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Leserforum

„Ich“ und „Wir“ im Bauboom

Zu den Bauprojekten in Rosenheim:. Vor über 100 Jahren erkannten Münchner Planer die Notwendigkeit einer vorausschauenden Stadtentwicklungsplanung.

Angesichts Stadtwachstum und Bauboom wurde unter Leitung von Theodor Fischer in Stadtteilen wie Schwabing und Bogenhausen der sogenannte Staffelbauplan entwickelt. Er setzte den – oft spekulativen – Bauinteressen einen Rahmen, der eine einheitliche Stadtgestalt bewahrte und noch heute bewundert wird. Das Gesamte, die Stadt, das „Wir“ hatte einen eigenständigen Wert, der nicht individuellen Gewinnabsichten ausgeliefert wurde. Dennoch hatten die privaten Investoren genügend Handlungsspielraum.

Heute wird in Rosenheim weitgehend ohne Rücksicht auf das Ganze, auf die Stadtstruktur und auf das „Wir“ geplant. Einzelinteressen und Kapitalverwertung prägen die Planungsentwürfe auf einzelnen Grundstücken. Immer schneller reihen sich Bauabsichten aneinander, die jegliche Rücksicht auf die gebaute Umgebung vermissen lassen: Küpferlingstraße, Wittelsbacherstraße, Samerstraße. Die Verantwortlichen in der Stadt scheinen alles abzunicken. Und am Roßacker wollen sie sogar den Einspruch des Landesamts für Denkmalschutz ignorieren.

Ist die Stadtgestalt Rosenheims uns nichts mehr wert? Wird sie sich künftig zufällig, allein aufgrund privater Geschäftsinteressen ergeben? Setzt die Stadt keine Rahmen mehr für die Entwicklung? Tritt die Stadt selbst mit ihrer historischen Substanz hinter die Grundstückseigentümer und deren Interessen zurück? Gibt sie sich als Akteur mit eigenen Vorstellungen komplett auf? Heute wird viel über „Werte“ geredet. In Rosenheim macht sich eine katastrophale Baupolitik breit, die an die Zeit vor 50 Jahren erinnert. Es ist an der Zeit, dass der Gemeinschaft, dem „Wir“, wieder mehr Beachtung geschenkt wird gegenüber dem „Ich“!

Dr. Hermann Biehler

Rosenheim

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