Hochwasserschutz für Rosenheimer Stadtteil Oberwöhr ist fertiggestellt

Beinahe schon ein See hat sich beim Hochwasser im Jahr 2013 hinter der Kirche St. Josef der Arbeiter in Oberwöhr gebildet. Das Wasser steht so hoch, dass Helfer der DLG mit einem Boot unterwegs sind. DPA

Rosenheim – Die Bilder sind unvergessen: In den Straßen steht das Wasser.

Das Grundstück hinter der Kirche St. Josef der Arbeiter gleicht einem See: Das Hochwasser im Juni 2013 traf vor allem den Rosenheimer Stadtteil Oberwöhr. Schnell stand fest: So etwas darf nicht noch einmal passieren. Der Hochwasserschutz entlang der Mangfall muss verbessert werden. Jetzt, knapp sieben Jahre später, sind die Arbeiten dort abgeschlossen. Die Kosten liegen bei rund zwei Millionen Euro.

Mangfall und Kalten treten über die Ufer

Dass gerade die Menschen in Oberwöhr so stark mit dem Hochwasser zu kämpfen hatten, lag auch daran, dass nicht nur die Mangfall über die Ufer getreten war, sondern auch die Kalten. Das soll es nun nicht mehr geben können – jedenfalls nicht mehr in diesem Ausmaß. „Die Hochwassermauer in Oberwöhr hält jetzt Hochwasserereignisse bis zu einem 100-jährlichen Abfluss der Mangfall ab“, sagte Paul Geisenhofer, Leiter des Wasserwirtschaftamts Rosenheim, bei einem Ortstermin, an dem auch Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) teilnahm. In den neuen amtlichen Hochwasserschutzkarten ist das mögliche Überschwemmungsgebiet in Rosenheim inzwischen entsprechend reduziert.

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Ein absoluter Schutz vor Extremereignissen sei jedoch mit Schutzdeichen nicht sichergestellt, wird der Wasserwirtschaftsamt-Chef in einer Mitteilung der Stadt zitiert. Deshalb seien die Flächen hinter den Schutzanlagen im Wassergesetz als Risikogebiete ausgewiesen worden. Heißt konkret: Oberwöhr ist nun geschützt durch eine Hochwassermauer, die Menschen dort leben aber nach wie vor in einer von Hochwasser gefährdeten Region.

Restrisiko wird immer bleiben

Die Mauer sei ein „Grundschutz“, das Risiko aber bleibe. Geisenhofer mahnte daher, die Anwohner gegebenenfalls bei Neubauten oder Sanierungen mit hochwasserangepassten Bauweisen „eigenverantwortlich vorzusorgen“. Speziell neue Ölheizungen seien verboten, bestehende Anlagen müssten bis zum Jahr 2033 hochwassersicher nachgerüstet werden. Speziell auf eine Elementarschadensversicherung für das Gebäude und den Hausrat solle niemand verzichten. Damit sei man künftig auch für die drastisch zunehmenden Starkregenereignisse gerüstet, sagte Geisenhofer.

Hochwasserschutz muss nun noch auf dem Damm von der Kufsteiner Straße bis zur Innstraße in Rosenheim gebaut werden.

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