Ideen für neuen Schulcampus: So könnte die Rosenheimer Waldorfschule in Zukunft aussehen

Hier ist der Platz knapp: 340 Schüler besuchen derzeit die Freie Waldorfschule in Rosenheim. Das Gebäude steht an der Mangfallstraße. Schlecker/Heise
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Es ist ein Großprojekt: Die Waldorfschule und der Waldorfkindergarten in der Mangfallstraße 53 in Rosenheim sollen ausgebaut werden. Ein erstes Konzept stellt die Stadtverwaltung am Mittwoch, 20. Mai, im Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss, vor.

Rosenheim – Der Kindergarten ist zu klein, die Sporthalle zu weit weg und es fehlt an Parkplätzen: Die räumliche Situation an der Rosenheimer Waldorfschule und im Waldorfkindergarten ist schon seit einigen Jahren schwierig. Susanne Zeisig, die Vorsitzende des Fördervereins „Freie Waldorfschule Rosenheim“ weiß das. Bereits seit sechs Jahren spielt sie mit dem Gedanken, die Schule und den Kindergarten erweitern zu lassen. Auch weil sich die Situation in den vergangenen Jahren immer mehr zugespitzt hat. „Unsere angemieteten Flächen sind nach und nach weggefallen“, sagt sie. Sie spricht vom Wegfall der Lehrerparkplätze, von einer Kündigung der Räume, in denen die Mittagsbetreuung stattfand. Hinzu komme, dass der Mietvertrag des Kindergartens in vier Jahren ausläuft.

Ursprünglich sollte auf Baumannwiese gebaut werden

Eine Lösung musste her. „Das war gar nicht so einfach“, sagt Susanne Zeisig. Ursprünglich sei unter anderem geplant gewesen, auf der Baumannwiese zu bauen. Dafür hatte man aber im Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss vor drei Jahren keine Genehmigung bekommen – zu groß sei der Eingriff in den Naturschutz, hatte die Stadt argumentiert.

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Im vergangenen Jahr dann die gute Nachricht: Die 540 Mitglieder des Fördervereins kauften ein 7 000 Quadratmeter großes Grundstück –  direkt neben der derzeitigen Schulanlage. Jahrelang sei man mit der Besitzerin in Kontakt gewesen, die sich schließlich zum Verkauf bereit erklärte – zur Freude der Mitglieder des Fördervereins.

Vor einem Jahr gekauft: Das blaue Haus samt dem 7 000 Quadratmeter großen Grundstück gehört nun dem Förderverein der Waldorfschule. Hier soll neu gebaut werden.

Fünf Mietverträge laufen in den kommenden Jahren aus

Momentan befindet sich auf dem Gelände ein blau gestrichenes Gebäude. Ein Teil steht leer, im Obergeschoss sind eine Wohnung untergebracht, eine internationale Spedition, ein Kfz-Meisterbetrieb, die Firma „Sun-Ban“ und ein Dachdecker. Alle fünf Mietverträge laufen, laut Susanne Zeisig, in den kommenden Jahren aus. Ein Großteil der Halle soll im Anschluss abgerissen werden, der vordere Teil bleibt bestehen.

Einfach-Turnhalle mit Bühne geplant

Hier sollen Verwaltungsräume, eine Mittagsbetreuung und Lehrerzimmer sowie Fachräume für den Kunst- und Werkbereich der Mittel- und Oberstufe entstehen. Auf dem übrigen Gelände soll ein dreigruppiger Kindergarten gebaut werden, dazu ein neuer Schulhof, ein neues Gartenbaugelände, sowie ein Areal zum Holen und Bringen der Kinder mit zwölf zusätzlichen Stellplätzen.

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Auch eine Einfach-Turnhalle mit Bühne ist geplant. Eine Notwendigkeit, wie Susanne Zeisig findet. „Im Moment benutzen wir die Sporthalle der Bundespolizei“, sagt sie. Aufgrund der langen Fahrtzeit seien die Sportstunden deshalb in den vergangenen Jahren häufig zu kurz gekommen. Das soll sich ändern.

Frage der Finanzierung noch nicht endgültig geklärt

Wann der Neubau fertig sein könnte, darüber möchte Susanne Zeisig noch nichts sagen: „Dafür müssen einfach zu viele Verhandlungen geführt werden.“ Und auch die Frage der Finanzierung sei nicht endgültig geklärt. Susanne Zeisig hofft auf Fördermittel der Regierung von Oberbayern, 60 Prozent der Kosten würde der Verein selbst übernehmen. „Das wäre durchaus machbar“, sagt sie, und lässt offen, wie teuer der Neubau sein wird.

Konzept im Werkstattverfahren

Trotz ungeklärter Fragen blickt Susanne Zeisig optimistisch in die Zukunft. In ihre und die der 340 Schüler, 60 Kindergartenkinder und 60 Mitarbeiter. „Wir haben alle bei der Planung mit einbezogen“, sagt die Vorsitzende des Fördervereins. Etwa 60 Eltern, Schüler und Mitarbeiter hätten sich an drei Samstagen getroffen, in einem „Werkstattverfahren“ an einem gemeinsamen Konzept gefeilt und überlegt, wie die Schule aussehen könnte.

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Ziel sei es von Anfang an gewesen, das bereits bestehende Schulhaus als„Kern des künftigen Campus“ zu erhalten. „Jeder hat seine Ideen eingebracht und wir haben gemeinsam entschieden“, sagt Susanne Zeisig. Der gesamte Vorgang sei „sehr geglückt“ gewesen. Entstanden sei eine Bauvoranfrage, die am Mittwoch, 20. Mai, besprochen werden soll. Sollten die Pläne rasch auf Zustimmung stoßen, sei ein zügiger Baubeginn geplant.

Mehr Infos: Die Waldorfschule ist eine Schule in freier Trägerschaft, die drei Abschlüsse (Waldorfabschluss, Abitur, Mittlere Reife) anbietet. Die Rosenheimer Waldorfschule finanziert sich zu 70 Prozent aus Zuschüssen und zu 30 Prozent aus Elternbeiträgen.

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