probleme, unser Projekt während der Corona-Hochphase umzusetzen. Das soll jetzt auf jeden Fall wieder besser werden.“

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