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Folgen des jüngsten Lockdowns

In Rosenheims Theaterszene herrscht wieder Stille: Und jetzt?

Auch das Junge Theater Rosenheim, hier mit (von links) Livia Schoeler, Maxim Kruse, Florian Stadler und Benedikt Zimmermann bei den Proben zu „Idas Feuerzeug des Glücks“, muss seinen Spielbetrieb vorerst einstellen.  
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Auch das Junge Theater Rosenheim, hier mit (von links) Livia Schoeler, Maxim Kruse, Florian Stadler und Benedikt Zimmermann bei den Proben zu „Idas Feuerzeug des Glücks“, muss seinen Spielbetrieb vorerst einstellen.  
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Neben Kneipen und Lokalen muss seit Donnerstag (25. November) auch der Kulturbetrieb wieder eine unfreiwillige Pause einlegen. Bei Rosenheimer Theatermachern herrscht allseits Verständnis dafür, dass man der Pandemie wohl nicht anders Herr wird. Vereinzelt ist aber auch ein wenig Verzweiflung zu spüren.

Rosenheim – Der Lockdown ist da. Und für Rosenheims Theaterszene bedeutet dies einmal mehr: Nichts geht mehr. Schon bevor die Lockdown-Pläne der bayerischen Landesregierung bekannt wurden, zog das Junge Theater Rosenheim die Reißleine. Das Ensemble sagte seine Premiere seines Stückes „Idas Feuerzeug des Glücks“ für den Freitagbend (26. November) ab.

Die Proben zu Ende bringen

Der Mix aus verschiedenen Märchen Hans Christian Andersens muss nun bis zum kommenden Jahr auf ihre Erstaufführung warten. Dennoch: „Wir proben noch zu Ende“, berichtet Andreas Schwankl, der gemeinsam mit Benedikt Zimmermann die künstlerische Leitung des Ensembles innehat. Anschließend will das Junge Theater die Proben filmen. Die Aufzeichnung soll den Schauspielern später helfen, schneller in ihre Rolle zurückzufinden.

Lockdown ist keine Überrschung

„Es ist natürlich enttäuschend, aber da das Damoklesschwert der hohen Inzidenz schon länger über uns schwebte, kam dieser Schritt nicht überraschend“, kommentiert Schwankl die Situation. Die Stimmung während der Proben für die aktuelle Inszenierung sei dennoch gut gewesen. „Alle waren noch sehr inspiriert und kreativ.“ Gefehlt habe aber der „letzte Zug“, wie er sagt.

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Jene Phase, in denen die Schauspieler die Premiere schon vor Augen haben und sich noch ein Stück mehr als sonst reinhängen. Besonders bedauert der Darsteller den Umstand, dass eine geplante Aufführung im ehemaligen Aschauer Schwimmbad ausfallen muss. Das Gebäude soll im Frühjahr abgerissen werden. Das Stück „Wie das Feuerzeug des Glücks“ sei unter anderem für diesen Spielort konzipiert gewesen. Gemeinsam mit dem Publikum wären die Darsteller während des Stücks umhergewandert.

Zeit für Organisatorisches

Schwankl selbst tröstet sich mit dem Umstand, dass nun erst mal mehr Zeit für Organisatorisches bleibt: Neue Projekte, aber auch Förderanträge warten auf ihn und seine Mitstreiter.

Auch die Theaterinsel Rosenheim hat schon vor Verkündung des Lockdowns seine Veranstaltungen vorzeitig abgesagt. Schon allein, weil das Ensemble von sich aus ob der hohen Zahlen die geplanten Abende nicht durchziehen wollte. Vergangene Woche gab es noch einen Comedy-Slam, und das war‘s. Der für kommende Woche geplante Comedy-Stand-Up-Abend fällt aus.

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„Man muss halt schauen, wie es weitergeht“, sagt Thomas Eiwen von der Theaterinsel. Er gibt sich optimistisch, dass es im Frühjahr weitergehen kann. Aber auch, wenn die Einschränkungen in den Corona-Hotspots wieder fallen, bleibt für ihn noch ein fader Beigeschmack bei den übrigen Corona-Regeln im Freistaat. Nach diesen dürfen Veranstaltungen mit nur einem Viertel der Leute besetzt werden.

Premiere im März

Das bedeute für die Theaterinsel: Maximal 20 bis 30 Zuschauer könnte sie noch begrüßen. Deprimierend für Eiwen ist, dass man sich an alle Corona-Auflagen gehalten habe und nun doch wieder ein Lockdown gekommen ist. Den Kopf in den Sand stecken will er dennoch nicht.

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Für kommendes Jahr ist eine Inszenierung von Schillers „Don Carlos“ geplant, eine größere und aufwendigere Produktion, wie er verrät. „Ich bin ein gnadenloser Optimist“, bekräftigt Thomas Eiwen. Er geht davon ausgeht, im März 2022 mit dem Stück Premiere feiern zu können.

Es herrscht auch Zukunftsangst

Etwas verhaltener gibt sich Horst Rankl: „In Rosenheim herrscht absolute Stille, da geht gar nichts mehr“, kommentiert er die Situation der Theaterszene im Lockdown. Der Vorsitzende des Theaters Rosenheim und Präsident des Verbands Bayerischer Amateurtheater berichtet von mitunter depressiven Äußerungen seiner Verbandsmitglieder. Noch im Sommer hätten viele gehofft, dass der Herbst heuer nicht so schlimm ausfallen würde wie im vergangenen Jahr.

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Diese Hoffnung ist nun perdu. „Es herrscht auch eine gewisse Zukunftsangst, weil niemand weiß, wie es im kommenden Jahr weitergeht“, sagt Rankl. Es wabern Vermutungen, selbst im Frühjahr 2022 geht noch nichts. Auch wenn der Freistaat wieder finanzielle Hilfen für die Kulturschaffenden verteilen will, ärgert er sich über die Bürokratie, welche die Vereine zu überwinden haben. Aber: „Wir wollen nicht lamentieren, und wollen uns auch nicht querstellen“, sagt Horst Rankl.

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