884 Stellplätze und 30 Ladeschließfächer

In Rosenheim hat das erste kostenlose Fahrradparkhaus der Region eröffnet

Bei der Eröffnung: (von links) Architekt Martin Wich, Baudezernent Helmut Cybulska und Oberbürgermeister Andreas März.
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Bei der Eröffnung: (von links) Architekt Martin Wich, Baudezernent Helmut Cybulska und Oberbürgermeister Andreas März.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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884 Parkplätze, fünf Ebenen und 30 Ladeschließfächer für Fahrrad-Akkus: Das neue, kostenlose Fahrradparkhaus am Bahnhofsgelände hat ab sofort geöffnet. Der erste wichtige Schritt zur Neugestaltung des Südtiroler Platzes.

Rosenheim Vorsichtig zieht Architekt Martin Wich die obere Einstellschiene des Doppelstockparksystems nach vorne. Er drückt die Schiene nach unten, hebt das Vorderrad seines Fahrrads an und stellt es auf die Schiene. Dann schiebt er das Fahrrad bis ganz nach vorne, soweit bis das Hinterrad eingerastet ist. Er hebt die Schiene an, schiebt sie zurück in die Parkposition. Zufrieden nickt er. Das Rad steht, belegt nun einen der 884 Parkplätze im neuen Fahrradparkhaus, das seit gestern genutzt werden kann. Bauherr ist das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt (ZGM) um Projektleiter Christian Furtner.

Im neuen Fahrradparkhaus: Projektleiter Christian Furtner testet das Doppelstockparksystem. Insgesamt ist in dem Parkhaus Platz für 884 Fahrräder.

Kosten liegen bei 3,2 Millionen Euro

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Andreas März, Architekt Martin Wich und Baudezernent Helmut Cybulska hat er am Montag, 21. September, zu einem Rundgang eingeladen. Bei der Führung durch das Parkhaus gab es einen Einblick in die Besonderheiten und erklärte die Nutzung des zehn Meter hohen Gebäudes, das in einer schlichten Stahlbauweise konstruiert wurde.

Platz wird optimal ausgenutzt

Architekt Wich steht auf der fünften Parkebene, zeigt auf die beiden Notausgänge, die sich auf der linken und rechten Seite des Raumes befinden. In der Mitte steht ein Doppelstock-Fahrradständer, der von beiden Seiten genutzt werden kann. Die restlichen Fahrradständer können nur von einer Seite genutzt werden. Trotzdem werde der Platz durch die zwei Stockwerke optimal ausgenutzt.

Über Rampen zu den einzelnen Ebenen

Über Rampen gelangt man mit dem Rad zu den einzelnen Ebenen. Diese seien in der Breite so angelegt, dass zwei Radler problemlos aneinander vorbeifahren beziehungsweise ihre Räder aneinander vorbeischieben können. „Ich habe es selber ausprobiert“, sagt Wich.

Direkter Zugang zu den Gleisen

Wer sein Rad abgestellt hat, kann das Parkhaus über die mittig gelegene Treppe, verlassen. „Der direkte Zugang zu den Gleisen war uns wichtig“, so der Architekt.

Die Erschließung erinnert an die überdachte Fahrradstation „Gleis 1“ der Caritas. Der Unterschied: Während ein Jahresticket für die Nutzung der Fahrradstation 95 Euro kostet, ist die Nutzung des neuen Fahrradparkhauses kostenlos. Allerdings hat die Fahrradstation den großen Vorteil, dass die Anlage nur über ein automatisiertes Chipsystem zugänglich ist. Dadurch soll das ungeordnete Abstellen hunderter Fahrräder vor dem Bahnhofsgelände beendet werden, teilt die Stadtverwaltung mit. Wildparken soll es in Zukunft also nicht mehr geben.

Sichere und trockene Abstellmöglichkeit

„Wir wollten den Bürgern außerdem eine sichere und trockene Abstellmöglichkeit schaffen“, sagt Oberbürgermeister Andreas März. Er stellt Fragen zum Sicherheitskonzept, lässt sich über die zusätzlichen Stellplätze für die Fahrradanhänger aufklären.

Parkhaus über Nacht beleuchtet

Ein Blick ins Innere: Das Fahrradparkhaus am Rosenheimer Bahnhof soll für die Bürger eine sichere und trockene Abstellmöglichkeit schaffen und das ungeordnete Abstellen Hunderter Fahrräder vor dem Bahnhofsgelände beenden.

Architekt Martin Wich hat auf jede Frage eine Antwort. So sei das Parkhaus die ganze Nacht über beleuchtet und aufgrund der durchlöcherten Fassade von außen gut einsehbar. Alle Ebenen werden per Video überwacht, vorhandenen Notrufsprechstellen sind direkt mit der Polizei verbunden. Zudem seien Frauenparkplätze im Erdgeschoss eingerichtet.

30 Ladestationen für Pedelecs

Hier sollen sich in Zukunft auch die 30 Ladestationen für die Pedelecs befinden. Diese werden noch in dieser Woche geliefert. „Wenn sich zeigt, dass der Bedarf dafür größer ist, können weitere Ladeschließfächer nachgerüstet werden“, sagt Projektleiter Christian Furtner.

Stellplätze für Fahrradanhänger

Im Untergeschoss befinden sich zudem vier Stellplätze für Fahrradanhänger. Das sei laut Baudezernent Helmut Cybulska ein ausdrücklicher Wunsch im Stadtrat gewesen. Er lobt die Nutzerfreundlichkeit, sagt, dass es sei von Anfang an Ziel gewesen, die Hemmschwelle, das Parkhaus zu nutzen, so gering wie möglich zu halten. Überall hängen zudem Bedienungsanleitungen, die erklären, wie die Anlage funktioniert.

Dachbergrünung im Oktober

Im Oktober erfolgt dann die Dachbegrünung des Parkhauses. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf circa 3,2 Millionen Euro, 1,8 Millionen davon werden durch staatliche Fördermittel mitfinanziert. „Wir sind zufrieden und froh, dass das Parkhaus jetzt fertig ist“, sagte März.

Ende November weitere Neugestaltung

Ende November soll es mit der Neugestaltung des Südtiroler Platzes weitergehen. Geplant ist unter anderem die Umgestaltung der Rampen und Treppenanlagen. Auch das ehemalige Oberbahnamt soll, wie berichtet, saniert werden.

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