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Impfwillig, aber einfach zu früh dran

Warum eine Frau aus Bad Endorf im Rosenheimer Impfzentrum keine Spritze bekam

Anfang Juli registriert, aber noch ohne Termin: Caroline Gatheri, hier gemeinsam mit ihrem Partner Hans Fritz und Tochter Sara, wartet noch immer auf eine Gelegenheit, sich im Impfzentrum Rosenheim vor dem Coronavirus schützen zu lassen.
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Anfang Juli registriert, aber noch ohne Termin: Caroline Gatheri, hier gemeinsam mit ihrem Partner Hans Fritz und Tochter Sara, wartet noch immer auf eine Gelegenheit, sich im Impfzentrum Rosenheim vor dem Coronavirus schützen zu lassen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Zu viel Impfstoff bei zu wenigen Impflingen? Für die Bad Endorferin Caroline Gatheri war diese Nachricht Anlass, einen spontanen Abstecher zum Rosenheimer Impfzentrum zu machen. Doch ohne Termin mussten Impfwillige bislang ohne Injektion wieder davon ziehen. Auch die Bad Endorferin.

Rosenheim – Eine spontane Entscheidung: Mit seiner Partnerin Caroline Gatheri war der Bad Endorfer Hans Fritz im Rosenheimer Impfzentrum – ohne Termin. „Durch unsere beiden kleinen Töchter, die im Kindergarten und in der Grundschule vielen Kontakten ausgesetzt sind, fühlen wir uns nicht ohne Ansteckungsrisiko.

Und so setzten wir uns aufgrund der Meldung in den OVB-Heimatzeitungen, dass es zu viel Impfstoff und zu wenig Impfwillige gibt, kurzerhand aufs Fahrrad und radelten nach Rosenheim, um uns unter die Impfwilligen am Impfzentrum zu gesellen“, berichtet Hans Fritz, wie die spontane Idee zustande kam.

Im Impfzentrum auf der Loretowiese höflich zurückgewiesen

Seine Hoffnung: Auch ohne Registrierung werde seine Lebensabschnittsgefährtin mit offenen Armen empfangen. Doch mitnichten: Ohne Anmeldung im bayerischen Impfportal wurde Caroline Gatheri höflich, aber bestimmt wieder zurückgeschickt. Gleich am Anfang seien beide mit der Begründung zurückgewiesen worden, ohne Einladung könne man sie nicht vorlassen.

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Der Versuch, mit dem Leiter des Impfzentrums zu sprechen, sei ebenso wenig von Erfolg gekrönt gewesen wie ein Telefonat mit dem Landratsamt. Auch dort habe man Hans Fritz, der schon zweifach geimpft ist, erklärt, seine Frau müsse sich zunächst registrieren.

Die Impfquote in Stadt- und Landkreis Rosenheim.

Seit gestern Impfung ohne Termin möglich

Erst seit dem 19. Juli ist es möglich, auch ohne Anmeldung bei Bayerns Impfzentren eine Impfung gegen das Coronavirus zu erhalten. Insofern war der Versuch am Montag vorvergangener Woche ein wenig verfrüht. Und „zu viel Impfstoff“ wie der Bad Endorfer vermutet, halte das Impfzentrum auch gar nicht vor, wie die Stadt auf Anfrage mitteilt: „Derzeit können so viele Impfdosen bestellen werden, wie sie tatsächlich auch verimpft werden können.“ Rund 500 seien dies derzeit pro Tag.

Impfzentrum an drei Tagen geschlossen

Diese Resonanz wertet das Impfzentrum als eher gering, weshalb die Einrichtung während der vergangenen Woche, darunter am Samstag, an drei Tagen geschlossen blieb. Dennoch bleibt das Zelt neben der Inntalhalle bis mindestens 16. August stehen, da an diesem Tag nochmals alle 15 Impfstraßen benötigt würden, wie die Stadt schildert. Dennoch bleibt der Appell seitens der Stadt, das Impfangebot anzunehmen, möglichst auch weiterhin mit Termin.

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Wer spontan erscheine, müsse womöglich mit längeren Wartezeiten rechnen. „Aus diesem Grund wird seitens des Impfzentrums mit Nachdruck dazu geraten, weiterhin die vorgezogene Registrierung und die Terminvereinbarung zu nutzen. Dadurch wird eine Impfung mit einem überschaubaren zeitlichen Aufwand möglich“, sagt die Stadt. Bislang seien jedoch kaum Impfwillige ohne Termin erschienen.

Noch immer keinen Termin

Für Caroline Gatheri und ihren Partner Hans Fritz muss diese Aufforderung wie Hohn klingen. Denn bereits an jenem Montag Anfang Juli, nachdem sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause radeln mussten, machten sich beide daran, einen Termin zu sichern. Bislang warten sie jedoch noch immer auf die Einladung. „Obwohl uns gesagt wurde, dass es ganz schnell Termine gibt.“

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Dafür kann die Stadt Rosenheim freilich wenig, denn für die Registrierung und die Terminvergabe zeichnet der Freistaat Bayern verantwortlich. Für Hans Fritz wiederum bleibt unbegreiflich, dass die Impfprozedur in anderen Ländern deutlich einfacher gestaltet sei. Darunter in den Vereinigten Staaten, wo man mitunter nicht einmal das Fahrzeug verlassen müsse und durch das Autofenster geimpft werde.

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