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Erste Kundgebung am 14. Dezember

Initiative „Rückenwind Gesundheitspersonal“ macht sich für Rosenheimer Klinikums-Mitarbeiter stark

Nur wenige Meter vom Rosenheimer Romed-Klinikum findet immer mittwochs eine Mahnwache gegen die Corona-Beschränkungen statt. Unmut darüber herrscht bei der neu gegründeten Initiative „Rückenwind Gesundheitspersonal“
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Nur wenige Meter vom Rosenheimer Romed-Klinikum findet immer mittwochs eine Mahnwache gegen die Corona-Beschränkungen statt. Unmut darüber herrscht bei der neu gegründeten Initiative „Rückenwind Gesundheitspersonal“
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Um auf die extreme Belastung des Klinikpersonals aufmerksam zu machen, hat sich jetzt die Initiative „Rückwind Gesundheitspersonal“ gegründet. Eine erste Versammlung findet am Dienstag, den 14. Dezember um 19.15 Uhr am Ichikawaplatz statt.

Rosenheim – Hinter Barbara Riedel liegen stressige Tage. In der vergangenen Woche hat sie – gemeinsam mit anderen Mitstreitern – beschlossen, eine Initiative zu gründen. Für diejenigen, die seit Jahren an vorderster Front kämpfen. „Wir wollen die Bürger auf die extreme Belastung aufmerksam machen, welcher die pflegenden, ärztlichen und Verwaltungsmitarbeitenden im Krankenhaus derzeit ausgesetzt sind“, sagt Riedel. Die 42-Jährige hat etliche im Klinikum Beschäftigte in ihrem Bekanntenkreis. Sie kennt die Situation, weiß, dass sich viele seit zwei Jahren im Ausnahmezustand befinden.

Demos ohne Maske und Abstand

Umso verärgerter sei sie gewesen, als sie über die vergangenen Wochen hinweg beobachten musste, wie Hunderte auf dem Ichikawaplatz gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert haben – ohne Maske und Abstand. „Die Klinikumsmitarbeiter werden immer wieder Opfer von Beleidigungen und Angriffen von Verschwörungstheoretikern“, sagt Riedel.

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Dass unter den Demo-Besuchern wie berichtet, auch einige Klinikumsmitarbeitern gewesen sind, wisse sie. Nachvollziehen können sie es nicht. Gleiches gelte für die Tatsache, dass die Kundgebung nur wenige Meter vom Klinikum passiere. Für sie „unbegreiflich“.

„Menschenfeindliche Angriffe auf die Demokratie“

Also hat die 42-Jährige beschlossen, ein Zeichen gegen die „menschenfeindlichen Angriffe auf die Demokratie“ zu setzen und sich mit denen zu solidarisieren, die den Hauptteil im Kampf gegen die Pandemie tragen. „Wir fordern mehr Anerkennung statt Verleumdung und Verleugnung“, sagt Riedel. Nachdem die Sozialpädagogin bereits mehrere kleinere Demonstrationen für den Initiativkreis Migration organisiert hat, habe sie jetzt beschlossen, wieder eine Versammlung anzumelden. Statt um die Seebrücke im Mittelmeer geht es dieses Mal um mehr Solidarität für Pflegekräfte und weniger Hetze.

Post in den sozialen Medien

Um möglichst viele Menschen für ihr Vorhaben zu gewinnen, hat sie eine Ankündigung in den sozialen Medien gepostet und verschiedene Parteien angeschrieben. Unter anderem Elisabeth Jordan von der Rosenheimer SPD. „Das ist eine gute Reaktion auf die anhaltenden Demonstrationen vor dem Klinikum“, sagt die Politikerin, die selbst im Krankenhaus arbeitet.

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Während sie am Anfang noch skeptisch gewesen sei, um wen es sich bei der Initiative handelt, sei sie nach einem Telefonat davon überzeugt, dass Riedel und ihre Mitstreiter sich „wirklich für das Pflegepersonal einsetzen“.

Pflegenotstand ausgleichen

Und genau das wollen Barbara Riedel und die anderen Organisatoren am kommenden Dienstag um 19.15 Uhr zum ersten Mal öffentlich machen. Geplant seien kurze Redebeiträge. Wer sprechen wird, stehe im Moment noch nicht fest. Auch wie viele Leute kommen, scheint noch offen. „Ursprünglich habe ich 20 Menschen angemeldet, aber die Resonanz ist riesig“, sagt Riedel. Neben einigen Pflegekräften hätten sich auch Schüler und ein Verdi-Vertreter angekündigt.

Gegen den Pflegenotstand

Ebenfalls dabei ist Klaus Obermaier aus Grafing. Seine Tochter arbeitet als Krankenpflegerin im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Ich finde es unsäglich, wenn Leute vor dem Krankenhaus stehen und die Pandemie in Frage stellen“, sagt er. Denn im Krankenhaus würden Leute am Limit kämpfen, da sie auch den Pflegenotstand ausgleichen müssten. „Es sind die Falschen, die auf der Straße sind“, ist sich Obermaier sicher. Umso mehr freue er sich über das Engagement von Barbara Riedel.

Mehr verdient als Worte und Applaus

Ähnlich positiv äußert sich Ates Gürpinar, Bundestagsabgeordnete der Linken: „Die Demonstration ist ein großartiges Zeichen der Unterstützung und Solidarität. Das Personal in den Kliniken und der Pflege hat mehr als Worte und Applaus verdient. Wir sollten alles dafür tun, dass diejenigen in Zukunft weniger Stress haben, die uns durch diese große Krise bringen.“

Weitere Versammlungen für den 5. und 12. Januar, jeweils um 19.15 Uhr am Ichikawaplatz seien schon jetzt angemeldet.