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Angespannte Lage

Trotz Unwetter in der Region: Helfer rücken in die Hochwasser-Krisengebiete aus

Das THW aus der Region Rosenheim hilft in den Hochwassergebieten.
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Das THW aus der Region Rosenheim hilft in den Hochwassergebieten.
  • VonMartin Kreklau
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Die Region Rosenheim hilft bei Rettungseinsätzen in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Trotz der täglich auftretenden Unwetter-Ereignisse in der Region.

Rosenheim – Um im Flutkatastrophengebiet in der Gegend um Ahrweiler zu helfen, entsenden zahlreiche Rettungsorganisationen aus dem Landkreis Rosenheim Hilfeleistungskontingente. Hintergrund ist, dass das Bundesland Rheinland-Pfalz beim Freistaat Bayern ein Hilfegesuch gestellt hat. Diese Anfrage wird dann an die Regierungen weitergegeben, die sich wiederum mit den Landkreisen in Verbindung setzen. Die Organisationen werden allerdings nicht gemeinsam, sondern separat angefordert. Und sie helfen trotz der täglich auftretenden Unwetter in Region.

Die Bilanz der Unwetter in der Region vom Samstag

Von einem „ganz normalen Sommergewitter“ spricht ein Vertreter der Integrierten Leitstelle Traunstein im Hinblick auf das Unwetter in der Nacht auf Sonntag. Nennenswerte Einsätze habe es nicht gegeben. Diesen Eindruck bestätigt der Rosenheimer Kreisbrandrat Richard Schrank. Insgesamt musste die Feuerwehr 20 Mal ausrücken – etwa um umgestürzte Bäume oder Bauzäune zu beseitigen oder bei einem überlaufenden Gully einzugreifen. Vor allem der westliche Landkreis Rosenheim sei betroffen gewesen.

„Das Gewitter ist über den gesamten Landkreis gezogen“, sagt Traunsteins Kreisbrandrat Christof Grundner. Zwar habe es einige vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume gegeben, allerdings „bei weitem nicht das, was wir in der vergangenen Woche hatten“. Viel zu tun hatte die Feuerwehr beispielsweise in Unterwössen. Rund 30 Einsatzkräfte mussten zu sechs Einsätzen ausrücken, um Bäume und große Äste zu beseitigen, die der Wind auf die Straßen geweht hatte. In der Bründelsberggasse war ein großer Baum umgestürzt und hatte einen Teilbereich des Daches eines Bungalow zerschlagen. Die Wehrleute räumten den Baum beiseite und verhinderten weitere Schäden im Gebäude mit einer Dachabdeckung. Am Wössner Bach war ein Baum auf einen Transporter gestürzt, hatte das Dach eingedrückt und die Windschutzscheibe eingeschlagen.

Glück im Unglück hatte am Samstag, gegen 21.30 Uhr, ein 54-jähriger Grassauer. Er war laut Polizei auf der Kreisstraße TS5 unterwegs, als ein Baum umgeweht wurde und auf die Motorhaube des Dacias des Mannes fiel. Das Auto erlitt Totalschaden, der 54-Jährige blieb unverletzt. Die Feuerwehr Siegsdorf räumte den Baum von der Straße. Das Auto musste vom Abschleppdienst geborgen werden. 

100 Feuerwehrleute und 27 Fahrzeuge im Einsatz

100 Feuerwehrleute und 27 Fahrzeuge machen sich laut Rosenheims Kreisbrandrat Richard Schrank am kommenden Dienstag (27. Juli) auf den Weg. Die Einsatzkräfte sollen Gebäude säubern, Müll abtransportieren und Verkehrswege freilegen. Das sei laut Schrank jedenfalls vorgesehen. „Was uns dann genau erwartet, müssen wir sehen. Man merkt, dass das wirklich ein Katastrophengebiet ist“, sagt er und meint damit, dass es aufgrund der zerstörten Kommunikationswege schwer sei, an belastbare Informationen zu kommen. Vielerorts seien nach wie vor Funk- und Telefonnetze ausgefallen oder beeinträchtigt. „Daher wissen wir nicht genau, was auf uns zukommt“, sagt Schrank.

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Lage im Ahrtal ist nach wie vor schwierig

Wie schwierig die Lage ist, sei schon vor Beginn des Einsatzes zu spüren. Zunächst war geplant, dass die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus dem Landkreis Rosenheim in einem Gebäude untergebracht werden – mit Verpflegung und sanitären Einrichtungen. Doch dann habe Schrank die Nachricht erreicht, dass man diese Infrastruktur nicht zur Verfügung stellen könne, es stehe lediglich ein freies Feld bereit. Die Feuerwehren müssen also ihre eigene Ausrüstung mitbringen: Feldküche, Zelte und WC-Anlagen. Das alles erfordere Organisation und Vorbereitung – und am Dienstag müsse alles bereitstehen. „Das ist schon eine Herausforderung. Aber auch das bekommen wir hin“, sagt Schrank.

Malteser fahren mit 14 Ehrenamtlichen nach Rheinland-Pfalz

Ehrenamtliche Einsatzkräfte der Rosenheimer Malteser.

Auch die Rosenheimer Malteser wurden angefordert und schicken 14 Ehrenamtliche mit einem Lastwagen, zwei Krankenwagen und einem Mannschaftstransportwagen ins Krisengebiet. Die Helfer der Schnell-Einsatz-Gruppen Transport und Betreuung sind am Sonntag um 2 Uhr früh gestartet. Die Rückkehr ist für Mittwoch geplant. „Wir freuen uns, dass wir den Menschen in dieser katastrophalen Lage helfen können, haben aber auch Respekt vor dem, was wir dort erleben werden“, teilt Kevin Braun, Leiter Einsatzdienste der Rosenheimer Malteser, in einer Pressemeldung mit.

Wasserburger Johanniter fungieren als Schnittstelle

Die beiden Wasserburger Johanniter Nico Mayer und Tobias Reich sind bereits seit vergangenen Freitag im vom Hochwasser betroffenen Gebiet der Eifel unterwegs. Sie sorgen an der Schnittstelle zwischen der örtlichen Einsatzleitung und den auswärtigen Einsatzkräften dafür, dass die Kontingente der bayerischen Hilfsorganisationen weiterhin effizient eingesetzt werden. Dabei kümmern sie sich etwa um den Kontakt zu den örtlichen Führungsstrukturen und klären für die anrückenden Helfer Details zu Unterkunft, Stellflächen für Fahrzeuge samt Kraftstoff- und Stromversorgung oder Verpflegung.

Technisches Hilfswerk unterstützt Retter in Euskirchen

Ebenso wurde das Technische Hilfswerk Rosenheim zur Unterstützung der Einsatzkräfte in Euskirchen angefordert. Derzeit ist ein Technischer Zug mit der Fachgruppe Räumen und schwerem Räumgerät sowie einer Bergungsgruppe auf Anfahrt nach Brühl in Nordrhein-Westfahlen. Bei einer Lagebesprechung vor der Abfahrt wurden die Helfer noch aufgeklärt, auf was sie sich einstellen müssen, da die Schadenlage enorm ist und noch immer Leichen geborgen werden müssen.

Im Laufe der Woche ist damit zu rechnen, dass noch weitere Einheiten des THW Rosenheim nach NRW oder Rheinland-Pfalz angefordert werden, weshalb die Vorbereitungen hierzu bereits auf Hochtouren laufen.

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